Montenuovo

Die Fürsten von Montenuovo waren seit 1864 eine Familie des Hochadels der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn, eine Seitenlinie der fränkisch-schwäbischen Grafen von Neipperg und erloschen im Jahr 1951 im Mannesstamm.

Inhaltsverzeichnis

Überblick zur Geschichte derer von Montenuovo

Beginnend mit Eberhard Friedrich von Neipperg standen mehrere Generationen der Familie von Neipperg (Adelsgeschlecht) im Dienst des Kaiserhauses Habsburg-Lothringen, nachdem dieser, wie erforderlich, zum Katholizismus übergetreten war. Die Neipperg erreichten hohe Ämter in der Verwaltung des Kaiserhauses der Habsburger und Eberhard Friedrichs Sohn Wilhelm Reinhard von Neipperg (1684–1774) wurde 1726 in den Reichsgrafenstand erhoben.

Wilhelm Albrecht und Albertine, Kinder von Adam Albert von Neipperg und Marie-Louise von Österreich

Obwohl sich die Bedeutung der Neipperg in den angestammten Gebieten in Südwestdeutschland durch die politischen Veränderungen des frühen 19. Jahrhunderts verringerte, erhöhte sich die soziale Stellung der Nachkommen der Seitenlinie im Dienst der Habsburgermonarchie, als Adam Albert von Neipperg (1775–1829) die Interessen von Marie-Louise von Österreich, der Tochter von Kaiser Franz II. und getrennt lebende Ehefrau des französischen Kaiser Napoleon I. Bonaparte, als Inhaberin des Großherzogtums Parma auf dem Wiener Kongress 1815 vertrat und ihr Liebhaber wurde. Nach dem Tode seiner Ehefrau und dem des Kaisers der Franzosen Napoleon I. Bonaparte am 5. Mai 1821 ging Neipperg im Jahre 1821 eine morganatische Ehe mit Marie-Louise von Habsburg-Parma ein. Die Kinder aus dieser Verbindung waren Wilhelm Albrecht von Montenuovo (* 1819 oder 1821, † 1895), Albertine von Montenuovo (1817–1867) und eine weitere Tochter (* 1818), deren Name nicht überliefert ist. Deren Cousin (Erzherzogin Marie Louise war die Schwester von Erzherzog Franz Karl), der österreichische Kaiser Franz Joseph I. erhob die Kinder des Graf Wilhelm Albrecht von Neipperg mit seiner Tante Marie-Louise im Jahre 1864 in den österreichischen Fürstenstand mit dem Namen Montenuovo, einer italienischen Übersetzung von Neuberg oder Neipperg. Wilhelm Albrecht Fürst von Montenuovo war General in der kaiserlich-österreichischen Armee und mit einer Angehörigen des ungarischen Fürstenhauses Batthyany verehelicht. Durch diese Eheschließung kamen Schloss und Park in Margarethen am Moos, westlich Bruck an der Leitha in Niederösterreich an die Montenuovo. Sein Sohn Alfred von Montenuovo (1854–1927) war 1909 bis 1917 Obersthofmeister in der Wiener Hofburg; aus dessen Ehe mit Gräfin Franziska Kinsky stammen vier Kinder.

Als eines der sechzehn Fürstenhäuser des österreichischen Adels, welches der Mediatisierung nicht unterworfen war, hatten die Fürsten von Montenuovo einen erblichen Sitz im Herrenhaus, dem Oberhaus des österreichischen Reichsrates. Der Mannesstamm der Montenuovo erlosch im Jahr 1951.

Zwischen den österreich-ungarischen Montenuovo, dem Hauptsstamm der fränkisch-schwäbischen Grafen von Neipperg und den Habsburger besteht erneut eine Verbindung. Der gegenwärtige Chef des Hauses, Karl-Eugen von Neipperg (* 1951), ist mit Andrea von Habsburg, einer Tochter des letzten Kronprinzen Otto von Habsburgs verheiratet.

In Wien hatten die Montenuovo mindestens zwei Residenzen. Das Palais Montenuovo in der Löwelstraße 6 im I. Bezirk, welches Mitte des 19. Jahrhunderts von Julie von Montenuovo gekauft und anschließend umgebaut wurde und das Palais Montenuovo in der Strauchgasse 1-3, dessen Ausgestaltung 1864 für Wilhelm Albrecht von Montenuovo in Auftrag gegeben wurde. In Bóly (Deutsch-Bohl) im Süden Ungarns hatten die Montenuovo Grundbesitz und eine Familiengruft.

Wappen

Am 20. Juli 1864 wurde Graf Montenuovo in den Fürstenstand erhoben. Es wurde ihm gestattet, sein bisheriges Wappen mit dem der Mutter und verstorbenen Kaiserin Marie Louise sowie dem der Grafen von Neipperg zu erweitern.[1]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. http://books.google.de/books?id=hY8Tkbco0hoC&pg=PA72&lpg=PA72&dq=montenuovo+wappen&source=bl&ots=R08nZkodcO&sig=c1sHAByuE0LdlWT4EZRXQR3DZQo&hl=en&sa=X&ei=JpctT6OWCZSLhQeioKHNCg&redir_esc=y#v=onepage&q=montenuovo%20wappen&f=false

Literatur

  • Genealogisches Handbuch der fürstlichen Häuser III, 1955; und ebenda XI, 1980, Stammfolge der Montenuovo des Stammes Neipperg; C.A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn
  • Gerhard Stenzel: Von Schloß zu Schloß in Österreich. Mit Luftbildaufnahmen von Lothar Beckel. Verlag Kremayr & Scheriau, Wien, 1976, ISBN 3 218 00288 5, Margarethen am Moos Seite 197