Otto Mödlagl

Otto Mödlagl (* 23. September 1899 in Wien; † 21. Dezember 1974 in Eisenstadt) war ein österreichischer Politiker (KPÖ) und Zivil-Ingenieur. Mödlagl war 1945 Unterstaatssekretär, von 1945 bis 1946 Landeshauptmann-Stellvertreter in Niederösterreich und im Burgenland sowie von 1945 bis 1949 Abgeordneter zum Burgenländischen Landtag.

Otto Mödlagl wurde als Sohn des Staatsbeamten Leopold Mödlagl aus Wien geboren und besuchte die Volks- und Realschule in Wien, wobei er 1917 die Matura ablegte. Er wurde daraufhin 1917 zum Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg eingezogen, wobei er zuletzt in Italien eingesetzt war. Nach dem Ende des Krieges studierte Mödlagl Bauingenieurwesen an der Technischen Hoschule Wien und schloss sein Studium 1924 mit dem akademischen grad Dipl. Ing. ab. 1928 übersiedelte er in das Burgenland war er bis 1934 als Gemeinderat in Neusiedl am See aktiv. Er wurde 1930 Mitglied der Landesparteileitung der Sozialdemokratischen Partei, trat jedoch 1934 der Kommunistischen Partei Österreichs bei und war in der Folge bis 1945 im politischen Widerstand aktiv. 1935 wurde er drei Monate in politische Haft genommen, zwischen 1938 und 1945 arbeitete er in einem Ingenieurbüro in Wien. Ab 1946 führte Mödlagl ein Ingenieurbüro in Wien.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs war er ab dem 18. April 1945 auf Wunsch der sowjetischen Alliierten als Vertreter der KPÖ am Aufbau der niederösterreichischen Landesverwaltung beteiligt. Er übernahm am 25. September 1945 das Amt des Zweiten Landeshauptmann-Stellvertreters, schied jedoch bereits am 1. Oktober 1945 wieder aus dieser Funktion aus und übernahm mit dem 1. Oktober 1945 das Amt des Landeshauptmann-Stellvertreters im Provisorischen Landesausschuss des Burgenlands, das er in der Folge bis zum 4. Jänner 1946 ausübte. Zudem war Mödlagl zwischen dem 4. Mai 1945 und dem 20. Dezember 1945 Unterstaatssekretär in der Provisorischen Staatsregierung Renner und vertrat die KPÖ zwischen dem 13. Dezember 1945 und dem 4. November 1949 im Burgenländischen Landtag. Ab dem 4. Jänner 1946 war er zudem 3. Präsident des Burgenländischen Landtags. Innerparteilich hatte Mödlagl von 1945 bis 1946 die Funktion des Landesparteiobmanns inne.

Mödlagl war verheiratet und wurde nach seinem Tod am 8. Jänner 1975 auf dem Wiener Zentralfriedhof begraben.

Literatur

  • Johann Kriegler: Politisches Handbuch des Burgenlandes. II. Teil (1945–1995). Eisenstadt 1996 (Burgenländische Forschungen ; 76)
  • Wer ist wer in Österreich. Wien, Klagenfurt 1951