Pfarrkirche Glödnitz

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Fresko: Marientod und Ölbergszene
Innenansicht

Die Pfarrkirche Glödnitz ist eine römisch-katholische Kirche und der heiligen Margareta geweiht. Sie steht im Ort Glödnitz in Kärnten.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Eine Michaelskapelle in Glödnitz fand 1043 als Eigenkirche der Hemma von Gurk Erwähnung. 1370 wurde das Patrozinium der heilgen Margaretha für Glödnitz erstmals genannt. Seit 1393 ist Glödnitz eine eigenständige Pfarre. Zur Pfarre Glödnitz gehört auch die Filialkirche Flattnitz.

Baubeschreibung

Die Kirche ist von einem annähernd quadratischen Wehrkirchhof umgeben. In der hohen Wehrmauer aus dem letzten Drittel des 15. Jahrhunderts haben sich zahlreiche Schießscharten und Balkenlöcher des ehemaligen Wehrganges erhalten. Ein Rundkarner ist als Eckturm im Südosten in die Wehrmauer einbezogen.

Das Langhaus stammt im Kern aus der Romanik. In der nördlichen Kapelle ist möglicherweise noch das Mauerwerk der ursprünglichen Michaelskapelle erhalten. Der von Strebepfeilern gestützte, gotische Chor wurde um 1360/70 errichtet. Aus derselben Zeit stammt der Turm an der Chorsüdseite mit einem gotischen Schallfenster im Osten und einem achtseitigen Spitzhelm. Die älteste Glocke wurde vermutlich 1448 gegossen, eine zweite 1504 von Peter Pfinzing und eine dritte 1641 von Georg Viering. Im ursprünglich flach gedeckten Langhaus wurde in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts ein vierjochiges, spätgotisches Netzgratgewölbe auf eingezogenen Pfeilern eingebaut. Ein spitzbogiger Triumphbogen verbindet das Langhaus und den einjochigen Chor mit Fünfachtelschluss und schmalen spitzbogigen Fenstern. Die Sakristei befindet sich im Turmerdgeschoß.

Wandmalereien

1993 wurden die figural bemalten Dreipaßformen im Gewölbe des Langhauses freigelegt. Die in Al-Secco-Technik ausgeführten Malereien im Scheitel des Langhausgewölbe stellen die Heiligen Andreas, Martin, Margareta sowie Anna selbdritt dar. Die Raumfassung von 1600 wurde wieder hergestellt.

Einrichtung

Der Hochaltar von 1742 ist ein barocker Opfergangsaltar mit geschlossener Mitte und seitlich vorspringender Säulenarchitektur. Die Tischlerarbeiten führte Jörg Mäglär aus Glödnitz aus, die Vergoldungsarbeiten stammen von Anton Valentin Karcher. Der Altar trägt in der Mitte die Statue der heiligen Margareta, flankiert von den Figuren der heiligen Bartholomäus, Andreas, Florian und Donatus. Im Aufsatz steht die Skulptur des heiligen Martin. Der um 1640 gefertigte Seitenaltar besteht aus einer kleinen Ädikula auf einem hohen Sockel und einer kleinen Knorpelwerkskartusche im gesprengten Segmentgiebel. Das Hauptbild zeigt Maria mit Kind, das Aufsatzbild den Engelssturz. Der Altar in der Seitenkapelle entstand in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und zeigt am Altarblatt die Kreuzigung. Die Kanzel aus der Mitte des 18. Jahrhunderts zeigt an der Kanzelrückwand die Übergabe der Gesetzestafel an Mose. Zur weiteren Ausstattung der Kirche zählen die um 1840 gemalte Kreuzwegbilder, neun Apostelbilder an der hölzernen Westempore und ein achteckiger, gotischer Taufstein.

Karner

Der Karner ist ein um 1500 errichteter, dreigeschossiger, spätgotischer Rundbau mit Kragsteinportal, schmalen Spitzbogenfenstern sowie einem geschweiften Kegeldach mit Türmchen. Das obere Geschoss diente als Wehrgeschoss. Davon zeugen die Schlüsselschießscharten unter dem Dachansatzes. Im Untergeschoss ist das Beinhaus untergebracht.

Quellen

Literatur

  • Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Anton Schroll, Wien 2001, ISBN 3-7031-0712-X, S. 199–200.

Weblinks

Pfarrkirche auf der Webseite der Gemeinde Glödnitz

 Commons: Pfarrkirche Glödnitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

46.87486111111114.117677777778Koordinaten: 46° 52′ 30″ N, 14° 7′ 4″ O