Ostrau-Friedlander Eisenbahn

Das Streckennetz der k.k. priv. Ostrau-Friedlander Eisenbahn

Die k.k. priv. Ostrau-Friedlander Eisenbahn, tschech: priv. Ostravsko-frýdlantská dráha war eine Eisenbahngesellschaft in Österreich und dessen Nachfolgestaat Tschechoslowakei. Die Hauptverbindung der Gesellschaft führte in Nordmähren von Moravská Ostrava (Mährisch Ostrau) nach Frýdlant nad Ostravicí (Friedland an der Ostrawitza). Der Sitz der Gesellschaft war in Wien.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Am 2. Jänner 1869 erhielten die Herren „Alois Scholz, Ignaz Wondráček, Antion Honvéry und Maximilian Steiner...das Recht zum Baue und Betriebe einer an die Kaiser Ferdinand-Nordbahn anschließenden Locomotiveisenbahn von Mährisch Ostrau nach Friedland“ erteilt. Grundlage der Konzession war das Eisenbahnkonzessionsgesetz vom 14. Dezember 1854. Die Konzessionäre wurden verpflichtet, den Bau der Strecke binnen eines Jahres zu beginnen und binnen zwei Jahren fertigzustellen. Darüber hinaus gestattete die Konzessionsurkunde, dass die Strecke vorerst nur eingleisig ausgeführt werden durfte. Die Verlegung eines zweiten Gleises war erst bei einem jährlichen Rohertrag von 200.000 fl. pro österreicher Meile während zweier aufeinander folgender Jahre gefordert. Die Dauer der Konzession war auf 80 Jahre ab dem Tag der Konzessionserteilung festgelegt, eine Einlösung der Gesellschaft durch den Staat war jedoch schon nach 30 Jahren jederzeit möglich.[1]

Die Strecke wurde am 1. Dezember 1880 eröffnet. Den Betrieb führte die k.k. priv. Kaiser Ferdinands-Nordbahn (KFNB) für Rechnung der Ostrau-Friedlander Eisenbahn mit ihren eigenen Betriebsmitteln aus.

Zum 1. Juni 1888 wurde der Streckenabschnitt von Friedek-Mistek nach Friedland an die KFNB verkauft. Er war fortan Teil einer neuen durchgehenden Hauptbahnverbindung („Städtebahn“) der KFNB von Kremsier (Kroměříž) nach Skotschau (Skoczów).

Am 28. August 1909 erhielt die Ostrau-Friedlander Eisenbahn noch die Konzession für eine Lokalbahn von Schönbrunn-Witkowitz nach Teschen und Freistadt.[2] Als erster Teil der Lokalbahn ging am 15. November 1911 die Strecke zwischen Kunzendorf und Suchau in Betrieb. Am 1. September 1914 folgte noch der Abschnitt zwischen Suchau und Teschen, dann kamen die Bauarbeiten infolge des Ersten Weltkrieges zum Erliegen. Ein Teil der Strecke lag auf dem rechten Ufer der Olsa und damit nach 1920 auf polnischem Gebiet. Dieser Abschnitt wurde 1930 zugunsten einer Verbindungskurve von Albrechtice zur Kaschau-Oderberger Bahn aufgelassen.

Im Jahr 1927 wurde der Sitz der Gesellschaft in Vorbereitung der geplanten Verstaatlichung von Wien nach Mährisch Ostrau übertragen. Zu diesem Zeitpunkt gehörte bereits die Mehrheit der 7000 Aktien dem tschechoslowakischem Staat. Nur 157 Aktien waren im Eigentum Dritter. Zum 1. Januar 1936 wurde die Gesellschaft per Gesetz verstaatlicht.[3] Die Strecken gehörten fortan zum Netz der Tschechoslowakischen Staatsbahnen (ČSD).

Strecken

Literatur

  • Zdeněk Hudec u.a.: Atlas drah České republiky 2006-2007. 2. Auflage; Verlag Pavel Malkus, Praha 2006, ISBN 80-87047-00-1

Einzelnachweise

  1. Reichsgesetzblatt für das Kaiserthum Österreich vom 16. März 1869
  2. Reichsgesetzblatt für die im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder vom 14. September 1909
  3. Vládní návrh o nabytí Ostravsko-Frýdlantské dráhy státem