Museumsverein Bozen

Altes Logo des Museumsvereins Bozen mit dem Gebäude des Stadtmuseums im Zentrum
Ansicht des Bozner Stadtmuseums im Jahr 1905

Der Museumsverein Bozen ist einer der ältesten Vereine der Stadt Bozen. Er wurde 1882 von kunstinteressierten Bozner Bürgern gegründet. Um der drohenden Gefahr eines Ausverkaufs heimischer Kunstwerke in das Ausland zu begegnen, baute der Verein mit Hilfe von Spenden aus der Bozner Bürgerschaft eine umfangreiche Sammlung von kunsthistorischen, volkskundlichen und religiösen Kunstwerken auf, die vom Mittelalter bis in die Neuzeit reicht.[1]. Gründungsobmann war der katholische Priester, Kunsthistoriker und erste amtliche Denkmalpfleger Tirols Karl Atz.

Die Bestände des Museumsvereins – darunter auch die Sammlung Karl Wohlgemuths – wurden zuerst im Katholischen Gesellenhaus (heute Kolpinghaus Bozen) untergebracht und übersiedelten im Jahr 1905 in das neu errichtete Gebäude des Bozner Stadtmuseums.

Einer der Förderer des Vereins und des Museumsgedankens war Julius Perathoner, der letzte deutsche Bürgermeister Bozens.

Nach der Annexion Südtirols durch Italien und der Machtergreifung des Faschismus sollte aus dem Bozner Stadtmuseum ein „Museo dell’Alto Adige“ werden, das sämtliche kunsthistorisch wertvollen Objekte zu beherbergen hatte. Die Bestände anderer Museen Südtirols wurden rücksichtslos geplündert und dem Stadtmuseum einverleibt. Der Museumsverein, der auch in faschistischer Zeit einer der wenigen deutschen Vereine war, die nicht verboten oder aufgelöst wurden, konnte aber die sich im Eigentum des Vereins befindlichen Objekte schützen.

Im Jahr 2003 wurde das Museum wegen Umbauarbeiten geschlossen und erst 2011 wieder eröffnet.[2]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Kurzgeschichte des Museums und des Museumsvereins unter http://www.gemeinde.bozen.it/UploadDocs/10250_Der_Drache.pdf, gesehen am 28. Dezember 2012
  2. http://www.stol.it/Artikel/Kultur-im-Ueberblick/Kultur/Bozner-Stadtmuseum-meldet-sich-mit-Eselssturheit-zurueck, gesehen am 28. Dezember 2012