Morzger Hügel

Morzger Hügel, Goiser Hügel, Golser Bichl
Morzger Hügel: - Ansicht von Hellbrunn aus, dazwischen das Schloss Montfort (Salzburg)

Morzger Hügel: - Ansicht von Hellbrunn aus, dazwischen das Schloss Montfort (Salzburg)

Höhe 470 m ü. A.
Lage Salzburg, Österreich
Geographische Lage 47° 45′ 58″ N, 13° 3′ 17″ O47.76618772980813.054729700089470Koordinaten: 47° 45′ 58″ N, 13° 3′ 17″ O
Morzger Hügel (Land Salzburg)
Morzger Hügel
Gestein Konglomerat, Mergel und Mergelkalke
Alter des Gesteins Oberkreide

Der Morzger Hügel gehört zu den kleinen Salzburger Stadtbergen. Er grenzt südlich an den Ortsteil Morzg von Salzburg an und besteht aus zwei ungefähr gleich hohen Hügeln (Vorderer Morzger Hügel, auch Sophienhöhe genannt, und Hinterer Morzger Hügel, auch Dossen genannt), die sich über ca.750 m erstrecken. Westlich wird er von Eichetwald begrenzt, im Osten von Hellbrunn. Im Süden liegt das Schloss Montfort (Salzburg). Beide Hügel werden durch eine Einkerbung, in welcher ein Weg von Morzg nach Hellbrunn verläuft, geteilt. Zwischen den beiden Hügeln liegen auch mehrere Teiche unterschiedlicher Größe (der größte ist 1.500m² groß, weitere sind etwa 150 bzw. 100 m², während der Kleinste nur 50 m² umfasst). Die Teiche wurden vermutlich um 1900 angelegt, weniger als Fischteiche, vielmehr als Eisteiche für ein nahe gelegenes Gasthaus.

Geschichtliches

1913 fand der Gastwirt und Heimatforscher Leo Brandauer am nördlichen Unterhang des vorderen Berges zahlreiche Tonscherben. Es wurden hier acht Kubikmeter Scherben und Knochenasche ausgegraben, die Überreste eines frühen bronzezeitlichen Brandopferplatzes waren. Ein gefundenes Hornsteinmesser ist vermutlich als Schlachtwerkzeug verwendet worden. Die zahlreichen verbrannten Tierknochen und die Vielanzahl an Gefäßscherben lassen auf einen lange benutzten Opferplatz schließen.

Morzger Hügel mit Schloss Montfort

Unweit des Hügels fand man bei Grabungen im Raum Morzg Urnenfelder. Dieses ist das einzige bisher aufgedeckte Gräberfeld der Urnenfelderkultur in Salzburg, es befand sich am Nordrand dieser Siedlung. Auch der an der Südseite eines Langhauses eingemauerte römische Grabaltar (2./3. Jahrhundert n. Chr.) sowie die im Jahr 2000 neben dem Friedhof ergrabene Badeanlage einer römischen Villa weisen auf eine durchgehende Besiedlung hin.

Bunkereingang am Morzger Hügel

Im Morzger Hügel befindet sich auch die Bunkeranlage Morzg (Stollensystem Montfort Ost), diese ist seit ca. 20 Jahren in Privatbesitz. Sie stammt aus dem Zweiten Weltkrieg und wurde als Luftschutzstollen errichtet. Nach dem Krieg wurde sie vom Österreichischen Bundesheer weiter ausgebaut, wird aber mittlerweile nicht mehr benötigt. Auch hier wurde versucht, die stillgelegte Anlage für Parties zu nutzen; nach zwei Versuchen (2003) wurden allerdings weitere Veranstaltungen nicht mehr gestattet, u.a. wegen unzureichender Fluchtmöglicheiten.

Literatur

  • Reinhard Medicus: Die beiden Morzger Hügel, Teil 1. Die beiden Morzger Hügel, Teil 2. Bastei, Zeitschrift des Salzburger Stadtvereines, Folge 3 aus 2009 und Folge 1 aus 2010, Salzburg 2009 und 2010. Die Morzger Hügel
  • Gerhard L. Fasching: Luftschutzstollen 1943-1945 Altstadt Salzburg. Salzburg, Pangeo: 2012. Luftschutzstollen in Salzburg
  • R. Oberhauser: Morzger Hügel Geologie des Morzger Hügels
  • Jaro Podhorsky: Goiserbichl – Dossen – Eichet und Hellbrunnerberg, eine waldfloristische und Vegetationsstudie. Vegetation des Morzger Hügels

Weblinks