Moderntimes Kammerorchester für Alte und Neue Musik

moderntimes_1800 ist ein 2003 von Ilia Korol und Julia Moretti gegründetes österreichisches Kammerorchester. Es tritt als historisches oder modernes Kammerorchester auf, aber auch in kleineren Besetzungen bis zum Quartett. In seinen Programmen interessiert sich das Ensemble vor allem für thematische rote Fäden, für Kontraste verschiedener Epochen, aber auch für die gegenläufigen kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklungen innerhalb einer Epoche. Daher ergeben sich als Konsequenz Verflechtungen mit Literatur und verschiedenen dramatischen Formen bis hin zur Oper

Seit seiner Gründung war moderntimes_1800 unter anderem bei der Eröffnung der Wiener Festwochen 2004, bei den RuhrTriennalen 2005 und 2006 sowie in verschiedenen deutschen und österreichischen Konzertsälen zu Gast. Bei den Salzburger Festspielen 2006 bestritt das Orchester zusammen mit Michael Schade, Patricia Petibon, Juliane Banse, Tobias Moretti und Sylvie Rohrer die umjubelte Produktion "Der Liederabend". [1]

Inhaltsverzeichnis

Musikstil

Jeder Komponist schrieb und schreibt für die Instrumente seiner Zeit – insofern war jede Musik zu ihrer Zeit „moderne“ Musik. Die Jahreszahl 1800 im Orchesternamen verweist auf eine der bewegtesten Epochen der europäischen Geschichte, in der sich Gesellschaft, Politik und Kultur grundlegend verändern und die Weichen für die europäische Moderne stellen. Der Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert markiert die Schwelle eines Epochensturzes, mit Umbruch und Neuorientierung in den unterschiedlichsten Bereichen.

moderntimes_1800 bedient sich des Instrumentariums und der Spielweisen der jeweiligen Entstehungszeit eines Werkes, in der Überzeugung, dass die Musiksprache einer Epoche mit ihren eigenen Klangmitteln am lebendigsten zum Ausdruck gebracht werden kann.

Die Gründer und die künstlerischen Leiter des Orchesters

Der Violinkünstler Ilia Korol stammt aus Kiew, studierte an der Musikhochschule Moskau Violine bei Abraham Stern und Marina Iashvili. Er lebt seit 1997 in Österreich. 2001 erhielt er die österreichische Staatsbürgerschaft. Er spielt bei Musica Antiqua Köln, ist Konzertmeister des Bach-Ensembles von Joshua Rifkin und des spanischen Barockorchesters RCOC und außerdem Mitglied des Ensembles Ars Antiqua Austria und des Clemencic Consorts..

Die Oboistin Julia Moretti, die Ehefrau von Tobias Moretti, studierte moderne Oboe in Innsbruck und Barockoboe in Straßburg (bei Katharina Arfken) und Mailand (bei Paolo Grazzi). Sie war zehn Jahre lang Mitglied des Symphonieorchesters Vorarlberg und spielte mit renommierten Barockensembles, wie etwa Il Giardino Armonico, dem Ensemble Zefiro und dem Freiburger Barockorchester, u.a. im Wiener Musikverein, im Wiener Konzerthaus, im Teatro San Carlo Napoli, bei den Schwetzinger Festspielen, beim Barockfest Münster und bei den Bregenzer Festspielen.

Der Seelen wunderliches Bergwerk

Für die RuhrTriennale 2005 in Duisburg (Gebläsehalle) konzipierte moderntimes den Konzertabend Der Seelen wunderliches Bergwerk, eine musikalisch-literarische Zeitreise ins 19. Jahrhundert, als dessen Leitmotiv die Kalendergeschichte von Johann Peter Hebel (1760–1826) Unverhofftes Wiedersehen, dient. Am Konzertabend spielten 25 Musiker und ein Schauspieler. Das Thema ist ein Bergwerkunglück im schwedischen Falun im frühen 19. Jahrhundert, bzw. die gesellschaftlichen Wandlungen dieser Zeit. Der szenische Konzertabend wurde im Jänner 2007 auch am Theater an der Wien aufgeführt.

Weblinks