Pfarrkirche St. Gandolf

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Fresko:Anbetung der Könige

Die von einer Friedhofsmauer umgebene Pfarrkirche St. Gandolf in der Gemeinde Glanegg steht weithin sichtbar auf einem Hügel. Die erstmals 1136 urkundlich erwähnte Kirche ist seit 1285/1293 eine Pfarre.

Inhaltsverzeichnis

Baubeschreibung

Das Gotteshaus ist ein Bau des 14. Jahrhunderts, der im zweiten Viertel des 15. Jahrhunderts verändert wurde. Nördlich des stark eingezogenen polygonalen Chores aus dem 14. Jahrhundert ist die Sakristei angebaut. Die Dächer der Kirche wurden 1995 mit Lärchenschindeln gedeckt. Der weit vorspringende Turm mit spitzbogigen Schallöffnungen und Spitzgiebelhelm steht an der südlichen Hälfte der Westfassade. Nördlich davon befindet sich eine offene Vorlaube mit angehobenen Bodenniveau. Neben dem Eingang ist eine Figur Christi in der Trauer aus der Mitte des 18. Jahrhundert aufgestellt. Das profilierte schmale Westportal ist wohl in den Bogen des 14. Jahrhunderts eingepasst.

Im Inneren teilen zwei polygonale Stützen mit Basen und Kapitellen das Langhaus in zwei Schiffe und drei Joche. Das Kreuzrippengewölbe des 15. Jahrhunderts endet in Wanddiensten und über dem spitzbogigen abgefasten Triumphbogen in einer Konsole. Die Lage der Flachdecke des 14. Jahrhunderts ist im östlichen Teil der Nord- und Südwand an den vorspringenden Kanten erkennbar. Die hölzerne Westempore ist nur über den Turm zugänglich. Das Netzrippengewölbe im zweijochigen Chor mit Fünfachtelschluss ruht in den beiden Jochen auf Konsolen und im Chorschluss auf Runddiensten mit Basen und Kapitellen. An der Chornordseite führt ein rundbogig abgefastes Portal mit eisenbeschlagener Tür in die tonnengewölbte Sakristei. Das Sakramentshäuschen aus dem zweiten Viertel des 15.Jahrhunderts ist am profilierten Eselsrücken mit Krabben verziert. Von den drei zweibahnigen Krabbe Maßwerkfenster im Chorschluss ist das mittlere vermauert und die anderen erfuhren in späterer Zeit Veränderungen.

Wandmalereien

Die 1937/1939 wieder freigelegten Fresken an der Nordseite des Langhauses und an Teilen des Triumphbogens malte um 1400 die Villacher Werkstatt des Meisters Friedrich mit Beteiligung seines Sohnes Johannes von Laibach. In der oberen Reihe sind der Zug und die Anbetung der Heiligen Drei Könige sowie der Drachenkampf des heiligen Georgs dargestellt. Unten sind der Bethlehemitische Kindermord, die Flucht nach Ägypten, die Geburt Christi, Christus vor Pilatus, die Geiselung Christi, Christus wird an das Kreuz geheftet sowie eine vielfigurige Kreuzigung zu sehen. Die Szenen wurden durch einen späteren Altareinbau teilweise fragmentiert. Die Wandmalereien mit sechs Apostelfiguren an der Südwand des Chores entstanden um 1430. Das Fresko an der rechten Triumphbogenwand entstand 1499 und wurde 1999 aufgedeckt. Dargestellt ist eine Madonna mit Strahlenglorie, flankiert von den Heiligen Andreas und Katharina. Zu Füßen der Madonna kniet eine Stifterfigur.

Einrichtung

Der Hochaltar aus dem Rokoko wurde 1767 gefasst und füllt den Chor in Höhe und Breite aus. Das Mittelbild zeigt den heiligen Gandolf, seitlich stehen die Statuen der Heiligen Johannes Nepomuk und wohl Franz von Sales sowie über den Opfergangsportalen die Heiligen Oswald und Donatus. Das geschnitzte Antependium ist mit Laub- und Bandlwerk geschmückt.

Der linke Seitenaltar von 1743 wurde wegen der aufgedeckten Fresken abgetragen. Heute ist nur mehr das geschnitzte Antependium mit der Darstellung einer Pietà erhalten. Den rechten Seitenaltar mit vorschwingender Architektur und gedrehten Weinrankensäulen fertigte 1752 Franz Anton Zeisler. Der Altar trägt einen barocken Schmerzensmann. Die 1739 entstandene Kanzel mit Schalldeckel ist am Kanzelkorb mit den vier Evangelisten bemalt. Die um 1680 gefertigte Orgel besitzt Flügel aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Außen ist Maria Verkündigung und innen König David und die heilige Cäcilia zu sehen.

Zur weiteren Ausstattung der Kirche zählen Gemälde einer Dornenkrönung und des heiligen Karl Borromäus aus dem 18. Jahrhundert, die Figuren einer Pietà sowie der Heiligen Florian und Gandolf aus dem 18. Jahrhundert, ein um 1500 gefertigter Taufstein mit Tartschen sowie zwei Lauchterengel vom Anfang des 18. Jahrhunderts.

Literatur

  • Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Anton Schroll, Wien 2001, ISBN 3-7031-0712-X, S. 723 ff.
  • Gottfried Biedermann und Karin Leitner: Gotik in Kärnten - Mit Fotos von Wim van der Kallen. Verlag Carinthia, Klagenfurt 2001, ISBN 3-85378-521-2, S. 170 ff.

46.70877514.201377777778Koordinaten: 46° 42′ 32″ N, 14° 12′ 5″ O