Paul Kellermann

Paul Kellermann (* 16. August 1937 in Stettin) ist ein deutscher und österreichischer (doppelte Staatsbürgerschaft) Soziologe.

Kellermann lehrt seit gut dreißig Jahren als Universitäts-Professor für Soziologie (Bildung, Arbeit, Industrie und Betrieb, Wirtschaft und Geld) an der österreichischen Alpen-Adria-Universität Klagenfurt sowie an verschiedenen Universitäten Deutschlands, Österreichs, der USA und Afrika.

Paul Kellermann prägte und begründete theoretisch die Konzepte "Bildungswissenschaften"(1968/69 Konstanzerblätter für Hochschulfragen), "Kollektive Identität" (1972/73 Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie), "Moneyismus" (2005/07 Verlag für Sozialwissenschaften Wiesbaden).

Inhaltsverzeichnis

Thematische Schwerpunkte

Seit seiner grundlegenden Kritik verschiedener Varianten früh- und spätbürgerlicher Ordnungssoziologie von Auguste Comte bis Talcott Parsons in seiner 1967 publizierten Münchener Dissertation sind Kellermanns Arbeitsschwerpunkte die Wirtschafts-, Bildungs- und Geldsoziologie. Diesen Gesamtzusammenhang drückt auch der Titel des als Band 22 erschienenen Buchs aus dem Klagenfurter Forschungsprojekt „Arbeit und Bildung“ - „Gesellschaft erforderliche Arbeit und Geld“ (1991) – in der seit 1977 erscheinenden Buchreihe „Klagenfurter Beiträge zur bildungswissenschaftlichen Forschung“ [1] (herausgegeben von Kellermann) griffig aus. Dabei werden Arbeit und Bildung als universelle, gesellschaftliche Kategorien verstanden: Arbeit im Sinne jeder Tätigkeit, die Leistungen zur Stillung von Bedürfnissen verfügbar macht; und Bildung als Aufbau und Entwicklung von Persönlichkeitsstrukturen. Kritisiert wird, dass in Geldgesellschaften (Kapitalismus) Arbeit und Bildung nur noch als Erwerbsarbeit und Schulung verstanden werden. Der naive Glaube an Geld wird als "Moneyismus" verstanden.

Schriften (Auswahl)

  • Kritik einer Soziologie der Ordnung. Organismus und System bei Comte, Spencer und Parsons. Rombach, Freiburg/Br. 1967.
  • Gesellschaftlich erforderliche Arbeit und Geld. Über den Widerspruch von Erwerbslosigkeit und defizitärer Sicherung der Lebensbedingungen (= Arbeit und Bildung IV), Klagenfurt 1991 [=Klagenfurter Beiträge zur bildungswissenschaftl. Forschung 22]
  • Geld im globalen Kapitalismus. In: Handbuch der Wirtschaftssoziologie. VS, Wiesbaden 2008, S. 320–340.
  • Armut und Reichtum im globalen Zeitalter. In: Studien zur Sozialpädagogik. Band 8, 2008, S. 192–207

zuletzt herausgegeben:

  • Geld und Gesellschaft', Wiesbaden 2005.
  • Die Geldgesellschaft und ihr Glaube', Wiesbaden 2007.
  • Zur Kritik europäischer Hochschulpolitik', Wiesbaden 2009.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. vgl. http://d-nb.info/013053884