Pfarrexpositurkirche Gantschier

Kirche hl. Josef der Arbeiter

Die Pfarrexpositurkirche Gantschier ist eine römisch-katholische Kirche im Dorf Gantschier in der Gemeinde Bartholomäberg. Sie steht unter Denkmalschutz.

Inhaltsverzeichnis

Ehemalige Agatha-Kapelle

Ursprünglich stand in Gantschier ein Agatha-Kapelle, 1769 eingeweiht, auf der Anhöhe hinter der heutigen Schule. Die Kapelle stand am unteren Anfang eines steilen Fußweges von zirka einer Stunde Gehzeit, den sogenannten Kapellenweg, welcher bis zur Mutterkirche St. Bartholomäus in Bartholomäberg verläuft. Während einige Wegkapellen dieses Kapellenweges auch ohne Denkmalschutz von den Grundeigentümern instandgehalten werden, wurde die Agatha-Kapelle nach Errichtung der Pfarrexpositurkirche Gantschier vom Grundeigentümer abgerissen.

Josef-der-Arbeiter-Kirche

1955 errichtete man eine Barackenkirche.[1] 1958 gründete man eine Kirchenbauausschuss, den Auftrag erhielt der Architekt Werner Pfeifer (1919–1972) aus Schruns.[2] Im August 1960 wurde von Bischof Bruno Wechner hinter dem Auffangbecken im flachen Talgrund der Grundstein gelegt. 1962 schloss man die Notkirche aus Sicherheitsgründen, die Messen und Andachten wurden zwei Jahre im Untergeschoss des Neubaus abgehalten, bis Weihnachten 1964 die neue Dorfkirche eingeweiht werden konnte.[1] Sie ist dem Landespatron Hl. Josef dem Arbeiter geweiht. Die Pfarrexpositur mit Abtrennungen von den Pfarren Bartholomäberg, Schruns und Vandans wurde anfangs vom Pfarrer in St. Anton im Montafon und wird heute von Pfarrer in Vandans geleitet. [2]

Die Kirche ist ein schlichtes modernistisches Gebäude zweier gegeneinander versetzter Körper mit Pultdach, und versetzten Fensterflächen, und einem campanileartigen niedrigen Glockenturm. Der Kirchturm steht wie ein Wehrturm dem Fritzenbach entgegen. Das Kirchengebäude bildet mit den Nebenräumen und einer Mesnerwohnung einen Hof, welcher an der offenen Seite mit einem Dach verbunden ist, und gedanklich einen breiten auffangenden Hof zur Fritzen bildet, was das damalige Baukomitee am Planungsentwurf beeindruckte. [1]

Die Betonglasfenster wurden 1962 von der Lausanner Firma A. C. Winternitz Vitraux geschaffen. Bemerkenswert auch die reliefartigen Bronzetüren (?) des Hauptportals und der Ausgangstüre zum angrenzenden Friedhof aus der Bauzeit. Es gibt die Figuren hl. Nikolaus und hl. Johannes Nepomuk der Witwer-Werkstatt aus 1790 aus der Agatha-Kapelle, Wasserheilige, die an die Gefahren des Wassers der Ill und des Fritzenbaches erinnern. Es gibt einen Kruzifix um 1770 vom Paznauner Barockkünstler Johann Ladner. Zwischenzeitig war der Altar von Johann Ladner aus der ehemaligen Agatha-Kapelle im etwas erhöhten Altarbereich an der rechten Langhauswand in das Gotteshaus integriert. [3] 2011 steht dort die Figur Madonna mit Kind von Ladner ohne Strahlenkranz und Altar, daneben in der Höhe niedriger gesetzt, wurde eine Figur Hl. Josef beigestellt.

Literatur

  •  Zita Bernardi: Entwicklung der Geschichte Gantschiers. Die Entwicklung von einer bäuerlichen Siedlung zum Industrie- und Fremdenverkehrsort. 1978 (pdf, tk-gantschier.at).
  • Dehio Vorarlberg 1983, Bartholomäberg, Pfarrexpositurkirche hl. Josef der Arbeiter in Gantschier, Seite 15
  • Andreas Rudigier: Montafon. Ein kleiner kulturgeschichtlicher Führer. Sonderband zur Montafoner Schriftenreihe 7, Heimatschutzverein Montafon, Schruns 2009, ISBN 978-3-902225-36-8, Gantschier, Seiten 65f.

Weblinks

 Commons: Josefskirche (Bartholomäberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c Lit.  Bernardi: 1978, S. 1.
  2. a b Gantschier - Hl. Josef, kath-kirche-vorarlberg.at
  3. Foto Andreas Rüdiger, siehe Literatur, Seite 66

47.0893379.885534Koordinaten: 47° 5′ 22″ N, 9° 53′ 8″ O