Olympiaregion Seefeld

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Olympiaregion Seefeld
Rechtsform Gemeindeverband
Sitz Seefeld, Klosterstr. 43
Gründung 2003
Ort Seefeld i.T.
Mitglieder Buchen, Leutasch, Mösern, Reith bei Seefeld, Scharnitz, Seefeld in Tirol
Website www.seefeld.com
Olympiaregion Seefeld (Tirol)
Olympiaregion Seefeld
Olympiaregion Seefeld

Die Olympiaregion Seefeld ist eine Tourismusregion in Tirol. Sie stellt die gesamte Infrastruktur als Nordisches Zentrum im Wintersport und umfangreiche Angebote der Sommersaison.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Region bildet sich aus den Gemeinden Seefeld in Tirol, Leutasch, Reith bei Seefeld, Scharnitz und den beiden Telfser Ortschaften Mösern und Buchen. Seefeld ist Kernort der Region.

Sie umfasst Seefelder Plateau, Leutaschtal und Scharnitzer Becken.

Sicht vom Seefelder Joch über das Seefelder Plateau (vorn, mit dem Ort Seefeld links) auf Sellrainer Berge, Oberinntal, Mieminger Plateau, Hohe Munde, Gaistal/Leutaschtal und Wettersteinmassiv

Geschichte

Seefeld[1] war schon Austragungsort der nordischen Skidisziplinen der Olympischen Winterspiele in Innsbruck (1964 und 1976).[2] Neun Jahre nach den zweiten Olympischen Winterspielen fand die Nordische Skiweltmeisterschaft 1985 in Seefeld statt.
Der in der Air & Style Snowboard Contests wurde in den Jahren 2000–2004 hier ausgetragen.
Seit 2000 findet – 2011 zum neunten Mal in Folge – der FIS-Weltcup der Nordischen Kombination statt. Mit der Austragung solcher Großveranstaltungen möchte man sich in der Region den Weg für eine weitere Nordische Ski-WM ebnen.

Per 1. Jänner 2003 fusionierten die örtlichen Tourismusvereine dann zum Gemeindeverband Tourismusverband Olympiaregion Seefeld.

Bei den im Jänner 2012 erstmals ausgetragenen Olympischen Jugend-Winterspielen wurden ebenfalls die nordischen Sportarten hier ausgerichtet. Dies macht Seefeld und Innsbruck zum dreimaligen Olympia-Gastgeber.

Wirtschaft

Die Olympiaregion Seefeld war mit 1,9 Mio. Übernachtungen und etwa 369.000 Ankünften (Stand 2004)[3] die sechstnächtigungsstärkste Destination in Tirol. Sie stellte 15.555 Gästebetten zur Verfügung, wobei in der Drei-bis-fünf-Sterne-Kategorie (45 % Bettenanteil) 56 %, und in den privaten Betten (30 % Bettenanteil) rund 22 % der Gesamtübernachtungen getätigt worden.[3]

Die Destination ist ganzjährig ausgeprägte, mit einer ausgeglichenen Nächtigungsverteilung, mit 124 Vollbelegstagen (Auslastung 35 %, Tourismusjahr 2004).[3] Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt 5 Tage (vorrangige Wochenurlaube).[3] Kernmärkte sind Deutschland, Niederlande, Italien, Schweiz und Österreich (75 % der Jahresgesamtnächtigungen, davon 46 % Deutschland).[3]

Der Verband hat ein Gesamtbudget von ca. 4,2 Mio. € (2007, 5 % der Gesamtbudgetsumme der Tourismusregionen Tirols),[3]

Infrastruktur

Wintersport

Die Toni-Seelos-Olympiaschanze

Das Seefelder Plateau erhält im Winter viel Neuschnee, ist aber vor Föhn geschützt. und gilt als schneesicher. Es wird wegen seiner topografischen und mikroklimatischen Gegebenheiten auch als Sibirien Tirols bezeichnet, Tagestemperaturen unter -20 °C sind keine Seltenheit.

Die Region hat 279 km Loipen (klassisch 154 km, Skating 125 km, 3 km Nachtloipe Seefeld–Mösern), in einer Höhenlage zwischen 1.180 m und 1.550 m.. Seefeld war nach Leutasch eine der ersten Gemeinden, die eine Loipengebühr eingeführt haben.[4]

Die beiden Alpinskigebiete Seefelds werden durch einen kostenlosen Skibus verbunden.

  • Die im Nordosten an Seefelder Joch und Härmelekopf gelegenen Pisten werden durch die Bergbahnen Rosshütte Seefeld-Tirol-Reith AG (Hauptaktionär: Gemeinde Seefeld) mit insgesamt neun Liften erschlossen (eine Standseilbahn, drei 6er-Sesselbahnen, zwei Gondelbahnen, drei Schlepplifte)
  • Der südlich von Seefeld liegende Gschwandtkopf hat acht privat betriebene Lifte (ein 4er-Sessellift, ein Einersessellift, Schlepplifte).

Diese Skigebiete sind größtenteils schneeunabhängig: die Pisten der Rosshütte sind zu 100 % mit energiesparenden HKD-Schneelanzen und aus eigenem Speichersee beschneibar, die des Gschwandtkopf sind mittels Niederdruckpropellerbeschneiung aus der öffentlichen Wasserversorgung ebenfalls nahezu vollständig beschneibar.

  • Darüber hinaus befinden sich in unmittelbarer Nähe des Ortszentrums Seefeld der Geigenbühellift und die Birkenlifte (jeweils Schlepplifte).

Am Nordwesthang des Gschwandtkopf befindet sich außerdem die Toni-Seelos-Olympiaschanze – sonst steht als Sprungzentrum auch der nahe Berg Isel der Stadt Innsbruck für Großereignisse zur Verfügung.

Weiters werden Angebote wie Pferdeschlittenfahrten, Eisstockschießen, Schlittschuhfahren, Schneeschuhwandern, Rodeln, Snowfun-Sportarten (Snowrafting) gestellt, und über 140 km Winterwanderwege und 70 km für Laufen und Nordic Walking präpariert.

Sommertourismus und All-Season-Angebot

Das Wegenetz im Sommer umfasst über 650 km, über 266 km Routen für Laufen und Nordic Walking. Für Mountain- und Fitnessbiker bietet das Seefelder Plateau ca. 570 km Radwege. Seit Sommer 2011 können an 17 Verleihstationen E-Bikes gemietet werden, Segway-Touren sind im Sommer wie im Winter möglich. Ausgehend vom Kurpark führt ein gesteinskundlicher Lehrpfad durch das Hermannstal, der durch die Eiszeitgletscher abgelagerte Findlinge aus der Region vorstellt und deren Herkunft beschreibt.

Im Wildmoos liegt ein 18-Loch-Golfplatz (Golfclub Seefeld-Wildmoos), daneben gibt es die Golfacademy Seefeld (9 Loch) und die Panoramagolfanlage Seefeld am Geigenbühel. Auch ein Spielcasino ist am Ort.

In Seefeld gibt es ein großes Erlebnisbad (Olympia- und Kongresszentrum) mit Innen- und Außenpool, 140-m-Wildwasser- und 110-m-SilverStar-Familienrutsche und großzügigen Saunenbereiche. Weiters gibt es Reithallen, eine Tennishalle mit acht Plätzen, in der unter anderem die Senioren-Europameisterschaften ausgetragen werden, sowie sechs Sandplätze beim Tennisclub Seefeld und weitere neben der Tennishalle. Seit 2011 gibt es eine asphaltierte Rollskistrecke mit der Möglichkeit zum Rollskibiathlon.

Gastgewerbe und Hotellerie

In Seefeld stehen drei Fünf-Sterne-Hotels und 39 Vier-Sterne-Hotels, was eine der höchsten 4- und 5-Sterne-Hoteldichte aller österreichischen Regionen ergibt. Zu den wichtigsten Hotels gehört das 5*-superior-Großhotel Interalpen Tyrol in Telfs-Buchen.

Auszeichnungen

  • Die Olympiaregion Seefeld wurde vom ADAC mit dem Titel Bestes Langlaufgebiet 2007 ausgezeichnet
  • Bei der Leserwahl des DSV-Atlas Ski wurde das Gebiet auf Platz 1 von 232 weltweit nominierten Gebieten in der Kategorie Exzellente Loipen gereiht

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Die "olympische" Geschichte, seefeld.com
  2. Karl Morgenstern: Wo der Skilanglauf zum Kult wird. In: Die Zeit. 17. Jänner 1975.
  3. a b c d e f  Caroline Maria Suitner: Analyse und Bewertung der Markenführungsstrategien ausgewählter Tiroler Tourismusregionen als Entscheidungsgrundlage für die Markenführung der Naturparkregion „Tiroler Lech“. Diplomarbeit Management Center Innsbruck, Studiengang Wirtschaft & Management for Professionals. Innsbruck 2004, 4.2.6 Tourismusverband Olympiaregion Seefeld, S. 93 ff (pdf, rw-oberwallis.ch).
  4. Fred Fettner: Langläufer müssen löhnen. In: Die Zeit. 11. Jänner 1991.