Peter von Weltzien

Peter (Friedrich Ludwig) von Weltzien (* 1. April 1815 in Bockhorn (Friesland); † 16. Oktober 1870 in Wiesbaden) war ein deutscher Offizier, zuletzt Generalleutnant der Preußischen Armee.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Peter entstammte des Adelsgeschlecht derer von Weltzien und war der Sohn des oldenburgischen Majors Maximilian von Weltzien (1776–1852) und dessen Ehefrau Johanna, geborene Reiche (1789–1847).

Seit dem 14. Lebensjahr war Weltzien Soldat bei der Infanterie im Großherzogtum Oldenburg und seit 1832 Secondeleutnant, besuchte Weltzien von 1834 bis 1837 die Allgemeine Kriegsschule in Berlin. Seit 1836 war er Mitglied des Corps Vandalia Rostock[1] und seit 1837 des Corps Hanseatia Rostock.[2] 1840 wurde er zum Brigadestab versetzt und 1841 zum Premierleutnant befördert.

1839 trat er in den soeben gegründeten Literarisch-geselligen Verein ein und beteiligte sich aktiv an der damals aufblühenden Mäßigkeitsbewegung. Von 1846 bis 1848 begleitete er den Großherzog August auf die Universität Leipzig. 1848 nahm er als Brigadeadjutant und 1849 als Hauptmann im Generalstab der Reserve-Division am Krieg gegen Dänemark teil. 1853 wurde mit den Verrichtungen des Brigademajors und mit der Direktion der Militärschule beauftragt. 1856 zum Brigademajor und 1857 zum Major ernannt, wurde er am 1. Februar 1859 als Militärbevollmächtigter zur Militärkommission des Deutschen Bundes in Frankfurt am Main kommandiert.

Nach einem halben Jahr als Bataillonskommandeur wurde er am 1. Januar 1862 wurde er zum Oberst und Regimentskommandeur ernannt. Seit 30. April 1865 Generalmajor, war Weltzien Kommandeur des Oldenburgischen Truppenkorps und Kommandeur der Oldenburgisch-Hanseatischen Brigade. Im nächsten Jahre führte er diese Brigade im Deutschen Krieg gegen Österreichs süddeutsche Verbündete und kämpfte bei Werbach gegen die Badische Division.

Als darauf das gesamte oldenburgische Bundeskontingent im Rahmen der Militärkonvention mit Preußen in den Verband der Preußische Armee getreten war, wurde Weltzien am 25. September 1867 dem Stab der 15. Division in Köln attachiert.

Seit dem 22. März 1868 Generalleutnant und seit dem 8. April 1869 Kommandeur der 15. Division, zog Weltzien 1870 in den Krieg gegen Frankreich. Mit großer Auszeichnung führte er seine Division am 18. August in der Schlacht bei Gravelotte. Bei der Belagerung von Metz erkrankte er an Typhus. Die Trauer um den Tod seines einzigen Sohnes Peter (geb. 1852), der als Kriegsfreiwilliger gefallen war, verschlimmerte die Erkrankung, an der er am 16. Oktober 1870 in Wiesbaden verstarb.

Seit dem 4. August 1847 war Weltzien mit Marianne, geborene Brockhaus (1829–1919) verheiratet, Tochter des Buchhändlers und Verlegers Friedrich Brockhaus.

Werke

  • Der Branntwein-Feind, Oldenburg 1845.
  • Memoiren des Königlich Preußischen Generals der Infanterie L. v. Reiche[3], 2 Bände. Leipzig 1857
  • Kurzer Lebensabriß des Marschalls Moritz von Sachsen und Auszüge aus seinen Betrachtungen über die Kriegskunst. Oldenburg 1867
  • Personal-Chronik der oldenburgischen Officiere und Militär-Beamten von 1775–1876. Oldenburg 1878
  • als Louis von Weltzien: Militairische Studien aus Oldenburgs Vorzeit und Geschichte des Oldenburgischen Contingents, Oldenburg 1858.

Literatur

  • Ernst Wilhelm Theodor Zedelius: Personal-Chronik der oldenburgischen Officiere und Mailitairbeamten von 1775 bis 1867, Oldenburg 1876.
  • Ernst Theodor von Finckh: Geschichte des Oldenburgischen Infanterie-Regiments Nr. 91. Berlin 1881
  • Bernhard von Poten: Weltzien, Ludwig von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 41, Duncker & Humblot, Leipzig 1896, S. 698 f.
  • Hans Friedl: Weltzien, Peter Friedrich Ludwig, in: Hans Friedl u.a. (Hg.): Biographisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg, Oldenburg 1992, S. 786f.
  • Wolf Lüdeke von Weltzien: Stammstafeln der uradligen mecklenburgischen Familie von Weltzien, Stuttgart 1960 (Manuskript, Niedersächsisches Staatsarchiv Oldenburg).

Einzelnachweise

  1. Kösener Corpslisten 1960, 119, 358
  2. Kösener Korps-Listen 1910, 182, 5.
  3. v. Reiche war Weltziens Oheim. Siehe ADB, 652

Weblinks