Michelberg (Haselbach)

Michelberg
Michelberg, Bergkuppe mit Kapelle

Michelberg, Bergkuppe mit Kapelle

Höhe 409 m ü. A.
Lage Niederösterreich
Geographische Lage 48° 25′ 48″ N, 16° 17′ 20″ O48.4316.288888888889409Koordinaten: 48° 25′ 48″ N, 16° 17′ 20″ O
Michelberg (Haselbach) (Niederösterreich)
Michelberg (Haselbach)
Gestein Waschbergzone (Kalkstein)
Besonderheiten Auf der Bergkuppe befindet sich eine Kapelle

Der Michelberg ist ein Berg in Niederösterreich im Bezirk Korneuburg nahe der Ortschaft Haselbach (Gemeinde Niederhollabrunn). Mit einer Höhe von 409 m ü. A. ist er die höchste Erhebung des Rohrwalds und ein beliebter Aussichtspunkt im Gebiet Korneuburg und Stockerau.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Der Michelberg gehört geologisch zur Waschbergzone. Alte und neue Steinbrüche zeigen Kalkgestein, in dem sich Überreste von sog. prähistorischen Münztieren finden, weshalb dieser Kalk auch Nummulitenkalk genannt wird.

Die Höhen Michelberg und Waschberg tragen kleinere Waldbestände, den Großteil bedeckt eine Grasdecke. An den Hängen erstrecken sich Weingärten und Felder.

Bei guter Sicht überblickt man den Alpenbogen vom Schneeberg bis zum Traunstein und sieht weit ins Tullnerfeld, ins Weinviertel sowie ins Donautal nach Wien. Auf einem großen Stein befindet sich eine Panoramascheibe, welche die Orientierung erleichtert.

Ein Stück unterhalb des Gipfels mit seiner Kapelle befindet sich eine Jausenstation (Gasthaus).

Geschichte

Kapelle am Michelberg

Der Michelberg hat auch eine lange Vergangenheit als Kultstätte. Bereits aus dem 9. Jahrhundert ist die Michaelskirche nachgewiesen, welche lange Zeit ein beliebtes Wallfahrtsziel war. 1745 wurde sie umgebaut und durch eine Michaelskapelle erweitert. Bei den Josephinischen Reformen 1783 wurde die Kirche abgebrochen und mit ihrem Material durch die Klosterneuburger Chorherren in Haselbach eine neue Kirche gebaut sowie mit der Einrichtung der ehemaligen Bergkirche ausgestattet. Die heutige Kapelle stammt aus dem Jahre 1867 und wurde von der Gemeinde Haselbach errichtet.

Schon in der Steinzeit wurde die exponierte Lage und die baumfreie Kuppe als Beobachtungsstation genützt. Im Zweiten Weltkrieg war auf dem Michelberg eine Funkmessstation errichtet und das Gebiet herum zum militärischen Sperrgebiet erklärt.

Der Michelberg liegt am seit 2010 beschilderten Jakobsweg Weinviertel.

Archäologische Funde

Im Jahr 2010 wurden bei Grabungen Reste einer Kirche sowie etwa 100 Gräber freigelegt. Auch im Folgejahr wurden nochmals 50 Gräber gefunden, sodass man annimmt, dass es sich um einen frühen Friedhof handelt.[1]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Archäologen fanden Kirche am Michelsberg auf ORF vom 31. Juli 2011 abgerufen am 31. Juli 2011

Weblinks

 Commons: Michelberg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien