Murgasse (Graz)

Die beiden Murtore und die Franziskanerkirche. Aquarell von Josef Kuwasseg (1835).

Die Murgasse ist ein Straßenzug zwischen Hauptplatz und der Erzherzog-Johann-Brücke (ehemalige Hauptbrücke) im ersten Grazer Stadtbezirk Innere Stadt. Die Mur, der Hauptfluss der Steiermark, ist für die Gasse namensgebend, von der die Paradeisgasse, die Badgasse und die Nürnbergergasse abzweigen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der erhaltene Straßenverlauf deckt sich mit dem der ehemaligen Römerstraße und der Strata hungarica. Sie ist eine Verlängerung der Sporgasse Richtung Westen. Die erste urkundliche Erwähnung ist mit 1487 datiert. Hauptsächlich ließen sich hier bürgerliche Handwerker und Kaufleute nieder. Die Murgasse ist bis in die Gegenwart eine Einkaufsstraße gebelieben.[1]

Bis 1837 verschlossen das äußere und innere Murtor die Gasse und 1848 wurde die Franz-Carl-Kettenbrücke (heute Erzherzog-Johann-Brücke) errichtet. 1876 verbreiterte man wegen der Pferdetramway den Eingang zum Hauptplatz.[2] Heute wird die Murgasse von den Straßenbahnen der Linien 1, 3, 6 und 7 befahren.

Äußeres und inneres Murtor

Die Brücke, die vor der Franz-Carl-Kettenbrücke bestand, war bis 1787 die einzige Verbindung über den Fluss nach Westen. Das ältere, innere Murtor 47.07109115.436187 stand auf Höhe des Hauses Murgasse 9. Im 15. Jahrhundert errichtete man eine Zwingeranlage und damit das jüngere, äußere Murtor 47.07101915.435905, ein einfaches, zweistöckiges Gebäude, das bei der heutigen Einmündung der Neutorgasse in die Murgasse seinen Standort hatte. 1471 kam es zur ersten urkundlichen Erwähnung der beiden Tore, die Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung waren. Am 23. April 1471 wurde der steierische Söldnerführer Andreas Baumkircher zwischen den Toren enthauptet.[3]

Die Straßenseiten von den Murtoren bis über die Brücke waren ab 1659 von Verkaufsständen gesäumt. Bei der Auflassung der Stadtbefestigung im Jahr 1784 verloren die Murtore ihre Bedeutung und wurden zum Verkehrshindernis. Während des Neubaus der Kettenbrücke brach man 1837 beide Tore ab.[3]

Literatur

  • Robert Engele: Nur eine Brücke führte über die Mur. Aus der Reihe Damals in Graz in der Steiermarkausgabe der Kleinen Zeitung vom 6. November 2011. S. 34-35.
  •  Karl A. Kubinzky, Astrid M. Wentner: Grazer Straßennamen. Herkunft und Bedeutung. Leykam, Graz 1996, ISBN 3-7011-7336-2, S. 281-282.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Kubintzky, Wentner: Grazer Straßennamen. S. 281f.
  2. Kubintzky, Wentner: Grazer Straßennamen. S. 282.
  3. a b Robert Engele: Nur eine Brücke führte über die Mur. Aus der Reihe Damals in Graz in der Steiermarkausgabe der Kleinen Zeitung vom 6. November 2011. S. 34.

47.07121215.436606Koordinaten: 47° 4′ 16″ N, 15° 26′ 12″ O