Otto Stuppacher

Otto Stuppacher (* 3. März 1947 in Wien; † 13. August 2001 ebenda) war ein österreichischer Autorennfahrer.

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Die Anfänge der Karriere

Stuppacher begann erst im Alter von 22 Jahren mit dem aktiven Motorsport. Ab 1969 bestritt er sporadisch Bergrennen und internationale Sportwagenrennen, erzielte dabei aber keine größeren Erfolge.

In der Formel 1

Ohne die nötige Fahrpraxis oder Erfahrung wurde Stuppacher, zusammen mit seinem Landsmann Karl Oppitzhauser, von dem österreichischen Rennteam ÖASC Racing für den Großen Preis von Österreich 1976 gemeldet. Opitzhauser sollte einen March 761 Cosworth fahren, Stuppacher einen Tyrrell 007-Cosworth. Der Veranstalter lehnte beide Nennungen ab, weil er die Piloten für zu unerfahren hielt. Stuppacher, der sich damit nicht abfinden wollte, versuchte in der Folge eine Unterschriftenaktion im Fahrerlager zu organisieren, um seine Teilnahme zu erwirken. Die Aktion scheiterte, da unter den Fahrern und Verantwortlichen niemand Stuppacher näher kannte.

Beim Großen Preis von Italien in Monza versuchten es ÖASC Racing und Stuppacher erneut. Diesmal wurde er von den Veranstaltern zugelassen, scheiterte jedoch an der Qualifikation. Stuppacher verlor im Training über 13 Sekunden auf die Pole Position, und selbst zum letzten Startplatz fehlten noch fast acht Sekunden. Dennoch wäre der Österreicher beinahe zu seinem ersten Formel-1-Renneinsatz gekommen. Nach dem Training wurden den beiden McLaren-Piloten Jochen Mass und James Hunt sowie dem Penske-Fahrer John Watson wegen irregulärem Benzin die Zeiten aberkannt. Stuppacher hätte für das Rennen nachrücken können. Doch der Österreicher war bereits samstags nach dem Training in Richtung Wien abgeflogen und schaffte es nicht mehr, rechtzeitig zum Start nach Monza zurückzukehren.[1]

Trotz der bisherigen Misserfolge griffen ÖASC und Stuppacher tief in die Tasche, um bei den nächsten Läufen in Kanada und den USA anzutreten. Im kanadischen Mosport verlor Stuppacher erneut mehr als zwölf Sekunden auf die Trainingsbestzeit und konnte sich nicht qualifizieren. Einige Piloten versuchten während der Trainingsläufe erfolglos auf Stuppacher und den Veranstalter einzuwirken, freiwillig aufzugeben bzw. Stuppacher auszuschließen, da sie in ihm eine Gefahr für andere Piloten sahen.

In Watkins Glen setzte sich die Farce erwartungsgemäß fort. Diesmal verlor Stuppacher über 27 Sekunden auf die Trainingsbestzeit. Selbstverständlich reichte auch dies nicht zur Qualifikation.

Auf den Saisonabschluss in Fuji verzichtete Stuppacher dann vernünftigerweise.

Damit war Stuppacher für drei Formel-1-Grand-Prix gemeldet nahm aber an keinem Rennen teil.

Nach der Formel 1

Nach 1976 haben sich weder das ÖASC Racing Team noch Stuppacher weiterhin aktiv an Autorennen beteiligt.

Am 13. August 2001 wurde Otto Stuppacher tot in seiner Wohnung in Wien aufgefunden. Er wurde am Hernalser Friedhof bestattet.

Le-Mans-Ergebnisse

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1972 OsterreichÖsterreich Bosch Racing Team Porsche 908/02 OsterreichÖsterreich Walter Roser Ausfall Unfall

Zitat über Otto Stuppacher

  • «Es ist schade. Stuppacher hätte Hunt für mich aufhalten können. Der Dank Österreichs wäre ihm dabei sicher gewesen.» (Niki Lauda über Stuppachers Nichtqualifikation in Mosport)

Weblinks

Biografie Otto Stuppachers auf www.f1rejects.com

Einzelnachweise

  1. Da der für Walter Wolf Racing fahrende Arturo Merzario, der ebenfalls in die Startaufstellung gerutscht war, seine Meldung überraschend zurückzog, erhielten Mass, Hunt und Watson letztlich wieder die Startberechtigung, gingen allerdings vom Ende des Feldes aus ins Rennen. Hierzu und zu dem Gerücht, dass Merzario durch finanzielle Zuwendungen Penskes zum Rückzug seiner Meldung bewegt worden war, s. die Anmerkung bei www.f1rejects.com.