Nord Autobahn

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Autobahn A5 in Österreich
Nord Autobahn
Nord Autobahn
Karte
Verlauf der A 5
 In Betrieb       In Planung
Basisdaten
Betreiber: Bonaventura Logo.svg
Gesamtlänge: 57,5 km
  davon in Betrieb: 23,5 km
  davon in Planung: 34,0 km

Bundesland:

Niederösterreich

A5 bei Hochleithen
A5 bei Hochleithen

Die Nord Autobahn A5 (seit Änderung des Bundesstraßengesetzes 2010 auch Weinviertel Autobahn) ist eine Autobahn in Niederösterreich und Teil der Europastraße 461. Sie beginnt am Knoten Eibesbrunn und führt durch das Weinviertel nach Schrick, wo sie in die Brünner Straße (B7) einmündet. Über die B7 gelangt man zur tschechischen Grenze bei Drasenhofen und über das tschechische Straßennetz nach Brünn. Vom Autobahndreieck Eibesbrunn besteht über die Wiener Außenring Schnellstraße S1 eine Verbindung Richtung Wien und Korneuburg.

Die A5 soll in zwei Etappen von Schrick nach Poysbrunn (bis 2016) sowie weiter zur Staatsgrenze bei Drasenhofen verlängert werden und die Brünner Straße als Hauptverkehrsachse Richtung Norden ablösen. Auf tschechischer Seite soll der Anschluss über die Schnellstraße R52 nach Brünn gewährleistet sein. Damit wäre eine durchgehende Autobahnverbindung zwischen Wien und Brünn geschaffen.

Inhaltsverzeichnis

Wissenswertes

Mit der Eröffnung traten auf niederrangigen Straßen entlang der A5 flächendeckend Durchfahrverbote für Lastkraftwagen über 3,5 Tonnen in Kraft, um den Transitverkehr durch die Orte zu unterbinden und Mautflüchtlingen vorzubeugen.

Autobahnpolizei

Die Nord Autobahn wird von der Autobahnpolizei Großkrut überwacht. Diese wurde durch Umwandlung der ehemaligen Grenzpolizei Großkrut geschaffen, welche nach der Öffnung der Schengen-Grenze obsolet geworden war. Bis zur Freigabe des nördlichen Abschnittes der A5 fällt auch die Brünner Straße (B7) zwischen Schrick und Drasenhofen in den Verantwortungsbereich der Autobahnpolizeiinspektion (API) Großkrut. Weiters ist die API auch für die Wiener Außenring Schnellstraße (S1) zwischen Korneuburg und Wien zuständig. Um eine rasche Zufahrt im südlichen Abschnitt des Zuständigkeitsbereiches zu gewährleisten, sind Beamte und Fahrzeuge der API Großkrut auch in der Polizeiinspektion Deutsch-Wagram stationiert. Die API Großkrut hat gesamt 38 Planstellen. In einem eigenen Sachbereich sind dienstbare Beamte der API als AGM-Kräfte auch für Ausgleichsmaßnahmen und Kriminalitätsbekämpfung zuständig.[1]

Planung

Die Planungen für eine Hochleistungsstraße zwischen Wien und Brünn bestehen bereits seit Jahrzehnten. Wenngleich auf tschechischer Seite bereits 1996 die Schnellstraße R52 von Brünn bis Pohořelice fertiggestellt wurde, so stellte man die Planungen auf österreichischer Seite zwischenzeitlich zurück. Durch die EU-Osterweiterung und das damit verbundene erhöhte Verkehrsaufkommen wird die A5 nun aber doch in voller Länge gebaut. In manchen Abschnitten erfolgt der Bau unter Mitverwendung der bestehenden Brünner Straße (B7). Hier wird für die B7 eine neue, schmälere Trasse parallel zur A5 verlaufend gebaut. Auf tschechischer Seite soll durch die Verlängerung der vierspurigen R 52 von Pohořelice nach Mikulov der Anschluss nach Brünn gewährleistet sein.

Verkehrsmengen

Die Nord Autobahn ist die wichtigste Verkehrsachse von Wien in den Norden. Für 2020 wurden für den südlichen Abschnitt auf Höhe Wolkersdorf ca. 64.000 Kfz/24h, für den zentralen Abschnitt vor Schrick ca. 52.000 Kfz/24h und an der Grenzstelle Drasenhofen ca. 23.000 Kfz/24h prognostiziert.

Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise brachte einen Rückgang im Verkehrsaufkommen, speziell beim für Mauteinnahmen lukrativen Lkw-Verkehr. So wurden im Jahresmittel 2011 laut Asfinag-Dauerzählungen [2] auf Höhe Wolkersdorf ca. 27.800 Kfz/24h, vor Schrick ca. 22.200 Kfz/24h gemessen. Diese Zahlen liegen etwa 20 Prozent unter den ursprünglichen Prognosen aus dem Jahr 2006. So lag der Bilanzverlust des Betreiber-Konsortiums Bonaventura im Jahr 2010 bei etwa 29,6 Millionen Euro, das Eigenkapital bei minus 3,6 Millionen Euro. Die Gesellschaft rechnet über den dreißigjährigen Zeitraum der Konzession jedoch insgesamt mit einer positiven Geschäftsentwicklung.[3]

Streckenabschnitte

Eibesbrunn–Schrick

Der Spatenstich für den südlichen Autobahnabschnitt von Eibesbrunn nach Schrick erfolgte am 26. Februar 2007. Dieser Abschnitt der Nord Autobahn ist neben der S1-Ost und -West sowie der S2 "Umfahrung Süßenbrunn" Teil des Pakets 1 der PPP Ostregion, dem ersten als Private Public Partnership-Modell realisierte Autobahnteilstück Österreichs. Neben dem Bau werden die Firmen rund um den Hauptauftragnehmer, die Bonaventura Straßenerrichtungs-GmbH, auch die Vorfinanzierung und den Autobahnbetrieb für die nächsten drei Jahrzehnte übernehmen.

Für 255 Millionen Euro wurden 23,5 Kilometer Autobahn inklusive einem Tunnel, vier Voll- und drei Halbanschlussstellen, fünf Durchlässe, sechs Grünbrücken und 21 Straßenbrücken errichtet sowie fünf Brückenumbauten durchgeführt.

Der Streckenabschnitt vom Knoten Eibesbrunn bis zur Anschlussstelle Wolkersdorf-Süd ist sechsspurig, die restliche Strecke vierspurig ausgeführt. Im Steigungsbereich zwischen den Anschlussstellen Ulrichskirchen und Wolkersdorf-Nord gibt es in Fahrtrichtung Brünn einen dritten Fahrstreifen.

Nach 37 Monaten Bauzeit wurde der südliche Abschnitt der A5 am 31. Jänner 2010 für den Verkehr freigegeben. Bis zur Fertigstellung des nördlichen Streckenabschnittes bis Drasenhofen wird die A5 bei Schrick in die Bestandstrecke der B7 einmünden. Bei der Anschlussstelle Hochleithen wurde eine Raststation mit einem Schnellrestaurant und einer Tankstelle errichtet, welche zwischen August und November 2010 in Betrieb ging.

Schrick–Poysbrunn (in Planung)

Für den Streckenabschnitt von Schrick nach Poysbrunn wurde die Umweltverträglichkeitsprüfung im November 2009 mit dem UVP-Bescheid abgeschlossen. Im Juni 2010 konnte sich die Asfinag mit dem Grundeigentümern auf einen Verkaufspreis einigen. Finanziert wird dieser jedoch nicht über ein PPP-Modell sondern aus Mitteln eines Konjunkturpaketes der Bundesregierung.[4] Die Kosten für den 34 km langen Abschnitt belaufen sich auf 250 Millionen Euro. Der Abschnitt wurde Dezember 2011 von der Niederösterreichischen Landesregierung genehmigt. Die Bauarbeiten sollen 2013 beginnen und 2016 abgeschlossen werden.[5]

Poysbrunn–Staatsgrenze (in Planung)

Für den nördlichen Abschnitt von Poysbrunn bis zur Staatsgrenze bei Drasenhofen ist die Umweltverträglichkeitsprüfung derzeit (2010) noch im Gang. Die Errichtung des Abschnitt Poysbrunn bis Drasenhofen erfolgt aufgrund des geringen Verkehrsaufkommen in zwei Realisierungsstufen. In der ersten Stufe wird eine zweistreifige Umfahrungsstraße zu Entlastung der Gemeinde Drasenhofen errichtet. In der zweiten Realisierungsstufe ist der vierstreifige Vollausbau geplant.[6] Die Bauarbeiten sollen 2015/2016 begonnen werden und die Verkehrsfreigabe sollte 2016/2017 erfolgen. Der Vollausbau ist vom Fortschritt des angrenzenden tschechischen Autobahnprojektes R 52 abhängig.

Zeitplan

Im November 2010 wurde bekannt, dass vorerst nur der Abschnitt von Schrick bis Poysbrunn als Autobahn gebaut wird. Das Projekt wurde außerdem um 3 Jahre verschoben und wird nun erst 2013 begonnen und soll 2016 fertiggestellt sein. Zeitgleich wird eine Umfahrungsstraße von Drasenhofen als Landesstraße errichtet und vom Land Niederösterreich vorfinanziert. Aufgrund der Optimierungen dieser Projektabschnitte sind Umweltverträglichkeitsprüfungs-Änderungsverfahren durchzuführen. Für den Abschnitt Schrick - Poysbrunn wurde dieses im November 2011 begonnen. Das Änderungsverfahren für den Abschnitt Staatsgrenze - Drasenhofen soll im Herbst 2012 eingeleitet werden.[6] Der Autobahnausbau bis zur Grenze erfolgt in Abstimmung mit Tschechien, nach 2016. [7]

Archäologische Fundstellen

Im Raum von Walterskirchen, einer der Katastralgemeinden von Poysdorf wurden bei Ausgrabungen je eine Siedlung aus dem 3. und 2. Jahrtausend v. Chr. freigelegt.[8] Die Ergebnisse der Ausgrabungen werden im Weinstadt-Museum in Poysdorf ausgestellt.[9] Zwischen Juni 2003 und Dezember 2005 fanden im Bereich von Gaweinstal umfangreiche Grabungen statt, wobei eine Fläche von insgesamt 50.000 m² bearbeitet wurde. Dabei wurden Siedlungen aus einem Zeitraum von über 1400 Jahren freigelegt. Diese stammen aus der Jungsteinzeit, Badener Kultur und der Frühbronzezeit. Hügelgräber aus der Mittleren Bronzezeit wurden ebenfalls erschlossen. Eine erste größere Siedlungstätigkeit konnte in der jüngeren Eisenzeit beobachtet werden, wobei allerdings nur wenige Befunde ungestört erhalten waren, die über die gesamte untersuchte Fläche verstreut waren. Ein Großteil der Funde konnte einer germanischen Siedlung – vermutlich Markomannen und Quaden - zugeordnet werden, die vor allem durch eingetiefte Hütten, Pfostengruben von mehrschiffigen Wohnhäusern und tiefen Speichergruben charakterisiert sind.[10]

Galerie

Weblinks

 Commons: Nord Autobahn A5 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 4110/AB XXIV. GP - Anfragebeantwortung Seite 6 von 6
  2. Daten der Asfinag-Dauerzählstellen 2011 (abgerufen 31. August 2012)
  3. Hohe Verluste mit Nordautobahn
  4. BMVIT: Maßnahmen des ASFiNAG-Bauprogramms und des Konjunkturpakets für Niederösterreich, 25. März 2009
  5. Grünes Licht für A5-Ausbau auf ORF vom 4. Dezember 2011 abgerufen am 6. Dezember 2011
  6. a b Artikel zum Ausbau der A5 auf bmvit.gv.at, aufgerufen am 25. Juli 2012
  7. Meldung des BMVIT
  8. Projekt A5 Nordautobahn ist eine Etappe weiter vom 7. Dezember 2009 abgerufen am 5. Oktober 2010
  9. Weinstadt-Museum Poysdorf abgerufen am 5. Oktober 2010
  10. Bundesdenkmalamt (Hg.), Trassenarchäologie. Neue Straßen im Weinviertel (Wien 2006)20-23, 26-31