Peter Lerchbaumer

Peter Lerchbaumer (* 2. März 1945 in Wien) ist ein österreichischer Schauspieler.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Peter Lerchbaumer absolvierte eine Schauspielausbildung an der Schauspielschule Krauss in Wien. Ein erstes Engagement führte ihn ans Burgtheater (1966–68), dem weitere Stationen an den Stadttheatern in Regensburg (1968–79), Freiburg (1969–73) und Heidelberg (1973–77), sowie der Volksbühne Berlin (1977/78) folgten. 1977 gehörte er zu den Mitbegründern des Kabaretts Die Springmäuse. In den Jahren von 1978 bis 1989 war er am Theater Basel, am Theater am Neumarkt Zürich, dem Wiener Schauspielhaus und dem Schauspielhaus Hamburg zu sehen. Von 1988 bis 1990 spielte er am Theater Bonn, und schließlich von 1990 bis 2002 am Schauspiel Frankfurt. 1991 wirkte Lerchbaumer anlässlich des 700-Jahr-Jubiläums der Schweizerischen Eidgenossenschaft in der Aufführung des Mythenspiels auf einer großen Freilichtbühne in Schwyz mit.

Seit Mitte der 1990er Jahre ist der Theaterdarsteller auch vermehrt in Fernsehproduktionen präsent, in denen er meist umsichtig agierende, Autorität ausstrahlende Charaktere verkörperte. Wiederholt arbeitete er dabei mit den Regisseuren Dagmar Hirtz, Gabriela Zerhau und Rolf Silber zusammen. Einem breiteren Publikum ist Peter Lerchbaumer vor allem in der Rolle des Vorgesetzten „Rudi Fromm“ des Ermittler-Duos „Sänger“ und „Dellwo“ im Frankfurter Tatort bekannt. Seit 2002 stand er, häufig unter der Regie von Niki Stein, in über einem Dutzend Tatort-Filmen vor der Kamera. Die von Thomas Freundner inszenierte Folge Herzversagen wurde 2005 mit einem Grimme-Preis prämiert, Weil sie böse sind wurde 2010 als Bester Fernsehfilm mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Als deren in den Ruhestand verabschiedeter Chef stand er im September 2010 auch im Mittelpunkt der Folge Am Ende des Tages, mit der Andrea Sawatzki und Jörg Schüttauf ihren Abschied als Tatort-Kommissare nahmen.[1]

In der Sat.1-Krimireihe Ein Fall für den Fuchs spielte Lerchbaumer in sechs Episoden ebenfalls einen Kriminaloberrat. In den vergangenen Jahren wuchs sein öffentliches Profil beständig, so war er etwa 2004 in Dominik Grafs Kalter Frühling und 2008 in Matti Geschonnecks Thriller Duell in der Nacht, sowie 2006 in Margarethe von Trottas Psychodrama Ich bin die andere auch auf der Kinoleinwand zu sehen. 2009 spielte er die Hauptrolle in Rolf Silbers Tragikomödie Der Mann auf der Brücke um einen lebensmüden 60-Jährigen, der unerwartet selbst zum Lebensretter wird und dessen Kampfgeist neu erwacht. Für seine darstellerische Leistung wurde Peter Lerchbaumer im gleichen Jahr mit dem Hessischen Fernsehpreis bedacht.[2]

Peter Lerchbaumer, der auch als Sprecher von Kriminalhörspielen tätig ist, lebt in Frankfurt am Main. Er ist verheiratet und Vater von einer Tochter und zwei Söhnen.

Filmografie (Auswahl)

  • 1996: Wunschkind (Fernsehfilm)
  • 1997: Falsche Liebe (Fernsehfilm)
  • 1997: Die Konkurrentin (Fernsehfilm)
  • 1998: Hauptsache Leben (Fernsehfilm)
  • 2000: Schwiegermutter (Fernsehfilm)
  • 2000: LiebesLuder
  • 2001: Ein Sommertraum (Fernsehfilm)
  • 2002: Tatort – Oskar (Fernsehreihe)
  • 2002: Das Verlangen
  • 2002: Der Tod ist kein Beweis (Fernsehfilm)
  • 2003: Tatort – Frauenmorde (Fernsehreihe)
  • 2003: Tatort – Das Böse (Fernsehreihe)
  • 2004: Kalter Frühling (Fernsehfilm)
  • 2004: Tatort – Janus (Fernsehreihe)
  • 2004–2007: Ein Fall für den Fuchs
  • 2004: Tatort – Herzversagen (Fernsehreihe)
  • 2005: Tatort – Leerstand (Fernsehreihe)
  • 2005: Stromberg (Nebenrolle in Staffel 2, Folge 1)
  • 2006: Ich bin die andere
  • 2006: Tatort – Das letzte Rennen (Fernsehreihe)
  • 2006: Tatort – Der Tag des Jägers (Fernsehreihe)
  • 2007: Tatort – Unter uns (Fernsehreihe)
  • 2007: Ein verlockendes Angebot (Fernsehfilm)
  • 2007: Tatort – Bevor es dunkel wird (Fernsehreihe)
  • 2008: Duell in der Nacht (Fernsehfilm)
  • 2008: StolbergIrrlichter (Fernsehserie)
  • 2008: Sommer
  • 2008: Tatort – Der frühe Abschied (Fernsehreihe)
  • 2008: Mein Mann, der Trinker (Fernsehfilm)
  • 2008: Tatort – Waffenschwestern (Fernsehreihe)
  • 2008: Tatort – Der tote Chinese (Fernsehreihe)
  • 2009: Tatort – Neuland (Fernsehreihe)
  • 2009: Der Mann auf der Brücke (Fernsehfilm)
  • 2009: Tatort – Architektur eines Todes (Fernsehreihe)
  • 2010: Tatort – Weil sie böse sind (Fernsehreihe)
  • 2010: Gier (Fernsehfilm)
  • 2010: Tatort – Am Ende des Tages (Fernsehreihe)
  • 2010: Der Doc und die Hexe (Fernsehfilm)
  • 2010: Tod einer Schülerin (Fernsehfilm)
  • 2011: Das dunkle Nest (Fernsehfilm)
  • 2011: Der Kardinal
  • 2011: Niemand ist eine Insel
  • 2012: Die Braut im Schnee (Fernsehfilm)
  • 2012: Deckname Luna (Fernsehfilm)
  • 2012: Was machen Frauen morgens um halb vier?
  • 2012: Mandy will ans Meer

Auszeichnungen

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Der letzte Tango von Frankfurt, Der Tagesspiegel vom 4. September 2010
  2. Verleihung des Hessischen Fernsehpreises 2009 – Jurybegründung