Peter Paul Rainer (Dichter)

Peter Paul Rainer, auch Paul Rainer (* 10. August 1885 in Innichen; † 2. März 1938 in Reichenberg) war ein Tiroler Dichter und Schriftsteller sowie Lehrer und Direktor des Gymnasiums in Reichenberg.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Geboren als Sohn des Kaufmannes Peter Paul Rainer war er war das Jüngste von neun Kindern. Drei Brüder waren bereits im Kindesalter gestorben, so dass Paul Rainer, wie er sich später nannte, neben fünf Töchtern der einzige Sohn des Ehepaares Rainer war.[1] Das Geburtshaus Peter Paul Rainers besteht noch in Innichen.

Er studierte am humanistischen Gymnasium Stella Matutina in Feldkirch. Trotz des Wunsches des Vaters, er solle Kaufmann werden, und dem der Mutter, die ihn schon als Geistlichen sah, studierte Paul Rainer nach bestandener Matura ab 1904 in Innsbruck Germanistik und ab 1907 in Wien Germanistik und klassische Philologie. Er trat in Innichen auch als Festredner am Geburtstag von Kaiser Franz Joseph am 18. August auf, der in dem damals schon bedeutenden Fremdenverkehrsort Innichen jährlich mit Fackelzügen und Serenaden gefeiert wurde. Rainer spielte hier auch Theater und durchwanderte die Sextener Dolomiten.

Nach der Promotion (1911) unterrichtete er zunächst in Wien und Znaim, dann ab 1914 am staatlichen Realgymnasium in Reichenberg. Er heiratete am 8. August 1914 in Kitzbühel die Tochter des Senatspräsidenten Dr. Heinrich Freiherr von Reissig, die aus Brünn stammende Emma Hedwig Reissig († 29. Oktober 1920). Mit ihr hatte er drei Töchter: Maria, Ilse und Erika. Rainer erzählte vor allem seiner ältesten Tochter viel von seiner Heimat und sprach mit ihr in Pustertaler Mundart. Er nahm sie auch mit nach Innichen, um ihr all das zu zeigen, wovon er ihr so oft erzählt hatte.

Werke

Rainer verfasste zahlreiche Gedichte, Kurzgeschichten (in Reimmichls Volkskalender, im St. Kassian-Kalender, in Der Schlern, in den Dolomiten, im Volksboten, in den Innsbrucker Nachrichten, im Südtiroler und in der Reichenberger Zeitung), Romane und Kinderbücher, wobei viele seiner Arbeiten Ausdruck seiner Heimatliebe waren.[2] Mit einer einzigen Ausnahme begann die Veröffentlichung seiner selbständigen Werke erst 1920, dem Todesjahr seiner Frau. Er begann mit Erinnerungen an seine Heimat, schrieb aber ab 1927 fast ausschließlich Kinderbücher.

Sowohl die Gemeindebibliothek[3] von Innichen als auch die Straße, in der sein Geburtshaus steht, trägt seinen Namen.

Werke

  • Meinem Probekandidaten (1919)
  • Unterm Haunold (1920, Neuauflage 2009 herausgegeben vom Bildungsausschuss Innichen)
  • Legenden aus dem Pustertal (1921)
  • Tiroler Frühling (1924)
  • Das Lachpeterl (1927)
  • Der Dolomitenpeter (1937)

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.gemeinde.innichen.bz.it/de/einrichtungen/namensgeber-bibliothek.asp
  2. Vorwort von Herbert Watschinger zu Paul Rainer, Unterm Haunold, Neuauflage 2009.
  3. http://www.gemeinde.innichen.bz.it/de/einrichtungen/namensgeber-bibliothek.asp