Pfarrkirche Hürm

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Pfarrkirche Hürm

Die römisch-katholische Pfarrkirche von Hürm ist dem Heiligen Stephanus geweiht (Patrozinium 26. Dezember). Die Pfarre gehört zum Dekanat Melk der Diözese St. Pölten.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Passauer Zeit

Die Pfarre Hürm ist eine der ältesten Pfarren Niederösterreichs. Ihr Gründungsjahr ist nicht belegbar, es kann aber in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts angenommen werden. Das Patrozinium des hl. Stephan spricht für die Errichtung der Pfarre durch das Bistum Passau, zu dem dieses Gebiet ursprünglich gehörte. Seit dieser Zeit war die Pfarre Hürm Eigentum der Kathedrale des hl. Stephan zu Passau und unterstand der direkten Kollation des Passauer Bischofs (Passauer Urbare).

Von der Pfarre Hürm, einer Mutterpfarre mit großer Ausdehnung, wurden nachweisbar abgetrennt:

  • 11. Jahrhundert: Pfarre Kilb (1080) mit Vikariat Bischofstetten,
  • 12. Jahrhundert: Pfarre St. Margarethen und Pfarre Loosdorf
  • 13. Jahrhundert: Vikariat Kirnberg, Vikariat Mank (1323) , Vikariat St. Gotthard und Vikariat Haunoldstein

Chorherrenstift St. Pölten

Am 13. Mai 1365 übergab Bischof Albert von Passau die St. Stephanskirche von Hürben (= Hürm) dem Chorherrenstift St. Pölten vorerst als Lehen. Die endgültige Übergabe erfolgte am 23. Oktober 1382 mit päpstlicher Bestätigung von Papst Urban VI.. Das Stift übte nun die Ortsobrigkeit aus. Die Herrschaftsgeschäfte wurden vom Pfarrer selbst oder von einem Administrator des Stiftes St. Pölten geführt. Die Pfarre war eine Herrschaft, hatte Untertanen, ein Grundbuch und der Pfarrhof war eine „geforstete Freyung“.

In der Mitte des 15. Jahrhunderts lebte und wirkte ein angesehener Theologe in Wien, der aus Hürm bzw. aus Diendorf (Geburtsort) stammte. Er hieß Christanus de Hurben (= Christian Tiendorfer aus Hürm; Kanoniker St. Stephan; Dr. theol.; Uni. Wien ab 1420, † 1467) wurde aber meist nur „Meister Christian von Hurben“ genannt. Er wurde 1443 Rektor, 1451 Vizekanzler der Wiener Universität und 1450 Domdechant St. Stephan in Wien. Pfarrer Mag. Schierer vermutet eine Verbindung dieses Mannes zum Hürmer Kirchenbau, weil Haupt- und Seitenschiff der Hürmer Kirche gotisch sind, also im 15. Jahrhundert erbaut wurden.

Die Anfangsjahrzehnte des 16. Jahrhunderts waren geprägt durch die Verwüstungen der Türkenkriege. Im Jahre 1529 wurde das Gotteshaus zerstört und am 15. Mai 1548 mit zwei Altären neu geweiht. Erwähneswert ist der Ordensmann Johann Jakob Neopolitanus („Neustädter“), der im Zuge des Pfarrumbaus die Einsäulenhalle (unter Denkmalschutz) im Pfarrhaus errichtet hat.

1783 wurden durch Verordnung von Kaiser Josef II. Umpfarrungen vorgenommen. Am 16. Juli 1784 erfolgte die Schließung und Aufhebung des Chorherrenstiftes zu St. Pölten. Hürm wurde Weltpriesterpfarre.

Baugeschichte

Die Pfarrkirche Hürm ist eine gotische Pfeilerbasilika aus dem 16. Jhdt. Sie entstand durch Zubau an das Presbyterium, das aus dem 14. Jhdt. stammt. Die Kirche wurde zweischiffig nach den Türkenkriegen wieder aufgebaut. Der Chor stammt aus der Barockzeit. Der Turm wurde 1811 neu errichtet, nachdem er abgebrannt war. 1883 entstand die neue Sakristei, die alte wurde in eine Marienkapelle umgestaltet. Die heutige Größe erfolgte durch den Zubau des nördlichen Seitenschiffes 1905.

Literatur

  • Rudolf Schierer: Heimatbuch Hürm
  • Rosenburse Cod.4950 Cod. 4644

Weblinks

48.1563615.41186Koordinaten: 48° 9′ 23″ N, 15° 24′ 43″ O