Oskar von Platen-Hallermund

Oskar Rudolf Karl Marius Graf von Platen-Hallermund (* 18. März 1865 in Schlendorf; † 14. April 1957 in Oldenburg) war ein deutscher Marineoffizier, zuletzt Vizeadmiral sowie von 1911 bis 1935 Hofmarschall von Kaiser Wilhelm II.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Oskar entstammt dem alten pommerschen Adelsgeschlechts derer von Platen-Hallermund und trat am 20. April 1882 als Kadett in die Kaiserliche Marine ein. Zunächst absolvierte er seine Grundausbildung auf der Segelfregatte SMS Niobe und kam dann vom 14. September 1882 bis 31. März 1883 an die Marineschule. Im Anschluss daran nahm Platen-Hallermund an einem Waffenlehrgang auf dem Artillerieschulschiff SMS Mars teil, bevor man ihn auf die Panzerfregatte SMS Deutschland versetzte und dort zwischenzeitlich am 15. Mai 1883 zum Seekadett ernannt. Es folgte seine Versetzung am 2. Oktober 1883 auf die Gedeckte Korvette SMS Prinz Adalbert, mit der Platen-Hallermund eine Weltreise unternahm, die ihn um Afrika nach China und Japan, weiter nach Hawaii, Chile sowie Mauritius führte. Dort ging er am 4. Juli 1885 in Port Louis von Bord und trat die Heimreise auf einem Dampfer an.

Nach seiner Heimkehr kam er nochmals an die Marineschule. Von dort wurde Platen-Hallermund als Kompanieoffizier zur II. Werft-Division nach Wilhelmshaven versetzt. Es folgten Bordverwendungen ab 1. April 1887 zunächst auf der Kreuzerkorvette SMS Ariadne, dann auf dem Artillerieschulschiff SMS Mars und nach seiner Beförderung zum Leutnant zur See am 20. April 1889 schließlich vom 24. April 1889 bis 24. September 1890 als Wachoffizier auf dem Panzerschiff SMS Preußen. Anschließend stellte man ihn zur Verfügung der II. Marineinspektion und Platen-Hallermund trat die Ausreise an, um auf der Kreuzerfregatte SMS Leipzig Dienst auf der Ostasiatischen Station zu versehen. Hier versetzte man ihn am 11. April 1891 auf die Kreuzerfregatte SMS Alexandrine und verwendete ihn als Wachoffizier. Am 20. Mai 1893 schiffte er sich in Kapstadt aus und wurde nach seiner Rückkehr nach Deutschland zur Verfügung des Chefs der Marinestation der Nordsee gestellt.

Er fungierte dann vom 14. August 1893 bis 15. April 1895 als Führer im Marinedetachement Berlin. Für fünf Monate übertrug man Platen-Hallermund das Kommando über das Torpedoboot S 55, bevor er anschließend Wach- und Navigationsoffizier auf der Kaiserlichen Yacht SMY Hohenzollern wurde. In dieser Funktion war er am 21. Oktober 1895 Kapitänleutnant geworden. Zugleich absolvierte Platen-Hallermund an der Marineakademie vom 1. Oktober 1896 bis 31. März 1897 sowie vom 9. Oktober 1897 bis 31. März 1898 den I. und II. Coetus. Am 13. Dezember 1898 ernannte man ihn zum diensttuenden Flügeladjutanten des Kaisers. Als solcher war er zugleich ab 14. August stellvertretender und ab 14. Oktober 1899 Militärgouverneur der Prinzen August Wilhelm und Oskar von Preußen. Letztere Stellung hatte Platen-Hallermund bis zu seiner Abberufung am 22. August 1901 inne. Er fungierte außerdem zeitgleich vom 1. Oktober bis 24. November 1901 als Erster Offizier auf dem Linienschiff SMS Wörth. In gleicher Funktion versetzte man ihn anschließend in der Folge auf die Linienschiffe SMS Sachsen und SMS Karl der Große. Am 30. September 1902 ging der Korvettenkapitän (seit 15. März 1902) von Bord, trat die Ausreise nach Hongkong an und wurde dort Kommandant des Kanonenbootes SMS Iltis. Dieses Kommando führte Platen-Hallermund bis zum 25. November 1903. Wieder nach Deutschland zurückgekehrt, folgte seine Verwendung als I. Adjutant bei der Inspektion des Bildungswesens der Marine. Nach seiner Beförderung zum Fregattenkapitän am 30. März 1906 erhielt er als solcher am 29. September 1906 das Kommando über den Kleinen Kreuzer SMS Hamburg. Bereits nach einem Jahr gab er das Kommando wieder ab und wurde stattdessen zum Kommandant des Linienschiffes SMS Kaiser Wilhelm II. ernannt sowie kurz darauf am 9. November 1907 zum Kapitän zur See befördert. Während der kommenden drei Jahre fungierte Platen-Hallermund vom 1. Oktober 1908 bis 10. Oktober 1911 als Kommandant SMY Hohenzollern.

Mit diesem Datum wurde er dann unter gleichzeitiger Verleihung des Charakters als Konteradmiral zur Disposition sowie à la suite der Marine gestellt.

Platen-Hallermund trat in den Hofdienst über und wurde Hofmarschall des Kaisers. Diese Stellung behielt er über das Ende der Monarchie hinaus bei und folgte Wilhelm II. ins Exil nach Doorn. Am 1. April 1935 entband ihn der ehemalige Kaiser von seinen Pflichten und entließ ihn als Hofmarschall.

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs reaktivierte man Platen-Hallermund als z.D.-Offizier und stellte ihn bis Januar 1915 zur Verfügung des Werft-Departements. 1915 und 1916 stand er zeitweise zur Verfügung des Marinekorps Flandern, ohne jedoch ein aktives Kommando erhalten zu haben. Am 22. März 1916 erhielt er den Charakter als Vizeadmiral verliehen.

Auszeichnungen

Literatur

  • Hans H. Hildebrand: Deutschlands Admirale 1849–1945, Band 3: P-Z (Packroß bis Zuckschwerdt), Biblio Verlag, Osnabrück 1990, ISBN 3-7648-2482-4, S.48–49

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag Rangliste der Kaiserlich Deutschen Marine, Hrsg.: Marinekabinett, Mittler & Sohn, Berlin 1914, S.106