Namlos

Namlos
Wappen von Namlos
Namlos (Österreich)
Namlos
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Reutte
Kfz-Kennzeichen: RE
Fläche: 28,76 km²
Koordinaten: 47° 21′ N, 10° 39′ O47.35638888888910.6577777777781264Koordinaten: 47° 21′ 23″ N, 10° 39′ 28″ O
Höhe: 1264 m ü. A.
Einwohner: 88 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 3,06 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6623
Vorwahl: 05674
Gemeindekennziffer: 7 08 23
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Namlos 24
6623 Namlos
Politik
Bürgermeister: Walter Zobl (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(9 Mitglieder)
9 Gemeindeliste
Lage der Gemeinde Namlos im Bezirk Reutte
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Über dieses Bild
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(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Namlos ist eine Gemeinde mit 88 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Bezirk Reutte, Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Reutte, Ortsteil ist Kelmen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Kleingemeinde liegt im Namloser Tal, einem Seitental des Lechtals auf 1263 m ü.A. Der Ort ist beidseitig vom Lechtal über Stanzach (10 km) und vom Zwischentoren (Tiroler Zugspitzarena) über Berwang (13 km) zu erreichen. Der Weiler Kelmen verbindet das Namloser Tal mit dem Rotlechtal. Das Namlosertal mündet bei Stanzach in das Lechtal.

Name

Der Ortsname „Namlos“ leitet sich vermutlich von dem damaligen Besiedler „Amel“ ab. Einige Zeit lang trug der Ort den Namen „Namles“, ehe er in das heutige „Namlos“ umbenannt wurde. Unwahrscheinlich hingegen ist die Theorie, der Name leite sich von der Bezeichnung „namenloses Dorf“ ab.

Geschichte

Der Ort wurde 1286 erstmals urkundlich erwähnt. Das Tal wurde von Imst aus besiedelt, und bis Ende des 13. Jh. gehörten die Almen zu Imst. Im Gegensatz zum übrigen Außerfern zogen früher die Männer aus Namlos im Winter in die Fremde. Die Toten wurden über das „Steinjöchl“ nach Dormitz gebracht.

Am 8. Oktober 1930 lag Namlos im Epizentrum eines Erdbebens, das als „Namloser Beben“ bekannt ist. 16 Erdstöße bis zur Stärke 7,5 der zwölfteiligen Mercalli-Cancani-Sieberg-Skala bzw. 5,3 der Richterskala erschütterten das Dorf. Von 47 Kaminen stürzten damals 31 ein. Der Ausgangspunkt des Bebens wird unter nahe gelegenen Knittelkarspitze vermutet.[1]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft

Der Ort ist seit einigen Jahren von der Abwanderung bedroht. Immer mehr Bewohner zieht es in den nächstgelegenen Ballungsraum des Bezirkshauptortes Reutte. Grund hierfür ist vor allem das weitaus größere Arbeitsangebot. Die Viehzucht nimmt bei weitem nicht mehr einen so hohen Stellenwert wie noch vor einigen Jahren ein, zählt das gesamte Braunvieh der Bauern in Namlos nur noch knapp 10 Stück. Der Tourismus ist die Haupteinnahmequelle der Bewohner (siehe unten).

Dennoch ist das kleine Bergdorf in einigen Hinsichten sehr aktiv tätig. Beispiele hierfür sind die eigenständige Freiwillige Feuerwehr, die Bergwacht, die Eigenjagd, die Agrargemeinschaft und die Musikkapelle Namlos. Auch eine eigene Volks- und Hauptschule ist hier anzutreffen.

Tourismus

Seit bereits vielen Jahren ist die Haupteinnahmequelle des Ortes der Tourismus. Es gibt zwei Gasthäuser in Namlos (Gasthof Kreuz und Gasthof Namloserhof) und ein Gasthaus im Ortsteil Kelmen (Gasthof Wetterspitze). Hinzu kommen noch kleinere Vermieter und Pensionen, deren Angebot sich auf Zimmer und Ferienwohnungen beschränkt.

Im Sommer finden Touristen vor allem wegen des großen Wanderangebotes nach Namlos. Beliebte Wanderziele sind die Namloser Wetterspitze, die Knittelkarspitze, die Engelspitze, die Anhalter Hütte, der Dreiensee und das nahegelegene Almdorf Fallerschein. Sportler, Biker, Tagesgäste, Familien und zahlreiche weitere Personengruppen schätzen den Aufenthalt im Namloser Tal. Die Namloser Straße (L21) ist eine allseits bekannte und beliebte Motorradstrecke.

Im Winter bietet vor allem das nahegelegene, ca. 13 km entfernte Berwanger Skigebiet touristische Angebote.

Nachbargemeinden

Berwang, Imst, Reutte, Stanzach, Tarrenz

Bilder

Weblinks

 Commons: Namlos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Werner Heißel: Zur Tektonik der Nordtiroler Kalkalpen, Mitteilungen der Geologischen Gesellschaft in Wien, 50. Band, 1957, Seite 104