Naturpark Mürzer Oberland

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Infopoint des Naturparks Mürzer Oberland am Preiner Gscheid

Der Naturpark Mürzer Oberland wurde als Naturpark am 26. Oktober 2003 gegründet und liegt im Nordosten der Steiermark am Oberlauf des Mürzflusses.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Das Naturparkareal liegt im Nordosten der Steiermark am Oberlauf des Mürzflusses und beinhaltet die vier Gemeinden Altenberg an der Rax, Kapellen, Neuberg an der Mürz und Mürzsteg. Der Naturpark erstreckt sich über eine Fläche von 226 km² und erreicht dabei Höhenlagen von 700 bis 2007 m.

Landschaft

Die Mürz führt durch eine von Wäldern, Wasserfällen und Felsformationen geprägte Landschaft. Großer Wasserreichtum und eine sehr gute Wasserqualität zeichnen das Naturparkgebiet aus. Die höchsten Erhebungen sind die Kalkgebirgsstöcke von Rax, Schneealpe und Hoher Veitsch.

Schutzgebiete

Neben dem Landschaftsschutzgebiet "Veitsch - Schneealpe - Raxalpe" befindet sich auch das Natur- und Ramsarschutzgebiet Naßköhr, der größte Moorkomplex der östlichen Kalkalpen, im Naturpark.

Flora und Fauna

Im Naturpark treten Mittelgebirgslandschaften, hauptsächlich Fichtenwälder (Picea abies) mit eingemischten Föhren- (Pinus sylvestris), Lärchen- (Larix decidua), Eschen- (Fraxinus excelsior) und Bergahornbeständen (Acer pseudoplatanus) auf. Vereinzelte Buchenwaldinseln (Fagus sylvatica) sind noch zu finden, jedoch durch menschliche Einflüsse weitgehend von der Fichte verdrängt. Mit zunehmender Seehöhe gewinnt die Lärche an Bedeutung. In den Schluchten findet man noch die für diesen Standort typischen Schluchtenwälder mit charakteristischen Arten, alten Baumbeständen (Bergahorn, Esche) und einem hohen Anteil von Moosen, Flechten und Farnen wie zum Beispiel dem Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium). Die Hochgebirgsbereiche werden geprägt von schroffen Kalkmassiven. Hier wächst eine für kalkreichen Untergrund typische Alpenflora mit Edelweiß (Leontopodium alpinum), Kohlröschen-Arten (Nigritella ssp), verschiedenen seltenen Enzian-Arten (Gentiana ssp.) und dem Frauenschuh (Cypripedium calceolus). In den Mooren auf der Hinteralm findet man vor allem verschiedene Torfmoos-Arten (Sphagnum sp.), den Rundblättrigen Sonnentau (Drosera rotundifolia) und das Scheiden-Wollgras (Eriophorum vaginatum), um nur die wichtigsten der zahlreichen feuchteliebenden Arten zu nennen, die hier vorkommen.

Der bereits ausgestorbene Steinbock wurde hier wieder angesiedelt. Weiters gehören Steinadler, Rotwild, Gämsen, Schwarzwild, Auer- und Birkwild zu den Bewohnern des Naturparks Mürzer Oberland. Vereinzelt ziehen nachweislich Wölfe durch; der Luchs scheint sich wieder anzusiedeln. Ebenso ist der Fischotter wieder zu spüren. Zu dem häufigsten Arten der Amphibienfauna zählen Erdkröte (Bufo bufo), Grasfrosch (Rana temporaria), Springfrosch (Rana dalmatina), Gelbbauchunke (Bombina variegata), Teichmolch (Triturus vulgaris) und Bergmolch (Triturus alpestris).

Sehenswürdigkeiten

  • Das Neuberger Münster ist die früheste einheitliche Hallenanlage innerhalb der österreichischen gotischen Architektur und trägt den größten Holzdachstuhl der Kirchen Österreichs. Im Stift Neuberg befinden sich ein Kreuzgang mit Bildern von 38 Äbten, ein Renaissance-Hochaltar und der Kapitelsaal mit der Stiftergruft. In ihr ruhen die sterblichen Überreste Herzog Ottos des Fröhlichen und seiner Familie.
  • Im kleinen Ort Kapellen befinden sich das größte funktionstüchtige Spinnrad der Welt und eine sehr aktive Spinnrunde.
  • Das Naturdenkmal "Wasserfall zum Toten Weib" wird von Wasser gespeist, das auf der Hinteralm im Bereich des Naßköhrmoores beim so genannten Durchfall plötzlich verschwindet.
  • Am Nordhang des Karnsteinerkogels bei Kapellen befindet sich die Bleiweißgrube. Die Höhle ist ein Naturdenkmal mit reicher Wand- und Deckenversinterung sowie Bergmilchbildungen. Sie wird von verschiedenen Fledermausarten als Winterquartier genutzt.

Museen

  • Im Bereich des Stiftes Neuberg befindet sich das Naturmuseum mit der umfangreichen Sammlung von Tierpräparaten und Gemälden von Herbert Schliefsteiner.
  • Ebenfalls am Stiftsareal wurde eine Glashütte, die mit traditionellen Methoden arbeitet, installiert. In der Schauglasbläserei kann die Herstellung von Glasartikeln aus der flüssigen Glasschmelze nachvollzogen werden.
  • Im Holzknechtmuseum findet man neben Werkzeugen und Arbeitsgeräten der Holzknechte auch historische Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens. Vor dem Museum wurde eine originalgetreue Holzknechthütte nachgebaut.
  • In dem in einem Wirtschaftsgebäude untergebrachten Heimatmuseum "Museum der Neuberger" wird das örtliche, wirtschaftliche und kulturelle Leben durch Gebrauchsgegenstände und Fotos dokumentiert.[1]
  • Die Pillhofer Skulpturenhalle in Neuberg an der Mürz beherbergt zahlreiche Skulpturen und Papierarbeiten des Künstlers Josef Pillhofer.

Themenwege

  • Der 2007 eröffnete Erlebnisweg Roßlochklamm wurde 2008 als kreativster Lehrpfad Österreichs ausgezeichnet. Thema des interaktiven Weges ist der Kreislauf des Lebens.
  • Der Wald der Sinne ist ein kinderwagen- und rollstuhlgerechter Rundweg mit 23 Kraftplätzen.
  • Am interaktiven Erlebniswanderweg Aquazelle Altenberg erfährt man vieles über Wasser, Wald, Wild und die Wechselwirkung zwischen Wasser und Gestein. An diesem Weg liegt auch die 200 Jahre alte "Lurgbauernmühle", eine der letzten funktionstüchtigen Mühlen.

Jährliche Veranstaltungen

  • Steirischer Zauberwald (1. Septemberwochenende)
  • Neuberger Kulturtage (Juli)
  • Ernst-Jandl-Tage für Lyrik (im 2-Jahres-Rhythmus seit 2001)
  • Brücken in die Gegenwart (Juni und Oktober)
  • Neuberger Herbst

Literatur

  • Alois Wilfling, Michael Gletthofer: Waldemar und die Tränen der Sonne (Naturparkkinderbuch)

Einzelnachweise

  1. Naturpark Neuberg an der Mürz - Naturmuseum Sammlung Schliefsteiner und Museum der Neuberger. Marktgemeinde Neuberg/Mürz, abgerufen am 28. November 2012 (deutsch).

Weblinks

47.69815.544Koordinaten: 47° 41′ 52,8″ N, 15° 32′ 38,4″ O