Peter Matić

Peter Matić (2010)

Peter Matić (* 24. März 1937 in Wien) ist ein österreichischer Schauspieler, Synchronsprecher und Hörbuchinterpret. Seine Stimme ist vor allem durch die Synchronisation des britischen Charakterdarstellers Ben Kingsley bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Theater

Im Anschluss an seine Ausbildung an der Schauspielschule Krauss und bei Dorothea Neff debütierte Matić 1960 am Theater in der Josefstadt in Wien und war dort bis 1968 in einem Festengagement tätig. Nach Gastauftritten am Theater Basel und den Münchner Kammerspielen agierte Matić von 1972 bis zur Schließung des Schillertheaters im Jahr 1994 an den Staatlichen Schauspielbühnen in Berlin. In Ferdinand Raimunds Zauberspiel Der Alpenkönig und der Menschenfeind übernahm er dort 1972 neben Nikolaus Paryla die Hauptrolle des Alpenkönigs, in Die Zofen von Jean Genet (1973) spielte er neben Helmut Griem und Thomas Holtzmann. Darüber hinaus war Matić als Gastschauspieler an der Deutschen Oper, am Theater des Westens, am Renaissance Theater Berlin, am Schauspiel Frankfurt, an der Bayerischen Staatsoper und im Rahmen der Salzburger und Reichenauer Festspiele zu sehen. Seit 1994 gehört Matic dem Ensemble des Wiener Burgtheaters an.

Vor der Kamera übernahm Matić mit Beginn der 1960er Jahre ferner Rollen in diversen Fernsehfilmen, Serien und Kinoproduktionen. In der religiös geprägten ORF Sendung Feierabend sowie in zahlreichen Dokumentarfilmen fungierte er zudem als Off–Sprecher.

Synchronisation

Seit Gandhi (1982) ist Matić der deutsche Stammsprecher des britischen Charakterdarstellers Ben Kingsley. Darüber hinaus lieh er seine Stimme Jeffrey Jones in Amadeus (1984), Wallace Shawn in Hotel New Hampshire (1984), Ian Holm in Brazil (1985), Joel Grey in Remo – unbewaffnet und gefährlich (1985), Scott Glenn in Das Schweigen der Lämmer (1991) und Nigel Hawthorne in Demolition Man (1993). Mitte der 1990er Jahre zog sich Matić zunehmend aus dem Bereich der Filmsynchronisation zurück.

Hörproduktionen

Parallel zu seinem Wirken als Bühnen- und Fernsehschauspieler war Matić seit den 1960er Jahren als Sprecher für den Rundfunk tätig und an einer Vielzahl von Hörspielen für den ORF beteiligt. Gastrollen übernahm er unter anderem als Erzähler in Die falsche Fährte von Henning Mankell (2000) und als Jaspar Rodenkirchen in Tod und Teufel von Frank Schätzing (2008).

Als Hörbuchinterpret vertonte Matić Romane bedeutender Schriftsteller, darunter Mario und der Zauberer von Thomas Mann, Keraban der Starrkopf von Jules Verne, Der Process von Franz Kafka sowie den 7-bändigen Romanzyklus Auf der Suche nach der verlorenen Zeit von Marcel Proust, der das bislang umfangreichste Hörbuchprojekt im deutschsprachigen Raum bildet [1] und Matić in der Kategorie „Bester Interpret“ eine Nominierung für den Deutschen Hörbuchpreis 2011 [2] sowie eine Auszeichnung mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik einbrachte.[3] Zudem wurde das Werk zum „Hörbuch des Jahres 2010“ der Hörbuchbestenliste gekürt.[4] Aus der Reihe HörEdition der Weltliteratur las Matić im Jahr 2007 Jenseits von Schuld und Sühne von Jean Améry, mit Schindlers Liste von Thomas Keneally rezitierte er ein weiteres Werk über die Zeit des Nationalsozialismus. Neben Biografien von Personen aus Politik und Wissenschaft, darunter Fidel Castro. Mein Leben von Ignacio Ramonet und Albert Einstein – Die Berliner Jahre von Thomas Levenson umfasst Matićs bisheriges Wirken als Hörbuchsprecher auch medienkritische Sachbücher wie Die zweite Aufklärung. Vom 18. ins 21. Jahrhundert von Neil Postman (2000) und Die Google Falle von Gerald Reischl (2008).

Filmografie (Auswahl)

Auszeichnungen

Dokumentarfilm

  • Salzburger Festspielinterviews: Peter Matić. Gespräch, Österreich, 2012, 10 Min., Moderation: Barbara Rett, Produktion: PPS, ORF III, Reihe: Spezial, Erstsendung: 21. August 2012, Inhaltsangabe.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. rbb-Produktion als Hörbuch des Jahres ausgezeichnet rbb online, 25. November 2010, aufgerufen am 6. Dezember 2010
  2. Nominierungen für den Deutschen Hörbuchpreis 2011 Deutscher Hörbuchpreis, aufgerufen am 11. Januar 2011
  3. Jahrespreise der Deutschen Schallplattenkrtik 2011 Webseite der deutschen Schallplattenkritik, aufgerufen am 10. September 2011
  4. Hörbuch des Jahres: 160 Stunden Proust Berliner-Literaturkritik.de, 29. November 2010, aufgerufen am 6. März 2012