Moschendorf (Burgenland)

Moschendorf
Wappen von Moschendorf
Moschendorf (Burgenland) (Österreich)
Moschendorf (Burgenland)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Güssing
Kfz-Kennzeichen: GS
Fläche: 13,17 km²
Koordinaten: 47° 3′ N, 16° 29′ O47.05638888888916.477777777778Koordinaten: 47° 3′ 23″ N, 16° 28′ 40″ O
Einwohner: 407 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 30,9 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7540
Vorwahl: 03324
Gemeindekennziffer: 1 04 28
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Moschendorf 95
7540 Moschendorf
Politik
Bürgermeister: Werner Laky (ÖVP)
Gemeinderat: (2007)
(11 Mitglieder)
7
4
Von 11 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Moschendorf im Bezirk Güssing
Bildein Bocksdorf Burgauberg-Neudauberg Eberau Gerersdorf-Sulz Großmürbisch Güssing Güttenbach Hackerberg Heiligenbrunn Heugraben Inzenhof Kleinmürbisch Kukmirn Moschendorf Neuberg im Burgenland Neustift bei Güssing Olbendorf Ollersdorf im Burgenland Rauchwart Rohr im Burgenland Sankt Michael im Burgenland Stegersbach Stinatz Strem Tobaj Tschanigraben Wörterberg BurgenlandLage der Gemeinde Moschendorf (Burgenland) im Bezirk Güssing (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Moschendorf ist eine Gemeinde im Bezirk Güssing im Burgenland in Österreich. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Nagysároslak.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Gemeinde liegt im unteren Pinkatal im Südburgenland, direkt an der Staatsgrenze Österreich/Ungarn. Moschendorf ist der einzige Ort in der Gemeinde. Auf Grund der Grenzverhandlungen zwischen Österreich und Ungarn 1922/1923 wurde der nördliche Nachbarort an der Pinka, Postrum/Szentpéterfa, an Ungarn rückgegliedert. Da der südliche Nachbarort, Pinkamindszent, ebenfalls zu Ungarn gehört, grenzt das Gemeindegebiet im Norden, Osten und Süden an Ungarn, nur im Westen an das Inland.[1]

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte im 13. Jahrhundert. 1482 wurde der Ort Sároslak (sáros = Sumpf; lak = Wohnstätte) genannt, 1564 schien er als Németsároslak (német = deutsch) auf. Aus dem Jahr 1600 stammt der älteste vorhandene Beleg zum deutschen Namen Moschendorf (mos, mhdt. = Moos).

Verheerungen durch Kriege entstanden 1532 und 1605; 1636 und 1836 zerstörten Brände den Ort. 1713 wurden Kirche und Pfarrschule errichtet. 1773 entstand die heutige Pfarrkirche, der Ort hatte damals 764 Einwohner. 1882 wurde die Freiwillige Feuerwehr Moschendorf gegründet. Im Jahr 1900 wurden 1.215 Einwohner gezählt.

Der Ort gehörte wie das gesamte Deutsch-Westungarn bis 1921 zu Ungarn. Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Nagysároslak (nagy = groß) verwendet werden. Deutsch-Westungarn wurde nach dem Ersten Weltkrieg in den Verträgen der Siegermächte von St. Germain (mit Österreich) 1919 und Trianon (mit Ungarn) 1920 Österreich zugesprochen. Die Österreicher nannten es Burgenland und konnten es 1921 in Besitz nehmen (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

1930 bis 1938 wanderten auf Grund der Wirtschaftskrise viele Moschendorfer in die USA aus. Es leben mehr Moschendorfer in Amerika als hier heißt es in einer ausgehängten Dorfchronik. 1939 wurden nur mehr 715 Einwohner gezählt. Am Ende des Zweiten Weltkriegs war die Gegend um Moschendorf im Frühjahr 1945 zwei Wochen Kampfgebiet, als die Rote Armee, von Ungarn kommend, westwärts vordrang.

1970 wurde der Ort in die Großgemeinde Strem eingegliedert. 1980 wurden 450 Einwohner gezählt. 1996 wurde Moschendorf wieder selbstständige Gemeinde.[2]

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung


Politik

Gemeinderatswahl
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
63,12 %
(-5,53 %p)
36,88 %
(+5,53 %p)
2002

2007


Bürgermeister ist Werner Laky von der ÖVP. Amtsleiterin ist Klaudia Maria Jost.

Die Mandatsverteilung (11 Sitze) in der Gemeindevertretung ist SPÖ 4, ÖVP 7, FPÖ 0, Grüne 0 und andere Listen 0 Mandate.

Wappen

Blasonierung: "In dem von Grün und Gold gespaltenen Schild ein farbverwechseltes Haus; das Haus wird überhöht von einem grünen Rebstock mit zwei Trauben (vorne) und einem einwärts steigenden Ochsen (hinten)."

Pfarrkirche Moschendorf

Persönlichkeiten

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Weblinks

 Commons: Moschendorf, Burgenland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. http://de.wikipedia.org/wiki/Volksabstimmung_1921_im_Burgenland#Festlegung_der_Grenze_1922.2F23%7CFestlegung der Grenze 1922/1923
  2. Fast alle Daten des Abschnitts Geschichte aus der erwähnten Dorfchronik, Abb. in Hans-Jörg Vogler, Johann Scheibner: Eine kulinarische Entdeckungsreise durch das Burgenland, Umschau, Neustadt an der Weinstraße 2005, ISBN 3-86528-315-2, S. 162