Paul Hudl

Paul Hudl

Paul Hudl (* 6. Mai 1894 in Wien; † unbekannt) war ein österreichischer Politiker (NSDAP) und SS-Offizier.

Leben und Wirken

Nach dem Besuch der Volksschule und der Realschule, die er mit der Matura abschloss, trat Hudl 1913 als Einjährig-Freiwilliger in das 4. Regiment der Tiroler Kaiserjäger ein. Von 1914 bis 1918 nahm er am Ersten Weltkrieg teil. Im November 1917 wurde er zum Oberleutnant befördert. Im Krieg wurde er siebenmal „vor dem Feinde ausgezeichnet“ und zweimal verwundet.

Nach Kriegsende schlug Hudl die kaufmännische Laufbahn ein und machte sich 1924 in diesem Beruf selbständig. Politisch engagierte er sich seit 1930 in er NSDAP (Mitgliedsnr. 612.509), der er bereits von 1920 bis 1926 angehörte.

Am 25. Juli 1934 beteiligte Hudl sich an dem von österreichischen Nationalsozialisten unternommenen Versuch, die österreichische Regierung durch einen Putsch zu stürzen und die Staatsgewalt im Alpenstaat zu übernehmen. Er war – in einer falschen Uniform verkleidet – an diesem Tag an der Erstürmung des Bundeskanzleramtes am Ballhausplatz beteiligt, bei der der österreichische Kanzler Engelbert Dollfuss erschossen wurde. Nach der Niederschlagung des Putsches wurde Hudl am 2. August 1934 von einem Militärgericht zu lebenslänglicher schwerer Kerkerhaft unter Aberkennung des Ordens der Eisernen Krone und des Militär-Verdienstkreuzes verurteilt. Nach dreiundvierzigmonatiger Haft in der Strafanstalt Stein an der Donau wurde Hudl schließlich am 18. Februar 1938 amnestiert und in Freiheit gesetzt.

Nach dem „Anschluss Österreichs“ an das Deutsche Reich im März 1938 erhielt Hudl ein Mandat für den nationalsozialistischen Reichstag, dem er bis zum Ende der NS-Herrschaft im Frühjahr 1945 angehörte.

Als Angehöriger der SS (Mitgliedsnr. 107.003) erreichte Hudl den Rang eines Sturmbannführers.

Literatur

  • Erich Stockhorst: 5000 Köpfe. Wer war Was im Dritten Reich?, Kiel 1985.

Weblinks