Paznaun

Dieser Artikel erläutert die Talung, zum Ort siehe Paznaun (Gemeinde Ischgl).

47.06944444444410.40751100Koordinaten: 47° 4′ 10″ N, 10° 24′ 27″ O

Reliefkarte: Tirol
marker
Paznaun
Magnify-clip.png
Tirol

Das Paznaun, selten Paznauntal, ist eine Talung im äußersten Westen von Nordtirol, Österreich, und umfasst das Tal der Trisanna und deren Nebentäler.

Inhaltsverzeichnis

Lage und Landschaft

Das Paznaun liegt im Westen Tirols. Es beginnt in Pians nach Landeck, am Zusammenfluss der Trisanna mit der Rosanna zur Sanna, und ist ein Seitental des Stanzer Tals. Das Tal erstreckt sich in südwestlicher Richtung mit einer Länge von knapp 40 km bis an die Bieler Höhe, wobei der letzte, unbewohnte Talabschnitt das Kleinvermunt genannt wird. Dort grenzt es an das Bundesland Vorarlberg, und im Süden an die Schweiz.

Das V-förmige Hochtal wird im Norden von der Verwallgruppe und im Süden von der Samnaungruppe und der Silvretta umgeben. Der höchste Berg ist mit 3399 m ü. A. das Fluchthorn.

Orte im Paznaun

Die Talung umfasst taleinwärts folgende größere Orte:

Die vier Gemeinden sind in mehreren Gemeindeverbänden verbunden:

  • der Gemeindeverband Paznaun wurde gegründet, um die Einnahmen aus dem Talschilling zu verteilen, den die Vorarlberger Illwerke AG für die Nutzung Paznauner Wasserrechte bezahlen.
  • der 2006 entstandene Gemeindeverband Regio Paznaun hat die Gestaltung und Finanzierung des öffentlichen Personennahverkehrs im Paznaun zur Aufgabe.
  • der Planungsverband Paznauntal ist einer der 37 Planungsverbände Tirols (Nr. 7, LGBl. Nr. 87/2005)

Als Tourismusregion nennt sich das Tal Paznaun–Ischgl.

Nachbarregionen

umgebende Gebirgsgruppe sind kursiv gesetzt
Klostertal (Vorarlberg)
Westverwall
Arlberg · Stanzertal/St. Anton am Arlberg
Ostverwall
Landecker Becken/Tirol West
Montafon
(Vorarlberg) · Nordsilvretta
Nachbargemeinden Samnaungruppe · Sonnenterrasse
Oberes Gericht/Tiroler Oberland
Mittelsilvretta
Prättigau (Ktn. Graubünden, Schweiz)
Westsilvretta
Unterengadin (Ktn. Graubünden, Schweiz)

Zum Namen

Wie auch bei den anderen Talungen der Gegend sagt man im Allgemeinen nur ‚Paznaun‘ zum Tal, die Bezeichnung ‚Paznauntal‘, die sich etwa in der Österreichischen Karte findet, ist selten, und dient allenfalls zur Abgrenzung zum kleinen Weiler Paznaun.

Wirtschaft

Der Haupterwerb der Bewohner ist der Tourismus, der das Landschaftsbild in den letzten Jahrzehnten durch eine rege Bautätigkeit radikal veränderte. Aus einer bergbäuerlich geprägten Talschaft wurde vor allem Ischgl ein Zentrum des internationalen Massentourismus.

Verkehr

Die Paznauntalstraße (B 188, ehem. Silvrettastraße) führt durch das ganze Tal, der im Winter nicht befahrbare Abschnitt der Silvretta-Hochalpenstraße (Privatstraße) verbindet das Paznaun mit dem Montafon in Vorarlberg. Ab Wirl (Ortsteil von Galtür) bis Silvretta ist die Silvretta-Hochalpenstraße mautpflichtig. Von Wirl führt auch die Straße auf das Zeinisjoch.

An der Bieler Höhe, dem höchsten Punkt der Silvretta-Hochalpenstraße, befindet sich der Silvretta-Stausee. Auf einem gutausgebautem Wanderweg kann man den See umrunden. Im Sommerhalbjahr fährt auf dem See ein Ausflugsboot.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Im Paznaun existieren in den einzelnen Weilern über 60 Kapellen, siehe Liste der Kapellen im Paznaun.

Geschichte

Durch das Alpenhochwasser 2005 war das Paznaun vom 23. August bis zum Abend des 26. August 2005 vom Rest Tirols abgeschnitten und nur via Vorarlberg über die Silvrettamautstraße zu erreichen. Aufgrund eines Felssturzes bei der Gfällbrücke bei Tobadill wurde in kürzester Zeit eine Ausweichroute (Tunnel) gebaut und somit die Zufahrt ins Paznaun gesichert.

Literatur

  • Walter Köck: Sturm über Galtür. Im lawinen-, kapellen- und sagenreichen Paznaun. Eigenverlag Walter Köck, Galtür 2000.
  • Walter Köck: 80 Jahre im Paznaun. Zeit zu lachen, Zeit zu weinen, Zeit zu sammeln. Eigenverlag Walter Köck, Galtür 2003.

Einzelnachweise


Weblinks

 Commons: Paznaun – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
  • Franz Wichmann: Im Paznaun. Wanderskizze.. In: Österreichische Alpenpost/Reise- und Fremdenzeitung für Tirol und Vorarlberg, Jahrgang 1905, (Band VII), S. 99–102. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/oap