Paylife

PayLife Bank GmbH
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Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Gründung 1980
Sitz Wien
Leitung Peter Neubauer
(Vorsitzender der Geschäftsführung)
Erwin Jerusalem
(Geschäftsführer)
Mitarbeiter rund 330 (2011)
Website http://www.paylife.at

Die PayLife Bank GmbH, vormals Europay Austria Zahlungsverkehrssysteme GmbH, ist der Marktführer im kartenbasierten bargeldlosen Zahlungsverkehr in Österreich.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Vorgängergesellschaften als Tochter der österreichischen Banken waren:

  • die 1978 gegründete Gabe Geldausgabeautomaten Service-Gesellschaft mbH mit dem Aufgabengebiet Planung, Logistik und Inbetriebnahme des Bankomat-Systems, Ausgabe von eurocheque-Karten mit Bankomat-Funktion, Abwicklung der Bargeldabhebungen sowie
  • die 1980 gegründete Eurocard Austria GesmbH .

1993 werden beide Gesellschaften zur Europay Austria Zahlungsverkehrssysteme GmbH und deren Processing-Tochter Austrian Payment Systems Services (APSS) fusioniert.

Am 1. September 2007 wurde Europay Austria in PayLife Bank GmbH umbenannt.

Aktivitäten

PayLife verfügt über ca. 96.500 Vertragspartner und hat 8 Millionen Zahlungskarten ausgegeben. Unterstützte Kartensysteme sind Maestro, MasterCard, VISA und die elektronische Geldbörse Quick.

PayLife ist Issuer bzw. Herausgeber der Kreditkarte MasterCard, der Elektronischen Geldbörse Quick und Issuing Supporter der österreichischen Geldinstitute für die Bankomatkarte Maestro in Österreich. Seit 2007 werden auch VISA-Produkte ausgegeben. Ebenso sollen VISA-, CUP- sowie JCB (JCB International)-Händlerverträge angeboten werden (Acquiring). Hintergrund ist eine Multibrandstrategie sowie die Ausrichtung auf den künftigen europaweit einheitlichen Zahlungsraum SEPA.

Die Maestro-Bankomatkarte ist in Österreich heute ein multifunktionelles Werkzeug mit vielen Features: Kundenkarte für Stammkundenabfrage für Handelsbetriebe, Trägermedium der sicheren Digitalen Signatur, etc. Mit Maestro SecureCode steht darüber hinaus auch noch ein sicheres Zahlungsmittel für Online-Shopping zur Verfügung.

Eigentümerstruktur und Organisatorisches

PayLife Bank GmbH befindet sich im Eigentum der österreichischen Banken. Die Anteile sind folgendermaßen verteilt:

Geschäftsführer sind Peter Neubauer (CEO/Vorsitzender) und Erwin Jerusalem. Der Firmensitz befindet sich in Wien-Landstraße.

Kartellurteil

Im September 2007 wurde Europay/PayLife wegen Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung (Bildung eines Absichtskartells und Verrechnung überhöhter Transaktionsgebühren) vom OGH zu einer Geldbuße von 7 Mio. Euro verurteilt. Dies war die bislang höchste Geldstrafe, zu der ein Unternehmen in Österreich wegen eines Wettbewerbsverstoßes verurteilt wurde.[1]

Druck durch die EU-Wettbewerbsbehörde

Bereits im Jahr 2007 hatte die EU-Wettbewerbsbehörde angeordnet, dass Paylife verkauft werden müsste um nicht gemeinsam mit Card Complete eine Monopolstellung in Österreich zu schaffen.

Bedingt durch die Finanzkrise wurde ein Verkauf von Paylife jedoch vorerst aufgeschoben. Erst im Jahr 2012 wurde die Bank Austria und die Erste Bank vom Konsortium beauftragt einen Käufer der Anteile von Paylife zu finden. Bis auf die Raiffeisen Zentralbank haben sich alle Institute entschlossen aus Paylife auszusteigen.[2]

Neustrukturierung

Am 1. Juli 2012 nahm die neue Gesellschaft ihren operativen Betrieb auf. Dabei wurden Teile des Geschäfts in eine neue Tochtergesellschaft der österreichischen Banken überführt. Die neue Gesellschaft „Payment Services Austria“ übernimmt dabei die Bankomatkartenabwicklung und die Verantwortung für den Betrieb des österreichischen Bankomatsystems. Der neue Vorsitzende ist Rainer Schamberger. Die Kernbereiche PayLife Bank werden hingegen wie bisher das Kreditkarten-/Prepaid Issuing (VISA, Mastercard, Prepaid-Karten), Credit- und Debit-Acquiring und Quick (elektronische Geldbörse) bleiben.[3]

Einzelnachweise

  1. Rekordstrafe für Bankomatbetreiber Europay
  2. Banken suchen Käufer für Paylife in der Presse vom 21. März 2012 abgerufen am 22. März 2012
  3. Zusammenfassung über PayLife Neustrukturierung

Weblinks