Pfarrkirche Feistritz ob Grades

Kirche
Christophorusfresko (Ausschnitt)
Karner

Die Pfarrkirche Feistritz ob Grades ist dem heiligen Martin geweiht. Sie steht im gleichnamigen Ort in der Gemeinde Metnitz in 1089 Meter Höhe in den Mödringer Bergen zwischen dem Metnitztal und dem Gurktal.

Die Kirche, die zwischen 1090 und 1106 erstmals erwähnt wird, hat seit 1131 das Pfarrrecht.

Inhaltsverzeichnis

Baubeschreibung

Die Kirche setzt sich aus einem wahrscheinlich romanischen Langhaus, einem spätgotischen Chor aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, einer barocken Vorhalle und einem mächtigen spätgotischen Turm mit geschweiftem Spitzhelm und spitzbogigen Schallöffnungen an der Nordseite des Chores zusammen. Das Christophorusfresko an der Südseite des Langhauses entstand um 1480/90. Die beiden Sonnenuhren stammen vermutlich aus dem 15. bzw.16. Jahrhundert. Die Eingangshalle besitzt ein quergelegtes Spitztonnengewölbe mit Stichkappen. Betreten wird die Kirche durch ein gotisches Rundbogenportal mit leichtem Bogenprofil.

Die Flachdecke des Langhauses ist mit Stuckrahmen aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ausgestattet. In den Stuckrahmen sind die Auferstehung Christi, Christus als Guter Hirte und die vier Kirchenväter abgebildet. In Westen des Langhauses steht die hölzerne Orgelempore auf zwei Balusterstützen. Ein profilierter spitzbogiger Triumphbogen verbindet das Langhaus mit dem einjochigen Chor mit Fünfachtelschluss und zweibahnigen Maßwerksfenstern. Im Chor ruht ein Sterngratgewölbe auf Runddiensten. An der Ostwand findet sich ein mit 1537 bezeichnetes gemaltes Wappenschild mit Meisterzeichen. Ein Kielbogenportal von 1524 mit eisenbeschlagenen Tür führt in sie sterngratgewölbte Sakristei im Turmerdgeschoß. Das vergitterte, übereck gestellte Sakramentshäuschen springt aus der Chornordwand hervor, darunter befindet sich ein Konsolfigürchen mit Buch.

Einrichtung

Den barocken Hochaltar fertigte 1767 Johann Nischlwizer. Den heiligen Martin in der Mittelnische flankieren innen die Figuren der Heiligen Wolfgang und Nikolaus und außen der Heiligen Florian und Sebastian. Die Figurengruppe im Aufsatz gibt die Marienkrönung wieder. Seitlich an den Runddiensten stehen die Konsolfiguren der Jesuitenheiligen Franz Xaver und Ignatius von Loyola aus dem Jahre 1757.

Die linke Seitenaltar besteht aus einer Ädikula über einem kleinen Sockel und einem gesprengten Segmentgiebel mit kleiner Ädikula als Aufsatz. Die seitliche Ohren sind mit Knorpelwerk, die gedrehten Säulen mit Weinlaub verziert. Der Altar trägt die Statue einer Muttergottes mit Kind und im Aufsatz den heiligen Georg.

Der rechte Seitenaltar ist gleichartig gebaut und birgt die Statue des Antonius von Padua und oben die des auferstandenen Christus.

Die rechteckige Kanzel vom Ende des 17. Jahrhunderts steht auf einer Säule mit korinthisierendem Kapitell. Am Kanzelkorb ist ein Missionsarm mit Kruzifix angebracht. Die Bilder an der Kanzelbrüstung stellen die vier Evangelisten dar.

Zur weiteren Einrichtung zählen das Epitaphbild des Vikars Bernhard David Pichler von 1685, ein geschnitzter Engelluster aus der Mitte des 19. Jahrhundert und die Kreuzwegbilder an der Orgelbrüstung.

Karner

Der gotische Karner südlich der Kirche stammt aus dem 14. Jahrhundert. Der sechseckige Bau mit Halbkreisapsis und Rundbogenportal wird von einem spitzen Schindeldach bedeckt. Im Inneren besitzt er eine schablonierte, um 1500 entstandene Flachdecke. 1958/1960 legte man die in der Mitte des 14. Jahrhundert in al secco ausgeführte Wandmalereien frei. Die oberen Farbschichten sind zu Teil verloren. An der Ostwand ist oben das Jüngste Gericht wiedergegeben. Der Schmerzensmann mit adorierenden Engeln im Gewölbe der Fensternische zeigt eine für die nordischen Länder kennzeichnende Vermischung des gregorianischen Schmerzensmannes (mit einem auf die Schulter herabgesunkenen Kopf) mit einer Verlebendigungstendenz (offene Augen und Wundenzeigen). Darunter ist in den Laibungen der Fensternische die Marienkrönung und die Erscheinung des Herrn zu sehen. An der Südostwand ist die Verkündigung an Maria abgebildet. In der oberen Zone dieser Wand beginnt ein Passionszyklus, der sich im Uhrzeigersinn bis zur Nordostwand fortsetzt. Die untere Zone der drei Westwände zeigen Szenen aus dem Leben der heiligen Katharina. Das Opfer Kain und Abels findet sich in der Laibung des Südwestfensters. Die übrigen Fensterlaibungen und die untere Zone der Südostwand ist mit Einzelfiguren von Heiligen gefüllt.

Literatur

  • Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Anton Schroll, Wien 2001, ISBN 3-7031-0712-X, S. 124.
  • Barbara Kienzl: Die barocken Kanzeln in Kärnten. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 1986, ISBN 3-900531-16-1, S. 273.

Weblinks

 Commons: Pfarrkirche Feistritz ob Grades – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

46.95156388888914.256516666667Koordinaten: 46° 57′ 6″ N, 14° 15′ 23″ O