Mizzi Kaspar

Mizzi Kaspar

Mizzi Kaspar (eigentlich Maria Kaspar, * 28. September 1864 in Graz; † 29. Jänner 1907 in Wien) war die langjährige Geliebte des österreich-ungarischen Kronprinzen Rudolf.

Leben

Mizzi Kaspar trug die Berufsbezeichnung „Hausbesitzerin“, war aber eher eine Art „Edelhure“, in Wien damals „Soubrette“ genannt. Rudolf hatte zwar andere Affären, aber bis zu seinem Suizid ein enges Verhältnis zu Mizzi. 1887 kaufte er ihr ein dreistöckiges Stadthaus in der Heumühlgasse 10 um 60.000 Gulden. Auch Bargeld und Schmuck im Wert von insgesamt 130.000 Gulden ließ er ihr zukommen.[1]

Rudolf wurde vor seinem Suizid immer lebensüberdrüssiger und verzweifelter. Er wollte sich zusammen mit Mizzi umbringen, doch sie wollte nicht mit ihm sterben. Mizzi informierte die Polizei über Rudolfs Suizidpläne, was aber ignoriert wurde.

Rudolf und Mizzi verbrachten ihre letzte Nacht am 27./28. Jänner 1889 bei ihr. Am Tag darauf brach Rudolf nach Mayerling zu einer geplanten Jagd auf. Am Morgen des 30. Jänner wurde Rudolfs Leiche im Jagdschloss Mayerling entdeckt. Mit ihm starb die junge Baroness Mary Vetsera.

Rudolf vermachte Mizzi in seinem Testament 30.000 Gulden. Die (zum Zeitpunkt von Mayerling) Vierundzwanzigjährige gab niemals ein Interview und lebte vollkommen zurückgezogen. Am 7. November 1889 erhielt sie das Wiener Bürgerrecht und gab als Beschäftigung „Hauseigentümerin“ an. 1891 verkaufte sie das schöne Haus in der Heumühlgasse 10 und zog in die Paniglgasse 19 im vierten Bezirk. Mizzi Kaspar starb am 29. Januar 1907 laut Totenschauprotokoll an Rückenmarksverhärtung. In Wahrheit starb sie an Syphilis, die sie vermutlich von Rudolf bekam.[1] Sie hinterließ keine Tagebücher, keine Briefe und keine Memoiren.

Weblinks

 Commons: Mizzi Kaspar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Philipp Vandenberg: Die Frühstücksfrau des Kaisers. Vom Schicksal der Geliebten. Bastei-Lübbe, Bergisch Gladbach 2007, ISBN 3-404-64221-X, S. 67f.