Muslimische Jugend Österreich

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Die Muslimische Jugend Österreich (MJÖ) ist die Jugendorganisation der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich und wurde im Jahr 1996 in Linz gegründet. Seit November 2011 wird die MJÖ von der Lehramtsstudentin Amira Al Khatib Al Tamimi geleitet (Vorgängerin (2007-2011): Tugba Seker).

Die MJÖ beschreibt sich als unabhängig und will eine „österreichisch-islamische Identität“ kreieren und „eine Gesellschaft ohne Diskriminierung jeder Art, freien Zugang zur Bildung und mehr Mitbestimmung für Jugendliche“. [1] Die MJÖ hat nach Angaben ihres Sprechers ca. 3000 zahlende Mitglieder [2], nach anderen Schätzungen etwa 4000 Mitglieder, 60 Prozent davon Frauen, [3] und ein Gründungsmitglied spricht von inzwischen 8000 Mitgliedern. [4] Sie ist eine deutschsprachige, muslimische, bundesweite Jugendorganisation in Österreich, in der Jugendliche mit sehr verschiedenen ethnischen und kulturellen Hintergründen tätig sind. Dadurch unterscheidet sich die MJÖ von den Jugendabteilungen anderer, ethnisch strukturierter Organisationen wie der Jugendföderation der türkischen Milli Görüş (JUWA). [5] Die MJÖ ist nicht mit der „Islamischen Jugend Österreich“ (IJÖ) [6] zu verwechseln. [7]

Seit dem Jahr 2005 sind die „Jungen Musliminnen Österreich“ (JMÖ) als Frauenorganisation organisatorisch eigenständig und unabhängig vertreten [8] und teils Teilnehmerinnen der Projekte „Fatima 2005“ und „Fatima 2007 - Qualifikationsoffensive für muslimische Mädchen“. [9] Als sogenannte „Partnerorganisation“ der MJÖ gibt es jedoch enge Zusammenarbeit. Eine weitere Partnerorganisation sind die MPÖ, die „Muslimischen PfadfinderInnen Österreich“ [10], die sich an die 8-14jährigen wendet. Seit 2006 ist die „Muslimische Jugend Österreich“ auch Mitglied der Österreichischen Bundesjugendvertretung (BJV). [11]

Die „Muslimische Jugend Österreich“ wird vom Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend unterstützt. [12]

Am 9. September 2006 fand die 10-Jahresfeier der MJÖ im Austria Center Vienna in Wien statt. Neben Reden des damaligen Nationalratspräsidenten Andreas Khol, vom Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) Anas Schakfeh und von Tariq Ramadan wurde musikalische Unterhaltung von Sami Yusuf und dem deutschen Rapper Ammar114 geboten. [13]

Am 11. September 2006 wurde vor einem Lokal der MJÖ in Wien-Rudolfsheim eine Bombenattrappe gefunden mit einem Zettel mit der Aufschrift „4. Juli 1926 – Weimar“, dem Gründungstag der Hitler-Jugend und ersten NSDAP Parteitag. [14] Der Täter, der mittels Rufdatenrückerfassung seiner SMS identifiziert werden konnte, war ein 29-jähriger Islamist, der die Haltung der MJÖ zu „lasch“ fand.

Einzelnachweise

  1. Selbstdarstellung auf der Webseite der Muslimischen Jugend Österreich
  2. Alexander Osman, Sprecher der Muslimischen Jugend im Interview: „Geht um Kids von der Straße“ Der Standard, 28. September 2007
  3. „Die Heimat der Eltern ist weit weg“ Marijana Miljkovic, der Standard vom 25./26. Oktober 2006
  4. Der Islam in Österreich Markus Müller ORF - Ö1 - 16. Mai 2007
  5. Webseite der Jugendföderation der türkischen Milli Görüş (JUWA)
  6. Webseite der Islamischen Jugend Österreich (IJÖ)
  7. „Muslimische Jugend warnt vor Verwechslung“ oe24, 18. September 2006, „Letzte Fragen … an Mahmoud Mohamed“ von Klaus Stimeder, Datum 10/06
  8. Webseite der „Jungen Musliminnen Österreich“ (JMÖ)
  9. „FATIMA 2005 - Eine Qualifikationsoffensive für muslimische Mädchen“, einjähriges Projekt des BM
  10. Webseite der „Muslimischen PfadfinderInnen Österreich“ (MPÖ)
  11. Vorstand der Österreichischen Bundesjugendvertretung (BJV oder ÖJV), die BJV wurde durch das Bundes-Jugendvertretungsgesetz (B-JVG) am 1. Jänner 2001 eingerichtet. Die Vorgängerorganisationen waren der 1953 gegründete „Österreichische Bundesjugendring“ (ÖBJR), der sich 2003 umwandelte in das „Österreichische Nationalkomitee für internationale Jugendarbeit“ (ÖNK), das sich zugunsten der BJV auflöste.
  12. finanzielle Unterstützung durch BM für Wirtschaft, Familie und Jugend, laut Antwort auf parlamentarische Anfrage Nr. 4333/J, 2006
  13. Webseite zur 10-Jahresfeier der MJÖ
  14. „Bombenattrappe: Teilbedingte Haft“, Wien ORF.at, 8. Februar 2007

Weblinks