Miller-von-Aichholz-Schlössel

Miller-von-Aichholz-Schlössel

Das Miller-von-Aichholz-Schlössel, auch Europahaus Wien genannt, in der Linzerstraße 429 war ursprünglich ein barockes Jagdschloss in Hütteldorf und gehört heute zum 14. Wiener Gemeindebezirks Penzing.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Schloss ließ Johann Georg Freiherr von Grechtler, ein Armeelieferant der Kaiserin Maria Theresia, um das Jahr 1750 erbauen. Nach dem Tod Grechtlers kam das Schloss in den Besitz der Familie Liechtenstein und anschließend in den der Grafen Paul und Nikolaus Esterházy, die das Schloss als Sommersitz nutzten.[1] Im Jahre 1894 kaufte Heinrich von Miller zu Aichholz die Schlossanlage, die Familie musste es aber aufgrund der Weltwirtschaftskrise wieder verkaufen. In der Zeit des Nationalsozialismus war das Schloss eine Erholungsstätte für Beamte der deutschen Polizei. Nach dem Krieg waren der Stab und das Generalsekretariat des französischen Hochkommissars im Schloss untergebracht. 1955 wurde das Schloss von der Österreichischen Jungarbeiterbewegung (ÖJAB) besetzt und steht seit 1962 als „Europahaus Wien“ in Verwendung.

Baubeschreibung

Der zweigeschoßige langgestreckte Bau trägt ein hohes Walmdach mit Gaupen. Die Gartenfront weist seichte Mittelrisalite und einen überhöhten, leicht vorspringenden Mitteltrakt mit dreiachsiger Gliederung auf; vorgelagert ist eine Freitreppe mit kräftigen Kantpfeilern.

Im Erdgeschoß liegen ehemalige Speise- und Küchenräume, z.T. mit Kreuzgratgewölben. Die im Obergeschoß gelegenen Säle haben überwiegend Spiegeldecken und zarte Stuckrahmenfelder. Zur Gartenseite hin sind die Prunkräume (großer Saal, Napoleonsaal, Prinz-Eugen-Saal und Maria-Theresien-Zimmer) angeordnet, in denen originale Kachelöfen mit Rocailledekor stehen. In den Räumen befindet sich eine Bildersammlung, die vor allem aus Kopien alter Meister besteht und u.a. ein Porträt des Prinzen Eugen von Hyacinthe Rigaud enthält.

Westlich im Park steht sich ein eingeschoßiges Wirtschaftsgebäude. An der Umfriedungsmauer liegt ein Gewächshaus (das letzte in Wien erhaltene barocke Sonnenfanghaus) aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Es befindet sich noch weitgehend im Originalzustand, lediglich die Verglasung der Längsfront ist durch eine Bretterwand ersetzt.

Einzelnachweise

  1. Antal Esterházy: Miller-Aichholz Schlössel

Weblinks

 Commons: Miller-von-Aichholz-Schlössel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

48.20366666666716.253194444444Koordinaten: 48° 12′ 13″ N, 16° 15′ 11″ O