Oktavio Philipp von Boehn

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Oktavio Philipp von Boehn (* 29. Januar 1824 in Klein Silkow, Kreis Stolp[1]; † 30. Juli 1899 in Berlin) war ein preußischer Offizier, zuletzt General der Infanterie.

Leben

Boehn trat am 19. Oktober 1840 als Musketier in das 9. Infanterieregiment (Kolberg) ein und erwarb 1866 als Major und Bataillonskommandeur im Kaiser-Franz-Regiment den Orden pour le mérite. Als Führer dieses Regiments wurde er im Deutsch-Französischen Krieg in der Schlacht von Saint-Privat-la-Montagne verwundet. Nach seiner Genesung wurde er im Dezember 1870 Führer, später Kommandeur des 1. Garderegiments. Nachdem er 1875 zum Generalmajor befördert worden war und Kommandeur der 2. Garde-Infanteriebrigade, nahm er 1876 seinen Abschied, der aber nicht bewilligt wurde. Er wurde zu den Offizieren der Armee versetzt und 1877 Kommandeur der 58. Infanteriebrigade. 1880 erhielt er die Führung der 21. Division, 1886 das VI. Korps. 1888 wurde Boehn zum General der Infanterie ernannt. Am 12. Januar 1889 wurde Boehn mit Pension zur z.D. und gleichzeitig à la suite des Kaiser Franz Garde-Grenadier-Regiment Nr. 2 gestellt.

Boehn war einer der wenigen preußischen Offiziere, die ohne Besuch der Kriegsschule und ohne im Generalstab gewesen zu sein, es bis zum Kommandierenden General gebracht hatten.

Sein älterer Bruder Julius Heinrich von Boehn (* 1820; † 1893) stieg ebenfalls zum General auf.

Literatur

  • Kurt von Priesdorff: Soldatisches Führertum, Band 10, Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg, S.23-27

Einzelnachweise

  1. Kirchenbuch Quackenburg, Taufen 1824, Nr. 18