Oscar Fritz Schuh

Oscar Fritz Schuh (* 15. Januar 1904 in München; † 22. Oktober 1984 in Großgmain bei Salzburg) war ein deutscher Dramaturg, Regisseur und Intendant.

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Ausbildung und erstes Engagement

Schuh wurde als Sohn eines Tierarztes geboren. Schon während des Besuchs des humanistischen Theresien-Gymnasiums München erhielt er, dank erlogener Altersangabe, einen Theaterkorrespondentenvertrag mit der Berliner Zeitschrift Der Fechter und schrieb zudem theatergeschichtliche Aufsätze und Kritiken für weitere Zeitschriften. Nachdem er im Alter von 17 Jahren das Abitur abgelegt hatte, nahm Schuh ein Studium der Kunstgeschichte und Philosophie an der auf Universität München auf und erhielt zwei Jahre später sein erstes Engagement an der Bayerischen Landesbühne in Augsburg.

Beruf

Schuh präsentierte mit seiner Inszenierung von Gerhart Hauptmanns Hanneles Himmelfahrt sein Regidebut. Danach folgten Engagements in Oldenburg, Osnabrück, Darmstadt, Gera (bei Walter Bruno Iltz) und Prag, ehe er 1931 von Karl Böhm als Regisseur und Dramaturg an die Hamburgische Staatsoper berufen wurde, wo er bis 1940 tätig war und der Grundstein seiner Zusammenarbeit mit dem Bühnenbildner Caspar Neher gelegt wurde.

Nach weiteren Engagements und Gastspielen, unter anderem am Wiener Burgtheater und bei den Salzburger Festspielen (in Zusammenarbeit mit Karl Böhm), übernahm Schuh 1953 die Direktion des Berliner Theaters am Kurfürstendamm und wandelte sich somit vom Opern- zum Sprechtheaterregisseur. Zudem wandte er sich dem Hörfunk zu und inszenierte für den RIAS im Jahr 1956 Carlo Goldonis Komödie Mirandolina. Nach fünf Jahren in Berlin wechselte Schuh nach Köln und übernahm schließlich von 1963 bis 1968 von seinem Vorgänger Gustaf Gründgens die Intendanz des Deutschen Schauspielhauses Hamburg.

Nach seiner Intendanz in Hamburg arbeitete Schuh als freier Regisseur und gründete in den 70er Jahren das Salzburger Straßentheater, welches er gemeinsam mit seiner Frau, der Bühnenbilderin und Malerin Ursula Schuh, bis zu seinem Tod erfolgreich leitete.

Wirkung

Schuh galt als Spezialist für Inszenierungen von Mozart-Opern. Gemeinsam mit dem Bühnenbildner Caspar Neher, sowie den Dirigenten Josef Krips und Karl Böhm, schuf er an der Wiener Staatsoper den so genannten Wiener Mozart-Stil, der keine Ausstattungsoper mehr zuließ, sondern die Psychologie der Figuren hervorheben sollte. Schuhs gemeinsame Inszenierung mit Böhm von Mozarts Così fan tutte bei den Salzburger Festspielen galt als neuer Maßstab für alle folgenden Inszenierungen dieser Oper.

Seine Grabstätte befindet sich auf dem Salzburger Kommunalfriedhof.

Auszeichnungen

Schuh wurde 1956 mit dem Deutschen Kritikerpreis ausgezeichnet, 1964 mit der Mozart-Medaille.

Literatur

  • Oscar Fritz Schuh: So war es – war es so? Notizen und Erinnerungen eines Theatermannes. Ullstein, Berlin / Frankfurt / Wien 1980.

Weblinks