Pillichsdorf

Pillichsdorf
Wappen von Pillichsdorf
Pillichsdorf (Österreich)
Pillichsdorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Mistelbach
Kfz-Kennzeichen: MI
Hauptort: Ottenthal
Fläche: 14,34 km²
Koordinaten: 48° 22′ N, 16° 32′ O48.36305555555616.538333333333167Koordinaten: 48° 21′ 47″ N, 16° 32′ 18″ O
Höhe: 167 m ü. A.
Einwohner: 1.121 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 78,17 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2211
Vorwahl: 02245
Gemeindekennziffer: 3 16 42
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 1
2211 Pillichsdorf
Website: www.pillichsdorf.at
Politik
Bürgermeister: Wolfgang Gössinger (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(19 Mitglieder)
13 ÖVP, 3 UI, 3 SPÖ
Lage der Marktgemeinde Pillichsdorf im Bezirk Mistelbach
Altlichtenwarth Asparn an der Zaya Bernhardsthal Bockfließ Drasenhofen Falkenstein Fallbach Gaubitsch Gaweinstal Gnadendorf Großengersdorf Großebersdorf Großharras Großkrut Hausbrunn Herrnbaumgarten Hochleithen Kreuttal Kreuzstetten Laa an der Thaya Ladendorf Mistelbach Neudorf bei Staatz Niederleis Ottenthal Pillichsdorf Poysdorf Rabensburg Schrattenberg Staatz Stronsdorf Ulrichskirchen-Schleinbach Unterstinkenbrunn Wildendürnbach Wilfersdorf (Niederösterreich) Wolkersdorf im Weinviertel NiederösterreichLage der Gemeinde Pillichsdorf im Bezirk Mistelbach (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Pillichsdorf zwischen Obersdorf und Groß Engersdorf am Nordrand des Marchfeldes um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Pillichsdorf ist eine Marktgemeinde mit 1121 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Bezirk Mistelbach in Niederösterreich.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Pillichsdorf liegt am Nordrand des Marchfeldes im Weinviertel in Niederösterreich auf 167 m Seehöhe und wird vom Rußbach durchflossen. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 14,32 Quadratkilometer. 7,97 Prozent der Fläche sind bewaldet. Während der Rußbach südlich am Dorf vorbeifließt, verläuft der Mühlbach mitten durch Pillichsdorf, teilweise allerdings verrohrt. Nördlich der Ortschaft steigt das Land sanft empor bis hin zum Hochleithenwald, an dem Pillichsdorf jedoch keinen Anteil mehr hat, während das südliche Gemeindegebiet relativ flach ist. Zum Gemeindegebiet gehört auch die Katastralgemeinde Reuhof, die nur aus einem ehemaligen Gutshof und einigen gewerblich genutzten Gebäuden besteht.Im Bereich dieser KG wurden um 1890 Föhrenmonokulturen zum Schutz des Ackerbodens vor Verwehungen gepflanzt. Der Ort hat derzeit (2012) 1121 Einwohner. Wirtschaftlich von Bedeutung ist bis heute der Weinbau, der im überwiegend lössbedeckten nördlichen Hügelland auf ausgezeichneten Südlagen betrieben wird. Der größere Südteil des Gemeindegebiets sowie das Gebiet des Reuhofes, welche bereits dem Marchfeld angehören, bestehen größtenteils aus mageren Sand- und Schotterböden, die nur bei künstlicher Bewässerung gute Erträge liefern. Gebaut werden v. a. Gerste, Weizen, Roggen, Mais, Raps und Zuckerrüben. Pillichsdorf gehört seit 1938 zum Verwaltungsbezirk Mistelbach.[1]

Nachbargemeinden

Pillichsdorf wird umgeben

Geschichte

Im österreichischen Kernland Niederösterreich liegend teilte der Ort die wechselvolle Geschichte Österreichs.

Liste der Dorfrichter

  • 1590 Prügl Georg
  • 1640/43 Grueber Georg
  • 1656 Plathner Wolf
  • 1661 Leiss Gabriel
  • 1692 Schmidt Mathias
  • 1695 Wunderlich Karl
  • 1696 Wallner Leopold
  • 1699 Poltzer Thomas
  • 1727 Stöger Martin
  • 1742 Eysenbeiß Jakob
  • 1768 Wallner Andre
  • 1769/79 Markh Johann
  • 1787 Rathmayer Christian
  • 1800 Platt Leopold
  • 1803 Ott Martin
  • 1806 Ruß Georg Johann
  • 1829/30 Amon Leopold
  • 1833 Idinger Franz
  • 1843/46 Fürhacker Johann

Liste der Bürgermeister von Pillichsdorf

  • 1848 Schaub Josef
  • 1859 Schaub Lorenz
  • 1862 Wolfshuber Martin
  • 1870 Gössinger Wolfgang
  • 1875 Amon Johann
  • 1876 Gössinger Wolfgang
  • 1877 Finsterböck Martin
  • 1880 Fürhacker Johann
  • 1883 Schmid Kaspar
  • 1886 Brückl Joseph
  • 1892 Leuthner Michael
  • 1895 Helmer Jakob
  • 1896 Brückl Joseph
  • 1900 Veigl Johann
  • 1905 Helmer Jakob
  • 1906 Leuthner Johann
  • 1919 Gössinger Josef
  • 1930 Gössinger Wolfgang
  • 1938 Gössinger Josef
  • 1939 Hubik Benedikt
  • 1945 Deutner Ernest
  • 1955 Jogl Johann
  • 1965 Pfaffl Franz
  • 1980 Kaudela Rudolf
  • 2002 Gössinger Wolfgang

Aus dem Heimatbuch der Marktgemeinde Pillichsdorf von Professor Rudolf Hösch 1987

Einwohnerentwicklung

  • 1971: 1089 Einwohner
  • 1981: 1089 Einwohner
  • 1991: 1119 Einwohner
  • 2001: 1119 Einwohner

Nach den Ergebnissen der Volkszählungen.

Politik

Bürgermeister der Marktgemeinde ist Wolfgang Gössinger, Amtsleiter Herr Alois Hiesel.

Im Marktgemeinderat gibt es bei insgesamt 19 Sitzen nach der Gemeinderatswahl 2010 folgende Mandatsverteilung: ÖVP 13, SPÖ 3, UI (Unabhängige Initiative) 3, andere keine Sitze.

Wappen

Blasonierung: „Gespalten von Gold und Blau, vorne ein vom Schildrand zum Spalt durchgehender liegender vierstufiger roter Giebel, hinten auf halbem grünem Zweiberg ein goldener Weinstock mit Weintraube und fünf nach oben kleiner werdenden Blättern.“

Erklärung: Die rechte Schildhälfte zeigt das Wappen der Herren von Pillichsdorf (ca. 1190 - 1360), die hier eine Festung erbauten und vermutlich bis ca. 1360 die Grundherren waren. Der Weinstock mit den Trauben weist auf die große Bedeutung des Weinbaus in Geschichte und Gegenwart hin. In den ersten beiden urkundlichen Nennungen Pillichsdorfs (1161 und 1180) wird jeweils auf den Weinbau Bezug genommen.Der grüne Hügel soll zeigen, dass gerade auf den Hügeln des Weingebirges der Weinstock besonders gut gedeiht.[2]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche St. Martin
  • Turmmuseum Pillichsdorf[3]
  • Pfarrhof
  • Herrenhaus/Schloss (Gemeindehaus)
  • Kellergassen
  • Kalvarienberg (Tumulus)
  • Hager-Mühle

Wirtschaft und Infrastruktur

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 33, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 76. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 500. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 45,93 Prozent.

Persönlichkeiten

  • Sieghard VII. verehelicht mit Pilihild von Andechs († 23. Oktober 1075). Sie gilt als Namensgeberin für Pillichsdorf (Pilehiltdorf lt. Urkunde des Stiftes St. Pölten vom 20. März 1161).
  • Albert Schönhofer († 7. Juli 1493), von 1458 bis zum 2. Januar 1465 Pfarrer von Pillichsdorf. Er war der 28. Weihbischof von Passau (Deutschland).
  • Maximilian Joseph Gottfried von Sommerau Beeckh (* 21. Dezember 1769 in Wien; † 31. März 1853 in Olmütz) war Kaplan in Pillichsdorf und Erzbischof von Olmütz.
  • Anton Josef Gruscha (* 3. November 1820 in Wien; † 5. August 1911 auf Schloss Kranichberg) war 1843 Kaplan in Pillichsdorf, 1890 Erzbischof von Wien und 1891 Kardinal.
  • Coloman Schmid [4] (*3. Dezember 1829 in Pillichsdorf; † 15. November 1905 in Wien) Sänger an der Wr. Hofoper und verschiedenen Opernhäusern und Theatern der Monarchie und auch außerhalb (z. B. in Deutschland)
  • Georg Gindl (* 13. Juni 1916 in Pillichsdorf; † 29. Oktober 1990 in Bad Hall/OÖ), Ökonomierat; Landwirt, 1947-65 Vizebürgermeister, 1950-70 Bezirksbauernkammerobmann, 1969-79 Abgeordneter zum niederösterreichischen Landtag (ÖVP)
  • Elisabeth Amassöder [5] (* ? in Pillichsdorf; † 1594); 2. Ehefrau (Heirat 1564) des Humanisten, Geschichtsschreibers, Kartografen und kaiserlichen Leibarztes Wolfganz Laz (Lazius; 1515-1565)
  • Jakob Frint (* 4. Dezember 1766 in Kamnitz (Kamenice), Nordböhmen; † 11. Oktober 1834 in St. Pölten); österreichischer Theologe, Priester, Universitätsprofessor, 1816 Gründer der Höheren Bildungsanstalt für Weltpriester zum hl. Augustin ("Frintaneum"), Bischof von St. Pölten (1827-1834); 1795-1801 Kaplan in Pillichsdorf und großer Förderer der hiesigen Volksschule

Literatur

  • Dehio Handbuch Niederösterreich Nord. 2010, S. 254-255
  • Donin, Richard Kurt; Neidl, Sebastian: Pillichsdorf. Geschichte der Kirche und Pfarre. 1938
  • Hösch, Rudolf: Heimatbuch der Marktgemeinde Pillichsdorf. 1987
  • Kriegl, Manfred (Hg.) u. Mattes, Karl: Heimatbuch des Verwaltungsbezirkes Mistelbach. Band I. Ortskunde. o. J. [1959], S.162-165
  • Schützenberger, Aloys: Historische und topographische Darstellung der Pfarren, Stifte, Klöster usw. im Erzherzogthume Oesterreich. Bd 2. 1831, S. 238-281
  • Schweickhardt, Franz: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens . VUMB. Bd. 5. 1835, S. 90-101
  • Thurner, Heinrich: Kirchenführer für die Pfarr- und Dekanatskirche Pillichsdorf. 1994

Einzelnachweise

  1. vgl. Eminger, Erwin: Kurzfassung der Geschichte von Pillichsdorf. In: Dirnwöber, Martin: Kleiner Führer durch das Pillichsdorfer Turmmuseum. Pillichsdorf 1984, S.17
  2. vgl. Hösch, Rudolf: Heimatbuch der Marktgemeinde Pillichsdorf. 1987, S.202fff.
  3. Turmmuseum Pillichsdorf auf www.weinviertel.at
  4. Link zur Österreichischen Biographie
  5. Link zur Deutschen Biographie

Weblinks

 Commons: Pillichsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien