Otto Borger

Otto Borger (* 27. Februar 1904 in Schruns; † 23. Dezember 1994 ebenda) war ein österreichischer Fabrikant und Heimatdichter.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Lodenfabrik am Litzdamm in Schruns

Otto Borger übernahm im Jahre 1934 gemeinsam mit seinen Brüdern Karl und Hugo von Vater Hubert die Schrunser Lodenfabrik und leitete sie bis zu ihrer Stilllegung rund 40 Jahre später.

Neben seiner Haupttätigkeit als Fabrikant veröffentlichte Otto Borger im Abstand von jeweils fünf Jahren insgesamt sieben Gedichtbände in Montafoner Mundart. Seine Gedichte widerspiegeln voller Humor und Poesie Montafoner Lebensart und Brauchtum in einer klaren und urwüchsigen Sprache, und bilden einen wesentlichen Teil der Kulturgeschichte der Talschaft.

Otto Borgers Liebe zum Brauchtum zeigte sich auch darin, dass er, nach langer kriegsbedingter Pause, im Jahre 1946 wieder einen Funken in Schruns errichtete. Er wurde zum „Funkenmeister“.
Auch die Gründung der Montafoner Volkstanzgruppe im Jahre 1935 ist seiner Initiative zu verdanken.

Werke

  • Muntafuner Zwörn, 1953
  • Maisas-Arbat, 1958
  • Fir-Obad, 1963
  • Die Lötschta, 1968
  • Die Allerlötschta, 1973
  • D'Noochzügler, 1978
  • Ds Johr dor, 1983

Mundartprobe

D's Amreili hot an zwidra Ma, wo's sos nüt erwarta ka,
as nu Ärger und Verdruß, ke guats Wart, ke Lob, ken Kuß,
Los ko möcht's us dära Not, blangat jätz scho of a Tod.
Bal dernooch, Gott Lob a Dank, wörd der Ma erzetzli krank.
„I zwä Taga-n-isch as us“, set der Doktor vor am Hus.
Wo's denn aber lenger goht, ds Amreili lut an Süfzger lot:
„Tod, wenn wörst Du endli ko? Kast di hüt of nüt verlö.“

Literatur

  • Krista Vonbank: Tafernen an Landstraß und Sömersteig ... Montafoner Gasthäuser mit Geschichte. Ruß, Schwarzach 1997. ISBN 3-85258-036-6
  • Martina Hofner: Montafoner Mundartwortschatz in den Gedichten des Heimatdichters Otto Borger. Dipl.-Arb. Univ. Innsbruck, 1998.

Weblinks