Noriker (Volk)

Keltischen Stämme in Noricum um Christi Geburt
Ehrentafel am Magdalensberg, wo die NORICI an erster Stelle genannt werden

Die Noriker (lat. Norici) waren ein keltischer oder stark keltisierter alteuropäischer Stamm im Königreich Noricum (Regnum Noricum), bzw. der späteren gleichnamigen römischen Provinz. Das Hauptsiedlungsgebiet befand sich im heutigen Unterkärnten. Die Hauptstadt der Noriker, Noreia, lässt sich heute nicht mehr eindeutig lokalisieren, möglicherweise deckt sie sich mit der Stadt auf dem Magdalensberg, nahe dem späteren Virunum.

Bis etwa 1960 bezeichneten viele Sprachwissenschafter eine vorkeltische und über weite Bereiche Kontinentaleuropas verbreitete Sprachschicht als "Illyrisch"; in der Folge bezeichneten dann die Prähistoriker oftmals die Hallstattkultur und die vorkeltische norische Bevölkerung irrtümlicherweise als illyrisch. Beides ist heute nicht mehr Stand der Wissenschaft. Eine ethnische Deutung ältereisenzeitlicher archäologischer Kulturen ist nur beim Vorliegen eindeutig lokalisierbarer historischer Volksnamen möglich. Die ehemals als "illyrisch" bezeichnete Sprachschicht wird heute von den Linguisten zumeist als "alteuropäisch" bezeichnet.(zitiert Otto Helmut Urban)[1])

Ein wichtiges Exportgut der Noriker war der ob seiner Härte und Elastizität gerühmte norische Stahl (ferrum noricum). Fast die gesamte Produktion der norischen Waffenschmiede ging nach Rom und wurde zu einem Faktor beim Aufbau des römischen Imperiums. Die Waffen aus dem norischen Stahl trugen maßgeblich zu dem Erfolg der römischen Eroberungszüge bei. Auf Grund der hohen Bedeutung der Noriker für die Römer wurden die Noriker als einziges keltisches Volk nicht gewaltsam in das römische Reich eingegliedert und konnten so Freiheiten bewahren. Nach der Integration ins römische Reich wurden die Noriker wie auch andere Stämme Noricums langsam romanisiert.

Namentlich bekannte Könige der Noriker waren

Weblinks

Einzelnachweise

  1. [1] Illyrer science orf.at