Oberstinkenbrunn

Oberstinkenbrunn ist eine Katastralgemeinde von Wullersdorf im Bezirk Hollabrunn in Niederösterreich.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Oberstinkenbrunn liegt im nördlichen Niederösterreich auf einer Seehöhe von ca. 244 Meter. Für die Namensgebung war vermutlich eine Quelle oder ein Brunnen mit schwefelhaltigem Wasser verantwortlich.

Oberstinkenbrunn hat 280 Einwohner.

Geschichte

Spätpaläolithisch-frühmesolithische Oberflächenfunde aus Oberstinkenbrunn, NÖ; (Funde aus der Sammlung Kraker) beschrieben in der Proseminararbeit von Philip R. Nigst; Universität Wien, Juni 1998. A. Kraker machte die Funde (Klingen, Schaber, Kratzer, Stichel, Bohrer, Kerne und Abschläge) 1979 durch einen kleinen Artikel in der Zeitschrift "Unsere Heimat" erstmals bekannt. Der größte Teil des Fundmaterials (77,3 %) besteht aus Hornstein. Aufgrund der typochronologischen Auswertung ergibt sich für die Oberflächenfunde von Oberstinkenbrunn eine Datierung vom Spätpaläolithikum bis in das Neolithikum. Durch die Betrachtung der Schlagtechnik kann eine weitere Einschränkung auf Spätpaläolithikum und Frühmesolithikum gewagt werden. Das Gebiet war bereits in der Römerzeit (2 Jh. n. Chr.) besiedelt, die erste urkundliche Nennung des Ortes findet sich in einer Mailberger Urkunde aus dem Jahre 1291. Im Laufe der Zeit entwickelte sich aus dem ursprünglichen Linsenangerdorf ein Mehrstraßenort. Oberstinkenbrunn gehörte von 1338 bis 1782 der Kartause Gaming. 1346 erhielt das Kloster auch die hohe Gerichtsbarkeit verliehen, weshalb Oberstinkenbrunn aus dem Landgericht Eggenburg ausgegliedert wurde und fortan einen eigenen Landgerichtssprengel bildete. 1710 wurde Oberstinkenbrunn zum Markt erhoben, im 20. Jh. jedoch nach Wullersdorf eingemeindet.

Sehenswürdigkeiten

  • Dominierend auf der Spitze des ehemaligen Hausberges befindet sich die im Kern gotische, barockisierte Pfarrkirche hl. Leonhard.[1]
  • In der Ortsmitte steht ein Pranger aus dem 18. Jahrhundert.
  • Nördlich des Ortes befindet sich der Galgenberg, ein Vorberg des Buchberges. Auf dessen Kuppe ist vom ehemaligen Galgen eine aus Ziegeln gemauerte Säule erhalten geblieben. Die Galgensäule erscheint im Wappen des Ortes. Die Bergkuppe stellt ein naturgeschütztes, wertvolles Trockenrasengebiet dar, in welchem seltene Pflanzen wie das Frühlings-Adonisröschen und der Diptam gedeihen.[2]

Literatur

  • Walter Fittner, Gottfried Holzer: Die Marktgemeinde Oberstinkenbrunn. Oberstinkenbrunn 1968.
  •  Evelyn Benesch, Bernd Euler-Rolle, Claudia Haas, Renate Holzschuh-Hofer, Wolfgang Huber, Katharina Packpfeifer, Eva Maria Vancsa-Tironiek, Wolfgang Vogg: Niederösterreich nördlich der Donau. In: Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Dehio-Handbuch Die Kunstdenkmäler Österreichs. Anton Schroll & Co, Wien 1990, ISBN 3-7031-0652-2, S. 835–836.

Einzelnachweise

  1. Webpräsenz der Pfarre Oberstinkenbrunn
  2. Galgenberg bei Oberstinkenbrunn noe.naturschutzbund.at, ohne Autor, ohne Datum

48.63333333333316.166666666667Koordinaten: 48° 38′ N, 16° 10′ O