Peter Schieder

Peter Schieder nach der Überreichung des Karl-Heinrich-Ulrichs-Award durch die ILGLaw, 2009.

Peter Schieder (* 20. August 1941 in Wien) ist ein österreichischer Politiker der SPÖ im Ruhestand.

Peter Schieder besuchte Volksschule und Gymnasium in Wien und begann ein Studium der Rechtswissenschaften, das er jedoch nicht abschloss.

Seine berufliche Laufbahn begann Schieder als Journalist. Er arbeitete als Filmkritiker (1961-1962) und Chefredakteur (1962-1964) bei der Zeitschrift Trotzdem. Von 1970 bis 1973 war Schieder Geschäftsführer der WVG-Verlags.

Schieders Parteikarriere begann in der Sozialistischen Jugend, deren Vorsitzender Schieder von 1964 bis 1972 war. Danach arbeitete er bis 1984 als amtsführender Stadtrat in der Wiener Landesregierung. Über viele Jahre hinweg gehörte der Politiker dem Wiener Landesparteivorstand und dem Bundesparteivorstand der SPÖ an.

Schieder hielt mehr als 25 Jahre lang ein Mandat im österreichischen Nationalrat (1970-1973 sowie 1984 bis 2006). Bis zu seinem Ausscheiden aus dem Gremium war er der dienstälteste Abgeordnete. 22 Jahre lang, von 1971 bis Ende 1973, sowie von 1987 bis Anfang 2007 war er Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, war deren Präsident von 2002 bis 2005, Vorsitzender dessen Sozialdemokratischer Fraktion von 1995 bis 2002 und ist heute deren Ehrenpräsident.

Außerdem gehörte er 27 Jahre lang (1974 bis 2001) dem Kuratorium (heute: Stiftungsrat) des ORF an.

Von 1995 bis 2002 war Schieder Bezirksvorsitzender der SPÖ in Wien-Penzing und wurde in diesem Amt von seinem Sohn Andreas (* 1969) abgelöst, der derzeit auch Staatssekretär im Finanzministerium der Bundesregierung Faymann ist.

Im Jahre 2004 verlieh die Universität Budapest ihm die Ehrendoktorwürde der Politikwissenschaft. Die International Lesbian and Gay Law Association (ILGLaw) verlieh ihm am 14. März 2009 im Rahmen einer internationalen Konferenz in West Hollywood den alle drei Jahre vergebenen Karl-Heinrich-Ulrichs-Award für seine Verdienste. Er war schon als junger Nationalratsabgeordneter im Jahre 1971 maßgeblich an der Aufhebung des Totalverbots der Homosexualität in Österreich beteiligt und machte in seiner Antrittsrede als Präsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarates LGBTI-Rechte zu einer seiner Prioritäten.

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952

Weblinks