Otto M. Zykan

Otto Josef Matthäus Zykan (* 29. April 1935 in Wien; † 25. Mai 2006 in Sachsendorf) war ein österreichischer Komponist, Sprachkünstler und Pianist.

Leben

Otto M. Zykan zeichnete sich durch seine musikalische und künstlerische Vielseitigkeit aus. Er war Schöpfer vieler musikalischer Werke sowie dadaistisch geprägter Sprach- und Verskunst. Das Avantgardistische in seinen Werken offenbart sich nicht nur in der meist atonalen Musik, sondern ebenfalls in den Libretti und dem Umgang mit der geistigen Schöpfung selbst. So avancierte das Stück Staatsoperette (1977) zu einem handfesten Skandal, das zu Kirchenbann und Debatten im Parlament führte.

Zykan widersetzte sich auch beharrlich der kommerziellen Vermarktung seiner Musik. Regelmäßig gingen die Unterlagen zu seinen Kompositionen nach der Uraufführung verloren oder wurden zerstört – Zykan betrachtete das Werk mit der ersten Aufführung als vollbracht.

Früh berühmt geworden war der ehemalige Sängerknabe als Schönberg-Spezialist am Klavier. Durch eigenes Schaffen machte sich Zykan etwa mit Singers Nähmaschine ist die beste (Oper, 1966), Kunst kommt von Gönnen (1980) oder mit seinen Humanic-Werbungen einen Namen. In den letzten Jahrzehnten schuf er Werke mit Video-Performances für Festivals – Odysseus (1994) –, wie etwa zur Linzer Klangwolke, zu den Wiener Festwochen etc., Kammermusik sowie Bühnenmusik für das Burgtheater Wien, sowie zuletzt das im Dezember 2005 von Heinrich Schiff und den Wiener Philharmonikern unter Zubin Mehta uraufgeführte Konzert für Violoncello und Orchester mit dem Titel Beethovens Cello. 2003 komponierte er die Musik zu Nestroys Höllenangst für die Nestroy-Spiele Schwechat.

Zykan lebte bis zu seinem Tod als freischaffender Komponist in Wien. Wie seine Lebensgefährtin bestätigte, starb er in der Nähe seines Hauses in Sachsendorf beim Radfahren. Zykan wurde auf dem Friedhof in Reinprechtspölla beerdigt.

Literatur

Weblinks