Michaelskirche (Salzburg)

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Die heutige römisch-katholische Michaelskirche, eine Filialkirche zu Ehren des Erzengels Michael, gehört zum Stift Sankt Peter und ist die älteste bis heute bestehende Kirche der Stadt Salzburg. Sie liegt zwischen dem Waagplatz und dem Residenzplatz in der Salzburger Altstadt. Im Osten der Kirche schließt direkt das Café Demel (früher Café Glockenspiel) an.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Michaelskirche diente zuerst den Agilolfingern als Pfalzkapelle. Seit etwa 780 bis 1123 (nach anderer Lesart bis 1139) die Pfarrkirche der Stadt Salzburg, bis danach die Franziskanerkirche diese Aufgabe übernahm. In der heute vollständig verbauten Nordseite sind bis heute fünf römische Reliefs eingebaut, ein weiteres Relief mit Dionysos und Ariadne und zwei Sarkophag-Bruchstücke befinden sich heute im Salzburg Museum.

Die Ursprünge der Kirche reichen in die Zeit der Karolinger zurück. Sie wurde neben der bayrischen Pfalz, dem herzoglichen Verwaltungssitz der Agilolfinger und dem ältesten Gerichtssitz der Stadt, der Schranne genannt war, errichtet. Bis ins 12. Jahrhundert war die Michaelskirche zugleich kaiserliche Pfalzkapelle und Pfarrkirche der Bürgerschaft. So besaß sie folgerichtig zwei Zugänge und zwei voneinander vollständig getrennte Stockwerke. Der obere Stock war für den Kaiser und sein Gefolge bestimmt und besaß seinen direkten Zugang von der angrenzenden Kaiser-Pfalz. (Der letzte Rest dieser Pfalz ist der Romanische Saal, Waagplatz 4, aus dem 12. Jahrhundert). Das untere Stockwerk mit seinem Eingang vom Marktplatz aus war für die Bürger der Stadt bestimmt. Nach Verlegung des alten Marktplatzes und später des Gerichtssitzes lag das Kirchlein im späteren Mittelalter nicht mehr im Mittelpunkt des Bürgerlebens. Die Kirche wurde in der Folge mehrmals umgebaut. Zuletzt geschah dies 1767- 1778 im Auftrag von Abt Beda Seeauer, wobei sie dem Zeitgeschmack entsprechend wieder neu ausgestaltet wurde. Damals (1770) entstanden auch die Rockokostuckaturen der Gewölbe und der Fenstereinfassungen, die von Benedikt Zöpf geschaffen wurden. Die Fresken in den stuckgerahmten Bildfenstern stammen von Franz Xaver König. Sie stellen die Krönung Mariens, den Erzengel Michael und einen Engelchor, den Namen Gottes verehrend dar. Das zierliche große Lunettengitter der Kirche wurde 1771 von Philipp Hinterseer geschaffen.

Die Altäre

Der heutige Marmorhochaltar stammt aus der Mitte des 17. Jahrhunderts und wurde 1770 von Johann Högler verändert. Das Altarblatt das um 1650 entstand zeigt den Sturz des Erzengels Michael. Das Oberbild mit dem heiligen Benedikt wurde 1770 hinzugefügt.

Die Seitenaltäre wurden ebenfalls von Johann Högler um 1770 gestaltet, wobei die Altarbilder jeweils von Franz Xaver König stammen. Das linke Seitenaltarbild zeigt die Verkündigung durch den Erzengel Gabriel verbunden mit dem Oberbild, den heiligen Petrus. Im rechten Bild des Seitenaltars ist der Erzengel Raffael mit Tobias verbunden mit dem Oberbild, dem heiligen Paulus zu sehen.

Die Krippe von St. Michael

In der Kirche von St. Michael ist während hoher kirchlicher Festtage ein Kleinkunstwerk zu bewundern: hinter einer Glaswand eine große Kastenkrippe. In ihr werden dem Jahreskreis entsprechend biblische Szenen gezeigt: Verkündigung des Engels, Herbergssuche, Jesu Geburt, Anbetung der Könige, Flucht nach Ägypten, letztes Abendmahl, Kreuzigung, Tod und Auferstehung Jesu können betrachtet werden. Diese Krippe entspringt dem Geist des Barock und seiner vielfältigen Traditionen. Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts gibt es erste solche Krippen in Salzburg. Die konkreten Krippenfiguren dieser Kirche wurden aber erst 1950 vom Klosterpförtner Bruder Pius Hochreiter und vom Salzburger Krippenkünstler Josef Klampfer in Erinnerung an frühere Bräuche geschaffen.

Literatur und Quellen

  • Lieselotte von Eltz-Hoffmann: Die Kirchen Salzburgs. Verlag Anton Pustet, Salzburg 1993, ISBN 3-7025-0308-0
  • Lieselotte von Eltz-Hoffmann: Die Krippe der Michaelskirche - Zeugnis Salzburger Kunst und Frömmigkeit, in: Bastei, Zeitschrift für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft, 54. Jahrgang, 4. Folge, Salzburg 2005, S. 19–22
  • Bernd Euler, Ronald Gobiet, Horst Huber: Dehio Salzburg - Stadt und Land. Verlag Anton Schroll & Co., Wien 1986, ISBN 3-7031-0599-2

Weblinks

 Commons: Michaelskirche (Salzburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

47.79888888888913.046944444444Koordinaten: 47° 47′ 56″ N, 13° 2′ 49″ O