Ottokar Lorenz

Ottokar Lorenz (* 17. September 1832 in Iglau (heute Jihlava, Tschechische Republik); † 13. Mai 1904 in Jena) war ein österreichisch-deutscher Historiker und Genealoge.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Von 1861 bis 1885 war Lorenz Geschichtsprofessor an der Universität Wien und galt als ein führender österreichischer Historiker seiner Zeit. Anschließend hatte er einen Lehrstuhl an der Universität Jena inne. Er gilt als Begründer der modernen „wissenschaftlichen Genealogie“. Lorenz griff in seinem „Lehrbuch der gesammten wissenschaftlichen Genealogie“ das Ende des 19. Jahrhunderts zunehmende Interesse an der Vererbungslehre auf. Er „glaubte in der familären Generationenfolgen den Pulsschlag der Weltgeschichte zu spüren“, in dem ein gesamtgesellschaftlicher Rhythmus zu sehen sei, der wiederum die Abfolge geistiger Strömungen in der Gesellschaft zur Folge habe.[1] Seine Schlussfolgerungen wurden von biologistisch orientierten Naturwissenschaftlern und völkisch denkenden Kulturphilosophen in den 1920er Jahren begrüßt und in eigene Überlegungen eingearbeitet.

Schriften

  • Deutsche Geschichte im 13. und 14. Jahrhundert (2 Bände 1863/67),
  • Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter seit der Mitte des 13. Jahrhunderts (2 Bände, 1886/87),
  • Genealogisches Handbuch der europäischen Staatengeschichte (1892),
  • Lehrbuch der wissenschaftlichen Genealogie (1898).

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Harald Künemund, Marc Szydlik (Hrsg.): Generationen: Multidisziplinäre Perspektiven. VS Verlag, 2009, ISBN 978-3-53115413-8, S. 67f