Oberwart

Oberwart
Wappen von Oberwart
Oberwart (Österreich)
Oberwart
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Oberwart
Kfz-Kennzeichen: OW
Fläche: 36,47 km²
Koordinaten: 47° 17′ N, 16° 12′ O47.28777777777816.203055555556315Koordinaten: 47° 17′ 16″ N, 16° 12′ 11″ O
Höhe: 315 m ü. A.
Einwohner: 7.166 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 196,49 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7400
Vorwahl: 03352
Gemeindekennziffer: 1 09 17
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 9
7400 Oberwart
Website: www.oberwart.at
Politik
Bürgermeister: Georg Rosner (ÖVP)
Gemeinderat: (2012)
(25 Mitglieder)
10 SPÖ, 11 ÖVP, 3 FPÖ, 1 Grüne
Lage der Stadt Oberwart im Bezirk Oberwart
Bad Tatzmannsdorf Badersdorf Bernstein Deutsch Schützen-Eisenberg Grafenschachen Großpetersdorf Hannersdorf Jabing Kemeten Kohfidisch Litzelsdorf Loipersdorf-Kitzladen Mariasdorf Markt Allhau Markt Neuhodis Mischendorf Neustift an der Lafnitz Oberdorf im Burgenland Oberschützen Oberwart Pinkafeld Rechnitz Riedlingsdorf Rotenturm an der Pinka Schachendorf Schandorf Stadtschlaining Unterkohlstätten Unterwart Weiden bei Rechnitz Wiesfleck Wolfau BurgenlandLage der Gemeinde Oberwart im Bezirk Oberwart (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Deutsch- und ungarischsprachige Ortstafel
Mahnmal für Roma und Sinti
Dieseltriebwagen ÖBB 5022 bei der Einfahrt in den Bahnhof Oberwart

Oberwart (ungarisch: Felsőőr, kroatisch: Gornja Borta, romani: Erba) ist eine Stadt im Burgenland in Österreich. Sie ist die Bezirkshauptstadt des Bezirks Oberwart. Die Stadt ist hauptsächlich als Markt- und Schulstadt bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Stadt liegt im Südburgenland an der Pinka. Ortsteile der Stadtgemeinde sind Oberwart und Sankt Martin in der Wart.

Deutscher Ortsname Ungarischer Ortsname Kroatischer Ortsname Ortsname in Romani
Oberwart Felsőőr Gornja Borta / Jerba Erba
Sankt Martin in der Wart Őriszentmárton Sveti Martin -

Geschichte

1327 wurde Oberwart als Grenzwächtersiedlung des ungarischen Gyepűsystems erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zum Königreich Ungarn.

Seit 1898 durfte aufgrund der Standardisierung der geographischen Namen nur der ungarische Ortsname Felsőőr verwendet werden. Nach Ende des ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 der Republik Österreich zugesprochen. Am 4. Oktober 1921 proklamierte der ungarische Freischärler Pál Prónay den Staat „Leitha-Banat“ (Lajta-Bánság), der sich aber nach kurzer Zeit auflöste.

Der Ort gehört seit dem 26. November 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes). Stadtgemeinde ist Oberwart seit 1939 bzw. 1973 (durch VO 4 erfolgte Weiterverleihung).

Am 5. Februar 1995 wurden bei Oberwart die vier Roma Peter Sárközi, Josef Simon, Ervin und Karl Horvath durch eine Rohrbombe des Briefbombenattentäters Franz Fuchs getötet. Sie hatten versucht, eine Plakette mit rassistischen Beschimpfungen („Roma zurück nach Indien“), die an der Bombe angebracht war, zu entfernen. Die Morde wurden literarisch durch Stefan Horvath sowie Elfriede Jelinek (in ihrem Stück „Stecken, Stab und Stangl“) verarbeitet.

Oberwart besitzt den einzig erhaltenen jüdischen Friedhof im Burgenland, dessen Grabsteine nicht hebräisch beschriftet sind.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung


Die Bevölkerung besteht zu 73 % aus deutschsprachigen Österreichern. Der Anteil der Burgenland-Ungarn beträgt 17,5 %. Daneben gibt es noch 3,5 % Burgenland-Kroaten, die den Ort Gornja Borta nennen, sowie einige Burgenland-Roma.

Religion

59 % der Bevölkerung sind Katholiken und 33 % Protestanten.

Politik

Gemeinderatswahlen
 %
60
50
40
30
20
10
0
39,68 %
(-12,06 %p)
41,79 %
(+1,38 %p)
10,89 %
(+5,02 %p)
6,11 %
(n. k.)
n. k.
(-1,51 %p)
1,53 %
(+1,06 %p)
2007

2012


In Oberwart wird, wie im gesamten Burgenland, der Bürgermeister durch Direktwahl bestimmt. Bürgermeister ist Georg Rosner (ÖVP). Verwaltet wird die Stadt vom Stadtamt Oberwart. Amtsleiter ist Werner Gilschwert.

Die Mandatsverteilung (25 Sitze) in der Gemeindevertretung ist SPÖ 10, ÖVP 11, FPÖ 3, Grüne 1 und andere Listen 0 Mandate.

Stadtwappen

Die Wappenbeschreibung lautet: In silbernem Schild ein blau gekleideter Krieger - Grenzwächter - mit schwarzer Mütze und ebensolchen Stiefeln, in der Rechten eine schwarze Streitaxt, die Linke an der Hüfte; Leibrock, Hose und Mütze mit goldener Verschnürung versehen, letztere außerdem mit einer blauen Feder. Der Krieger wird von zwei an die Seitenränder gelehnten schwarzen Felsen begleitet, auf denen ein schwarzer Wachtturm mit zwei Zinnen und Spitzdach steht

Verkehr

Eisenbahn

Der Bahnhof Oberwart war viele Jahre die Endstation der Pinkatalbahn, die ursprünglich bis ins ungarische Szombathely führte. Lange Zeit wurde als sicher angenommen, dass im Jahr 2011 das 1984 eingestellte rund 10 Kilometer lange Teilstück bis Großpetersdorf für den Personenverkehr wiedereröffnet werden würde. Überlegt wurde auch die Wiedereröffnung der restlichen 30 Kilometer langen Strecke bis nach Szombathely. Stattdessen wurde am 1. August 2011 die Strecke Friedberg-Oberwart eingestellt. Seitdem gehört Oberwart neben Oberpullendorf, Güssing, Zwettl und Waidhofen an der Thaya zu den fünf Bezirkshauptstädten Österreichs ohne Anbindung an den öffentlichen Schienenpersonenverkehr.

Seit dem Frühjahr 2005 betreibt ein Verein die Strecke Oberwart-Oberschützen als Nostalgiebahn.

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sonstiges

Unter dem Namen Eurowart veranstaltet die Stadt seit einigen Jahren eine Rahmenveranstaltung, bei der sich jeweils ein anderes europäisches Land in einzelnen Veranstaltungen präsentiert. So waren bisher Italien, Frankreich, Niederlande und Irland mit kulturellen und gastronomischen Veranstaltungen zu Gast.

Im September 1984 wurde für ein Konzert im Oberwarter Fußballstadion von Opus der Nr.1 Welthit „Live Is Life“ als eine Art Mitsingnummer komponiert.[1]

Söhne und Töchter der Stadt

Einzelnachweise

  1. Live Is Life auf der Seite von Opus abgerufen am 24. April 2010
  2. http://www.umiz.at/isnyi/nevadonk_DE.html (Version vom 13. Februar 2010 im Internet Archive)

Weblinks

 Commons: Oberwart – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien