Michael Schacherl

Michael Schacherl (* 20. Juni 1869 in Bratislava; † 6. Juni 1939 in Wien) war österreichischer Politiker (SDAP). Schacherl war Abgeordneter zum Reichsrat, Nationalrat, Steiermärkischen Landtag sowie Landesrat in der Steiermark. Schacherl spielte in der steirischen Arbeiterbewegung als Publizist und Redner eine bedeutende Rolle.

Leben

Schacherl wurde als Sohn eines Hausierers geboren. Er besuchte die Volks- und Mittelschule und studierte im Anschluss zwischen 1887 und 1893 Medizin. Er promovierte 1895 zum Doktor und war zunächst am Krankenhaus Rudolfstiftung beschäftigt. 1896 wechselte er an das Allgemeine Krankenhaus in Graz. Schacherl verfasste zahlreiche sozialer Broschüren und wurde 1891 Mitarbeiter, 1899 Chefredakteur der Grazer sozialdemokratischen Zeitung „Arbeitswille“.

Schacherl war ab 1903 Gemeinderat in Graz und ab 1904 Abgeordneter zum Steiermärkischen Landtag. Zudem gehörte er zwischen 1997 und 1900 sowie von 1905 bis 1918 dem Reichsrat an. Er war führendes Mitglied des Arbeiterabstinentenbundes gehörte während des Ersten Weltkrieges dem Antikriegsflügel der sozialdemokratischen Partei an. Schacherl war nach dem Ersten Weltkrieg vom 21. Oktober 1918 bis zum 16. Februar 1919 als Mitglied der Provisorischen Nationalversammlung an und war danach vom 4. März 1919 bis zum 22. April 1920 Mitglied der Konstituierenden Nationalversammlung. Zudem war Schacherl vom 6. November 1918 bis zum 11. März 1919 Landesrat in der Landesregierung Kaan. Schacherl legte 1920 seine politischen Mandate nieder und war praktizierte in der Folge als Arzt in Sankt Radegund bei Graz. Zudem war er von 1921 bis 1934 Chefredakteur der Wiener Arbeiter-Zeitung. Schacherl war wegen politischer Delikte mehrfach vorbestraft.

Schacherls Sohn war der Architekt Franz Schacherl.

Literatur

Weblinks