Oswald Dutch

Oswald Dutch, eigentlich Otto Erich Deutsch[1] (* 17. Dezember 1894 in Wien; † 2. Februar 1983 in London), war ein österreichisch-britischer Journalist und Schriftsteller.

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Leben und Wirken

Oswald Deutsch wuchs in Wien auf, wo er nach dem Schulbesuch Rechtswissenschaften, Wirtschaft, Philosophie und Musikwissenschaft studierte. Nach seiner Promotion im Jahre 1921 arbeitete Deutsch als Journalist für verschiedene Wiener Zeitungen und für deutschsprachige Blätter in Prag.

Als Gegner des Nationalsozialismus emigrierte Deutsch nach dem deutschen Einmarsch in Österreich im Frühjahr 1938 über die Schweiz nach Großbritannien, wo er sich in London niederließ. Dort veröffentlicht er in den folgenden Jahren unter dem Pseudonym Oswald Dutch eine Reihe von Sachbüchern über das politische Zeitgeschehen, so unter anderem ein Buch über den „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich, eine kritische Biographie über Franz von Papen – zu der Papens alter Gegner Franz von Rintelen ein Vorwort beisteuerte – sowie ein Sammelband mit biographischen Skizzen der „12 wichtigsten Männer Hitler-Deutschlands“, die Deutsch/Dutch als „Hitlers 12 Apostel“ charakterisierte. Das zuletzt genannte Buch fand nachweislich auch Beachtung durch die von Martin Bormann geleitete Parteikanzlei der NSDAP.[2]

Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Dutch als Wirtschaftsjournalist unter anderem für die BBD und den ORF.

Schriften (Auswahl)

  • Thus Died Austria, Arnold Books, London 1938.
  • Germany's Next Aims, Arnold Books, London 1939.
  • Hitler's Twelve Apostles, Arnold Books, New York 1940.
  • Les 12 Aôtres d'Hitler, Paris, éditions Corrêa, mars 1940 (traduit de l'anglais par Gilles Baratier),310 pages.
  • The Errant Diplomat. The Life of Franz von Papen, AMS Press, New York 1983, ISBN 0-404-16928-7 (Nachdr. d. Ausg. London 1940).
  • Economic Peace Aims. A Basis for Discussion, Arnold Books, London 1941.
  • Pall over Europe, Gollancz, London 1942.

Literatur

  • Zlata Fuss Phillips: German Children's and Youth Literature in Exile, 1933-1950, 2001, S. 56.

Einzelnachweise

  1. Bernhard Lämmert (Hrsg.): Handbuch der deutschen Exilpresse 1933-1945, Bd. 2, Hanser, München 1981, ISBN 3-446-12437-3, S. 672.
  2. Institut für Zeitgeschichte: Akten der Parteikanzlei der NSDAP, 1981, S. 596.

Weblinks