Paris Lodronscher Primogeniturpalast

Paris Lodronscher Primogeniturpalast
Paris Lodronscher Primogeniturpalast: Seitenansicht vom Mirabellplatz aus
Paris Lodronscher Primogeniturpalast: Eingangstor in der Dreifaltigkeitsgasse
Paris Lodronscher Primogeniturpalast: Eingangstor in der Dreifaltigkeitsgasse

Der Paris Lodronsche Primogeniturpalast in Salzburg geht auf die 1643 von Paris Lodron gestiftete Primogenitur zurück.

1643 übergab Fürsterzbischof Paris Lodron an seinen Bruder Christoph von Lodron einen Teil des durch die Trockenlegung des Mooses von Itzling und Schallmoss gewonnenen Geländes innerhalb der Stadtmauern Salzburgs als Teil des Primogeniturfideikommiss. Zu dem „Palatium Lodronicum“ gehörte auch das später so genannte alte Borromäum bzw. das heutige Gebäude der Universität Mozarteum in der Dreifaltigkeitsgasse. Der Primogeniturpalast selbst wurde von Dombaumeister Santino Solari errichtet.

Beim Stadtbrand des Jahres 1818 brannte auch dieses Haus aus, es wurde aber weitgehend wieder instandgesetzt. 1846 erwarb Kardinal Schwarzenberg das Gebäude und anstelle des früher vorhandenen niedrigen Hoftraktteiles entstand hier 1846 bis 1848 die Borromäuskirche. 1849 wurde im Haupthaus das nach der neu erbauten Kirche benannte „Collegium Borromäum“ gegründet, eine katholische Privatschule, die zuerst vor allem der Ausbildung von Priesterkandidaten diente und später ein allgemeines Gymnasium wurde. Dieses übersiedelte 1912 nach Parsch, wo es sich auch heute noch befindet. Danach diente das Haus vorübergehend als Wohnhaus. Im alten Turnsaal des Alten Borromäums war zudem ab 1913 das neu gegründete Salzburger Marionettentheater untergebracht. Daran erinnert heute noch die Aicherpassage im Erdgeschoss des Gebäudes. 1894 ist der bei diesem Haus befindliche Stadttorbogen über die Dreifaltigkeitsgasse („Mitterbachbogen“) als Verkehrshindernis abgerissen worden.

Der Primogeniturpalast wurde 1972 mit Zustimmung der Gremien der Universität Salzburg und gegen den erbitterten Widerstand des Salzburger Stadtvereins Großteils abgetragen, um Raum für die Kunsthochschule Mozarteum zu schaffen. Nur die Außenwände des Gebäudes blieben dabei erhalten; der zwischen diesen Hauswänden und dem Mirabellgarten bestehende Raum wurde mit einem beinahe fensterlosen bunkerartigen Bau (ohne natürliches Licht oder Belüftung von außen) angefüllt. Dieser Neubau wurde bereits 1998 wegen Verdachts auf krebsauslösende Schadstoffbelastungen geschlossen und durch einen gefälligeren Neubau (2004-2006, Architekt Robert Rechnenauer, München) ersetzt. Zwei Portale tragen weiterhin ein Wappen Paris Lodrons. Im Mozartsaal der Universität befindet sich heute ein sehenswertes Fresko von Anton Faistauer mit der Darstellung der Heimkehr Dianas von der Jagd, das aus dem Lederer-Schlössl in Wien stammt.

Literatur

  • Herberg Dorn: Spurensuche in Salzburg. Verschwundene Bauwerke und vergessene Kunstschätze aus acht Jahrhunderten. 1996, Salzburg: Museum Carolino Augusteum, ISBN 3-901014-49-7.

Weblinks

, 47.80352513.044291666667Koordinaten: 47° 48′ 13″ N, 13° 2′ 39″ O