Paul Le Caër

Paul Le Caër (* 12. Dezember 1923) ist ein französischer Überlebender des KZ Mauthausen und ein ehemaliger Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Le Caër wurde im Februar 1943 als 19-jähriger Medizin-Student aufgrund seines Widerstandes gegen den Nationalsozialismus (in der Widerstandsgruppe „Cohors Asturies“) verhaftet. Von einem französischen Gefängnis aus wurde er in das KZ Mauthausen verschleppt. Er wurde in das KZ-Nebenlager Wiener Neustadt gebracht, im November 1943 kam er das KZ-Außenlager Redl-Zipf, wo er im „Krankenrevier“ arbeiten musste. Als das Außenlager Anfang Mai 1945 aufgelöst und die Häftlinge in das Außenlager Ebensee transportiert wurden, konnte er fliehen. Er konnte das „Totenbuch“ des Lagers Redl-Zipf vor der Vernichtung bewahren. Nach Kriegsende bemühte sich Le Caër um die Errichtung eines Gedenksteins für die in Redl-Zipf ermordeten KZ-Häftlinge.[1][2] Am 8. Mai 1945 traf Le Caër im KZ-Außenlager Lenzing ein und informierte in der Folge die Alliierten Streitkräfte über das Lager bzw. versuchte, den im Lager untergebrachten weiblichen KZ-Häftlingen zu helfen.[3]

Bereits im September 1945 schloss er das Bakkalaureat in Sozialwirtschaft an der Universität Caen ab. 1948 bekam er das Diplom für Zahnmedizin an der Universität Paris und betrieb ab diesem Jahr eine Praxis. 1973 habilitierte er sich in Zahnmedizin in Paris. 1986 ging er in Pension.[4]

Auszeichnungen und Ehrungen

Le Caër erhielt zahlreiche (militärische) Auszeichnungen, z. B. zum „Commandeur de la Légion d’Honneur“. 2003 erhielt er das „Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich“.[5] Le Caër ist ehrenamtlich in zahlreichen Organisationen aktiv, so etwa als Vize-Präsident der „Amicale de Mauthausen“.[6]

Paul-Le Caer-Preis

Seit 2010 verleiht das Mauthausen Komitee Vöcklabruck eine Auszeichnung mit dem Titel „Paul-Le Caer-Preis“.[7]

  • 2010 wurde der Preis an Alois Sattleder für seinen "Einsatz gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit und für mehr Zivilcourage" verliehen.[8]
  • 2011 ging der Preis an die Berufsschule Attnang "für die Arbeit gegen das Vergessen und gegen das Auftreten rassistischer, extremistischer und fremdenfeindlicher Tendenzen im Bezirk Vöcklabruck".[9]
  • 2012 wurde der Preis an den Ungenacher Pfarrer Josef Friedl "für dessen mutiges Eintreten im Fall Zogaj" verliehen.[10]

Literatur

  • Paul Le Caër: Ein junger Europäer in Mauthausen 1943-1945. Herausgegeben vom Bundesministerium für Inneres. Bundesministerium für Inneres - Ref. IV/4/a, Wien 2002, ISBN 3-9500867-3-0 (Mauthausen-Studien 2), S. 50.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.oe-journal.at/Aktuelles/0903/W1/20509LeCaer.htm
  2. http://www.campmauthausen.org/biographies#plc
  3. Christian Hawle, Gerhard Kriechbaum, Margret Lehner: Täter und Opfer: Nationalsozialistische Gewalt und Widerstand im Bezirk Vöcklabruck 1938-1945. Bibliothek der Provinz Verlag, Freistadt 1995
  4. http://www.mauthausen-schlier.com/paul-le-caer/distinctions/
  5. http://www.oe-journal.at/Aktuelles/0903/W1/20509LeCaer.htm
  6. http://www.mauthausen-schlier.com/paul-le-caer/distinctions/
  7. http://www.meinbezirk.at/Voecklabruck/bez_94/channel_4/chsid_1/uid_7563/id_723173?printarticle=1
  8. OÖN 4. August 2010: Sattleder mahnt endlich Lösung für durchreisende Roma und Sinti ein
  9. LeCaer-Preis geht an Berufsschule Attnang. In: OÖNachrichten online, Oberösterreich > Salzkammergut, 17. Mai 2011
  10. Mein Bezirk - Vöcklabruck: Le-Caër-Preis für Josef Friedl