Patscherkofelbahn

Die Patscherkofelbahn ist eine Großkabinenbahn, die vom Innsbrucker Stadtteil Igls in Tirol auf den Patscherkofel führt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Talstation der Patscherkofelbahn

Schon 1905 hatte das Projekt des Baus einer von der Endstelle der Innsbrucker Mittelgebirgsbahn in Igls zu dem 1887 errichteten Kaiser Franz Josefhause (heute: Schutzhaus Patscherkofel) bestanden.[1] führenden Zahnradbahn[2]

Die am 21. Jänner 1928 konzessionierte[3], von Adolf Bleichert & Co. erbaute, am 14. April 1928 in Betrieb genommene Pendelbahn, deren Höchstgeschwindigkeit 7 Meter pro Sekunde beträgt, ist 3.737 Meter lang. Oberhalb der Mittelstation Heiligwasser erreicht sie auf ihrem zweiten Abschnitt bis zur Bergstation eine maximale Steigung von 54 Prozent. Die Fahrzeit von der Tal- auf die Bergstation beträgt etwa eine Viertelstunde, wobei pro Abschnitt zwei Kabinen (bis 1962 nur jeweils ein Wagen) mit einer jeweiligen Nutzlast von 3,6 Tonnen eingesetzt werden können. Seit Dezember 1996 wird die Bahn privat betrieben; in dieser Umbruchphase fand auch eine technische Modifikation statt, welcher im Jahr 2002 Umbau und Neulackierung der Kabinenwagen folgte.

Eine Besonderheit der Patscherkofelbahn ist die Überquerung einer 110-kV-Bahnstromleitung der ÖBB. Diese wurde im Bereich der Kreuzung mit der Bahn auf Bodenhöhe verlegt.

Talstation (in Igls) wie auch Bergstation (in Patsch) stehen unter Denkmalschutz.

Unglück 1964

Am 28. Dezember 1964 kam es aufgrund fehlerhafter Bremsen und eines nicht an seinem Arbeitsplatz befindlichen Maschinisten zu einer zu schnellen Einfahrt der Gondeln in die Stationen. In weiterer Folge kam es zu einem Riss des Zugseils und eine Gondel fuhr talwärts, bis sie durch den abgerissenen Teil des Zugseiles, der sich verhakt hatte, ruckartig zum Stillstand kam. Dabei wurden 16 Personen verletzt, vier davon schwer.[4]

Streckenverlauf

Kreuzung Patscherkofelbahn mit Bahnstromleitung
Seehöhe
Talstation 904 m
Mittelstation Heiligwasser 1.136 m
Bergstation 1.951 m
Patscherkofel
(Kopf des Gipfelweges)
2.246 m

Literatur

  • Rudolf von Granichstaedten-Czerva: Führer für die Patscherkofel-Drahtseil-Schwebebahn. Braun, Wien 1928. [5]
  • Seilschwebebahn Igls-Patscherkofel, Land Tirol, Österreich. Zaunrith, Salzburg 1928. [6]
  • Tiroler Tageszeitung. Unabhängiges Tiroler Volksblatt für Westösterreich und Südtirol. Schlüsselverlag, Innsbruck 1945–1993. [7]
  • Günther Schöffel: 50 Jahre Innsbrucker Seilbahnen. 1928–1978. Patscherkofelbahn 14. April 1928, Nordkettenbahn 8. Juli 1928. Stadtwerke Innsbruck, Innsbruck 1978. [8]

Weblinks

Betreiberpräsentation

Einzelnachweise

  1. Schutzhaus Patscherkofel. In: urlauburlaub.at, abgefragt am 23. März 2011.
  2. Neue Bahnen. In: Der Naturfreund, Jahrgang 1905, (IX. Jahrgang), S. 30, unten rechts. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/dna
  3. BGBl 1928/35.
  4. Tiroler Tageszeitung, 29. Dezember 1964: Zugseil gerissen – Gondel sauste talwärts,
    Tiroler Tageszeitung, 29. Dezember 1964: Augenzeuge: „Höllenfahrt ging über zwei Stützen“,
    Tiroler Tageszeitung, 30. Dezember 1964: Experten und Gerichtskommission am Unfallort,
    Tiroler Tageszeitung, 31. Dezember 1964: Maschinist: „Ich wurde vom Übelsein befallen“.
  5. Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund.
  6. Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund.
  7. Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund.
  8. Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund.

47.22952111805611.414183378333Koordinaten: 47° 13′ 46″ N, 11° 24′ 51″ O