Moosach (Salzach)

Die Moosach ist ein etwa 14 km langer, orographisch rechter Nebenfluss der Salzach in Österreich, der im Ibmermoos-Becken entspringt und bei Riedersbach in die Salzach mündet.

Inhaltsverzeichnis

Verlauf

Die Moosach nahe der Ortschaft Ölling (Gemeinde Sankt Georgen bei Salzburg)

Südwestlich der Ortschaft Hackenbuch (Gemeinde Moosdorf), an der Grenze zwischen den Bundesländern Salzburg und Oberösterreich, bündeln sich die drei Quellen der Moosach: der Franzenskanal, der Holzöstersee-Bach und der Hauptkanal (ca. 424 m ü. A.).

Auf ihrem Weg nach Südwesten gräbt sich die Moosach immer tiefer in das sie umgebende Moränenland ein. Sie fließt südlich der Innviertler Ortschaften Steinwag, Loidersdorf, Laubenbach, St. Pantaleon, Reith, Mühlach und Kirchberg dem Salzachtal entgegen und bildet für etwa 10 km die Grenze zwischen den beiden Bundesländern. Bei der Ortschaft Au in der Gemeinde Sankt Georgen bei Salzburg erreicht sie die Niederung der Salzach, biegt nach Nordwesten ab und schlängelt sich die restlichen 4 km durch die Salzachau, um schlussendlich nahe Riedersbach (ca. 383 m ü. A.) an den Koordinaten 48° 1′ 13″ N, 12° 50′ 47″ O48.02018212.846417 in die Salzach zu münden.

Nebengewässer

Gespeist wird die Moosach durch mehrere kleinere Bäche. Das größte Nebengewässer ist der rund 18 km lange Pladenbach, der im Gemeindegebiet von Dorfbeuern entspringt und in der Salzachau nahe der Ortschaft Kirchberg in die Moosach mündet.

Regulierung und Folgen

Die Moosach unterlag in den letzten Jahrhunderten einem starken Wandel. Durch Entwässerungsprojekte im Ibmermoos-Becken sind natürliche Zuflüsse durch Kanäle ersetzt worden. Der Hackenbucher See, der Wasser für die Moosach lieferte, ist dabei verschwunden. Die Flussstrecke bis zur Salzachniederung wurde in mehreren Wellen der Flussregulierung unterworfen, sodass die Moosach auf dieser Strecke weitgehend ihren natürlichen Charakter verloren hat. Ironischerweise liegt der natürlichste Teil der Moosach in den Salzachauen, die aber ihrerseits in diesem Bereich erst durch die Salzachregulierung entstanden sind.

Wirtschaftliche Nutzung

Die Wasserkraftnutzung an der Moosach hatte eine lange Tradition. Zwischen der Ortschaft St. Pantaleon und dem Salzachtal gab es vier Standorte für eine solche Nutzung des Gewässers (Mühlen, Sägewerke, später ein Elektrizitätswerk). Sie wurden allerdings im 20. Jh. großteils aufgegeben bzw. auf Strombetrieb aus dem Leitungsnetz umgestellt.

Brücke der Erinnerung

In der Gemeinde Sankt Pantaleon befindet sich eine Erinnerungsstätte an das während der Zeit des Nationalsozialismus betriebene Arbeitserziehungs- und Zigeuneranhaltelager St. Pantaleon-Weyer. Im Zuge der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit erklärten die Bürgermeister von Sankt Georgen und Sankt Pantaleon im Jahr 2009 auf Anregung von Andreas Maislinger die neben dem Mahnmal befindliche Brücke über die Moosach zur „Brücke der Erinnerung“.

Weblinks

 Commons: Moosach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien