Pinkafeld

Pinkafeld
Wappen von Pinkafeld
Pinkafeld (Österreich)
Pinkafeld
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Oberwart
Kfz-Kennzeichen: OW
Fläche: 27,41 km²
Koordinaten: 47° 22′ N, 16° 7′ O47.37166666666716.121944444444399Koordinaten: 47° 22′ 18″ N, 16° 7′ 19″ O
Höhe: 399 m ü. A.
Einwohner: 5.531 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 201,79 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7423
Gemeindekennziffer: 1 09 18
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Stadtgemeinde Pinkafeld
7423 Pinkafeld
Website: www.pinkafeld-online.at
Politik
Bürgermeister: Kurt Maczek (SPÖ)
Gemeinderat: (2007)
(25 Mitglieder)
16 SPÖ, 9 ÖVP
Lage der Stadt Pinkafeld im Bezirk Oberwart
Bad Tatzmannsdorf Badersdorf Bernstein Deutsch Schützen-Eisenberg Grafenschachen Großpetersdorf Hannersdorf Jabing Kemeten Kohfidisch Litzelsdorf Loipersdorf-Kitzladen Mariasdorf Markt Allhau Markt Neuhodis Mischendorf Neustift an der Lafnitz Oberdorf im Burgenland Oberschützen Oberwart Pinkafeld Rechnitz Riedlingsdorf Rotenturm an der Pinka Schachendorf Schandorf Stadtschlaining Unterkohlstätten Unterwart Weiden bei Rechnitz Wiesfleck Wolfau BurgenlandLage der Gemeinde Pinkafeld im Bezirk Oberwart (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Rathaus, altes Sparkassengebäude (davor das Kriegerdenkmal) und römisch-katholische Pfarrkirche
Rathaus, altes Sparkassengebäude (davor das Kriegerdenkmal) und römisch-katholische Pfarrkirche
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Pinkafeld (ungarisch: Pinkafő, kroatisch: Pinkafelj, Romani: Pinkafa) ist eine Stadtgemeinde mit 5531 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Burgenland im Bezirk Oberwart (Österreich). Namensgeber ist die Pinka, ein Nebenfluss der Raab.

Die erste urkundliche Erwähnung stammt vermutlich aus dem Jahre 860.[1] Während der folgenden 1000 Jahre war Pinkafeld die meiste Zeit beim Königreich Ungarn. Dennoch war die Bevölkerung, wie im Großteil des ehemaligen Deutsch-Westungarn (heute Burgenland), seit der Zeit Karls des Großen überwiegend deutschsprachig. Historisch gesehen ist Pinkafeld eine Stadt von Handwerkern und Bürgern. Die Stadt erwarb schon im späten Mittelalter zahlreiche Privilegien wie die Blutgerichtsbarkeit, das Markt- und Mautrecht und die Zollfreiheit. Im weiteren Verlauf der Geschichte hatten die Pinkafelder Bürger stets großes Interesse daran, diese Privilegien zu erhalten. Und tatsächlich wurden die Pinkafelder Vorrechte von vielen Kaisern, Königen und regionalen Herrschaftsinhabern immer wieder bestätigt und erweitert. Vom 17. Jahrhundert bis ins frühe 20. Jahrhundert prägte das Tuchmachergewerbe die Stadt.

Mit der Gründung der HTBLuVA Pinkafeld auf dem Gelände des ehemaligen herrschaftlichen Meierhofs machte Pinkafeld 1967 einen wichtigen Schritt in Richtung Schul- und Fachhochschul-Stadt. Als solche hat sie seither insbesondere wegen der Ausbildungsmöglichkeiten im Bereich der Technik überregionale Bedeutung und Bekanntheit erlangt. Seit 2002 ist Pinkafeld eine der 25 Klimaschutzgemeinden des Burgenlands.[2]

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Lage

Pinkafeld liegt im Nordwesten des südlichen Burgenlands an der steirischen Grenze nur wenige Kilometer vom Dreiländereck Niederösterreich-Steiermark-Burgenland entfernt im Pinkatal an den Ausläufern des Wechselgebiets (Bernsteiner Bergland im Nordosten, Bucklige Welt im Nordwesten, Joglland im Westen) das hier gegen Süden nahtlos in das südburgenländische Hügelland übergeht. Das Landschaftsbild wird im Nahbereich von sanften Hügeln und großräumig vom Wechselmassiv beherrscht.[3] Im Westen liegen das SOS-Kinderdorf und Gfangen und im Nordosten Hochart auf Erhebungen über der Stadt.

Geologie und Gewässer

Pinkafeld befindet sich im Bereich der Tertiärbucht von Friedberg – Pinkafeld, einer Randbucht des Steirischen Beckens. Richtung Osten geht die Pinkafelder Bucht in die Tertiärsenke zwischen Günser Bergland und dem Eisenberggebiet über. Das Grundgebirge ist durch starken Decken- oder Schuppenbau geprägt. Es finden sich vier geneigte Schichten. Auf die kontinentalen Bildungen der Sinnersdorfer Schichten (aus dem Karpat?) im Norden legen sich Richtung Süden die jüngeren „marinen“ (siehe Lagebezeichnungen (Geologie)) Tertiärschichten des Baden, Sarmat und Pannon sowie Quartärschichten. Im Bereich der Schichten Baden und Sarmat wurden in Pinkafeld Tiefengrundwässer durch artesische Hausbrunnen erschlossen.

Die Sinnersdorfer Schicht besteht aus Konglomeraten und Schottern. Relativ gering ist der Anteil an Sinnersdorfer Konglomeraten. Weiter verbreitet sind konglomerierte, schlecht sortierte Wildbach- und Murensedimente (siehe Sedimente) mit dezimeter- bis metergroßen, meist nur kantengerundeten Komponenten aus der Grobgneis- und Wechselserie. Die Sinnersdorfer Schicht enthält außer unbestimmbaren Pflanzenresten keine Fossilien. Die jüngeren Stufen unterscheiden sich von der Sinnersdorfer Schicht mit seinen Konglomeraten und Schottern durch ihren Reichtum an Gneis und Glimmerschiefer.

In der Badener Schicht finden sich überwiegend klastische Sedimente wie Grobsand, Kies, Schotter, Schluff, Feinsand und Riffkalk wobei Sande (häufig geröllführend) überwiegen. Das Liegendste bildet die Serie des Tauchener und Schreibersdorfer Kohlenflözes. Darüber (Hangendes) befinden sich Quarzsande mit Geröllen ohne Fossilien. Das Baden zeichnet sich durch eine Zunahme des Epidot unter den Schwermineralen aus. Die Mächtigkeit des Baden in Pinkafeld wird mit rund 200 Meter angenommen.

Das Sarmat besteht hier ausschließlich aus klastischen Sedimenten (Schluff, Feinsand, Grobsand, Kies, Schotter). Es ist eine weitere Zunahme des Epidots unter den Schwermineralen zu beobachten. Im Baden und Sarmat gibt es wenige Fossilfunde. Die Dicke des Sarmat bei Pinkafeld wird, wie die des Baden, mit rund 200 Meter vermutet.

Im Pannon sind bei Pinkafeld hauptsächlich feinklastische Sedimente (Schluff) zu finden. Nur an der Basis gibt es Konglomerate. Von Westen nach Osten ziehen helle, seltener grüne Mergel mit regelmäßiger Fossilführung, die die Pannonschichten von denen des Sarmat und Baden deutlich unterscheiden. Die Mächtigkeit des Pannon dürfte hier 50 Meter nicht überschreiten. Die tonig-schluffigen Sedimente des Pannon werden in Pinkafeld zur Ziegelherstellung verwendet.

Terrassenschotter aus dem Quartär bedeckt den Rücken westlich Pinkafelds. Er besteht aus bis zu 25 Zentimeter großen, teilweise gutgerundeten Quarz- und Quarzitbrocken in sandiger Matrix.[3]

Die Entwässerung der Stadt erfolgt über die Pinka. Die Pinka ist ein Nebenfluss der Raab, der die Stadt von Nord nach Süd durchquert.

Stadtgliederung und Flächennutzung

Übersichtskarte

Die Stadtgemeinde Pinkafeld besteht aus zwei Katastralgemeinden, die Katastralgemeinde Pinkafeld und die Katastralgemeinde Hochart. Ortsteile der Stadtgemeinde sind Innere Stadt, An der Pinka, Klosterleiten, Marktfeld, Hammerfeld, Hinter der Au, Lampelfeld, Bielfeld, Antonifeld und Hochart. Hochart und Pinkafeld wurden 1970 aufgrund des burgenländischen Gemeindestrukturverbesserungsgesetzes[4] zur Stadtgemeinde Pinkafeld vereinigt. Im Jahr 2001 hatte Hochart 341 Bewohner.

Die Gesamtfläche der Stadt ist folgendermaßen aufgeteilt:[5]

Mehr als die Hälfte der Fläche Pinkafelds ist von Wald bedeckt. 31,35 % der Fläche wird landwirtschaftlich genutzt. Die verbleibenden Flächen teilen sich in 0,94 % Wasserflächen, 1,56 % Bauflächen, 5,53 % Gärten und 7,74 % sonstige Flächen auf.

Klima

Das Klima ist dem relativ warmen illyrischen Typ zuzuordnen. Gegen atlantische Einflüsse ist das Gebiet durch die Zentralalpen abgeschirmt. Pinkafeld und Umgebung gehören zu den gewitterreichsten Zonen Österreichs. Der mittlere Jahresniederschlag beträgt etwa 800 bis 900 Millimeter. Die mittlere Anzahl der Tage mit Schneebedeckung beträgt ungefähr 70, die mittleren größten Neuschneemengen zwischen 30 und 50 Zentimeter. Die wahren Jännermittel der Temperaturen betragen zwischen –2 °C und –5 °C, die des Julis etwa 18 °C bis 20 °C.[3]

Nachbargemeinden

Nördlich grenzt die Stadt beim Pinggauer Ortsteil Sinnersdorf an die Steiermark. Nach Sinnersdorf (das obwohl es zur Steiermark gehört, postalisch und kirchlich von Pinkafeld aus betreut wird) folgt das Ortsgebiet des steirischen Nachbarortes Pinggau und anschließend Friedberg. Im Süden grenzt unmittelbar die Gemeinde Riedlingsdorf an, mit der Pinkafeld bereits zusammengewachsen ist. Richtung Westen führt eine Landesstraße über den Gerichtsberg nach Grafenschachen und von dort weiter nach Loipersdorf-Kitzladen. Die östlichen und südöstlichen Nachbarn Wiesfleck und Oberschützen sind ebenfalls auf Straßen über hügelige Erhebungen zu erreichen. Für viele Nachbarn ist Pinkafeld Einkaufsort und Ziel für Lokalbesuche. Der größte Zusammenhalt mit den Nachbargemeinden ist durch die Pinkafelder Schulen gegeben, in deren Einzugsgebiet sämtliche Nachbargemeinden liegen.

Friedberg Pinggau Pinggau
Grafenschachen Nachbargemeinden Wiesfleck
Loipersdorf-Kitzladen Riedlingsdorf Oberschützen

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Pinkafelds

Urgeschichte, Antike und Mittelalter

Hügelgräber aus der Römerzeit im Stadtpark
Ausschnitt aus der Urkunde König Ludwigs des Deutschen aus dem Jahr 860: „item ad Peinicahu“.[6]
Pinkafelder Pranger: Symbol der hohen Gerichtsbarkeit

Die ältesten Fundstücke stammen aus der Jungsteinzeit und sind 6000 Jahre alt. Zur Zeit der Kelten bestand eine Siedlung im Bereich des heutigen Bahnhofs Pinkafeld.[7] Zur Römerzeit war das Gebiet des heutigen Burgenlands Teil der Provinz Pannonien.

Vom 6. Jahrhundert bis zum 8. Jahrhundert war das Gebiet von den Awaren beherrscht. Nach den Feldzügen Karls des Großen gegen die Awaren zwischen 791 und 803 wurde Pinkafeld Teil des Fränkischen Reichs und gehörte nach dem Vertrag von Verdun von 843 zum Ostfränkischen Reich. Zu dieser Zeit des Baierischen Ostlandes erfolgte eine intensive deutsche Besiedlung.[8] In einer Urkunde des Jahres 860 wurde die Stadt vermutlich erstmals erwähnt. Die Urkunde bezeugt eine Schenkung des Gutes „ad Peinicahu“ des Karolingerkönigs Ludwigs des Deutschen an den Salzburger Erzbischof Adalwin (Adaluuinus).[6] Es ist nicht erwiesen, dass es sich bei dem erwähnten Gut um ein Gebiet im heutigen Pinkafeld handelt.

Um 900 nahmen die Magyaren das Gebiet in Besitz. Das Gebiet des heutigen Pinkafeld lag zu dieser Zeit im Niemandsland (Gyepűelve) zwischen Ungarn und der steirischen Grenze. Danach gehörte Pinkafeld für über tausend Jahre überwiegend zum Königreich Ungarn. In der Schlacht auf dem Lechfeld (955) wurden die Ungarn besiegt, die sich daraufhin hinter die Lafnitz zurückzogen. Pinkafeld blieb ungarisch.

Ab dem 13. Jahrhundert gehörte die Siedlung zum Besitz der Güssinger Grafen. Im Zuge der Güssinger Fehde (1289/90) fiel Pinkafeld an die Habsburger. Nachdem die Siedlung während der Güssinger Fehde 1289 zerstört worden war, wurde sie ab 1291 Teil der Herrschaft Bernstein. 1327 kam es zur Schlacht bei Güns zwischen König Robert von Anjou und den Güssinger Grafen. Pinkafeld gelangte darauf wieder unter in die Verwaltung der ungarischen Krone. Durch König Ludwig den Großen von Ungarn gefördert, erreichte die Stadt in wichtigen Bereichen die Unabhängigkeit von Bernstein (zum Beispiel eine unabhängige hohe und niedere Gerichtsbarkeit).[7]

Die Zeit im Haus Österreich 1463–1644

Kaiser Friedrich III. von Habsburg erhielt 1445 die Ortschaft Pinkafeld als Pfand. Der Kaiser bestätigte und erweiterte die Privilegien der Stadt. 1459 überfielen Truppen des ungarischen Königs Matthias Corvinus den Habsburgerkaiser am Lamplfeld im Süden der heutigen Stadt und zwangen ihn damit zum Rückzug aus Pinkafeld. 1463 gehörte der Ort wieder den Habsburgern und blieb nunmehr für beinahe 200 Jahre beim Haus Österreich. 1517 erhielten die Königsberger die Herrschaft Pinkafeld. Beim Rückzug von der ersten Wiener Türkenbelagerung überfielen türkische Streifscharen die Siedlung. Nach der Belagerung von Güns im Jahr 1532 zerstörten die Truppen Sultan Süleymans I. Pinkafeld vollkommen.[7]

Die Zeit im Königreich Ungarn 1644–1918

Über 250 Jahre Herrschaft in Pinkafeld: Wappen der Familie Batthyány an der Mariensäule

Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges kam die Ortschaft wieder zu Ungarn. Ádám Batthyány erwarb 1644 Bernstein von den Königsbergern. 1669 wurde die Herrschaft Bernstein in die Herrschaften Bernstein (Christoph Batthyány) und Pinkafeld unter Paul Batthyány aufgeteilt. Das Batthyány-Schloss wurde zum Mittelpunkt der Herrschaft. Ab 1674 wurde Pinkafeld von Graf Ladislaus Csáky verwaltet. Nach Csáky ging die Verwaltung der Herrschaft Pinkafeld an Christoph Batthyány über.

1664 versuchten türkische Streifscharen die Ortschaft zu plündern. Es kam zu einem Gemetzel mit Pinkafelder Truppen. Die türkischen Angreifer konnten in die Flucht geschlagen werden. Nach der Zweiten Wiener Türkenbelagerung überfielen steirische Truppen die Stadt als Rache an den Batthyány, die aus taktischen Überlegungen den Türken gehuldigt hatten.

1688 und 1699 fanden vor dem Pinkafelder Hochgericht Hexenprozesse statt die zur Hinrichtung der Angeklagten führten.[9] Im Jahr 1698 kam es zu einer neuerlichen Teilung der Batthyányschen Herrschaften. Pinkafeld viel an Sigismund Batthyány. Im Zuge der Kuruzzeneinfälle in den Jahren 1704 und 1708/09 wurde auch Pinkafeld geplündert. 1717 starb Sigismund Batthyány und die Herrschaft Pinkafeld wurde wieder vereinigt. 1804 brachten kroatische Soldaten die Cholera, die vielen Pinkafeldern das Leben kostete. Einige hundert Franzosen zogen 1806 bis 1809 im Zug der Koalitionskriege durch den Ort.

Im Lauf des 17. Jahrhunderts war in Pinkafeld die Zunft der Tuchmacher zahlenmäßig vorherrschend. Die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts prägten Privilegienstreitigkeiten mit den Batthyány. Die Wirtschaft war im Aufwind. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Stadt das Opfer einer Serie von Bränden. 1871 wurde die Freiwillige Feuerwehr in Pinkafeld gegründet. Sie ist die älteste Freiwillige Feuerwehr des heutigen Burgenlandes.

Als Folge der Revolution 1848/49 kam es zur so genannten Bauernbefreiung und Grundentlastung womit auch die Grundherrschaft der Batthyány in Pinkafeld ein Ende nahm. Die Batthyány wurden Großgrundbesitzer und deren ehemalige Untertanen wurden freie Staatsbürger. Die Revolution bewirkte aber auch das Ende der Pinkafelder Blutgerichtsbarkeit und den allmählichen Verlust der Vorrechte des privilegierten Marktes Pinkafeld.

Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts vollzog sich in Pinkafeld ein Wandel vom Handwerk zur Industrie. Seit dem Österreichisch-Ungarischen Ausgleich von 1867 gehörte Pinkafeld zur k.u.k. Doppelmonarchie Österreich-Ungarn. 1888 wurde die Lokalbahn Steinamanger–Altpinkafeld (Pinkatalbahn) in Betrieb genommen. Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg wanderten zahlreiche Menschen aus dem Burgenland, vorwiegend aus wirtschaftlichen Gründen nach Amerika aus. Bis 1914 waren dies rund 30.000 Burgenländer. Der überwiegende Teil der Pinkafelder Auswanderer ging nach Chicago.[10] Der Erste Weltkrieg brachte der Bevölkerung Not und Leid und der Pinkafelder Textilindustrie infolge von Aufträgen des Militärs eine kurze Hochkonjunktur.[7]

1919 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs

In der kurzen Zeit der ungarischen Räterepublik unter Béla Kun von April bis Juli 1919 kam es in Pinkafeld zu Kommunalisierungen, die später wieder rückgängig gemacht wurden. Seit Inkrafttreten der beiden Friedensverträge von St. Germain und Trianon im Jahr 1920 gehört Pinkafeld rechtmäßig zu Österreich und eine über tausendjährige überwiegende Zugehörigkeit zum Königreich Ungarn ging zu Ende. 1921 kam es in Pinkafeld zu Kämpfen zwischen ungarisch-nationalistischen Freischärlerverbänden und der österreichischen Gendarmerie. Im Dezember 1921 wurde das Burgenland und damit Pinkafeld aber endgültig an die Republik Österreich übergeben. Der Anschluss an Österreich führte aber auch zu wirtschaftlichen Problemen für die Stadt, da die Absatzmärkte im Osten verloren gingen. 1924 wurde die Herrschaft Pinkafeld verkauft. 1925 wurde die Eisenbahnverbindung zwischen Altpinkafeld und Friedberg als Verlängerung der Lokalbahn Steinamanger – Altpinkafeld eröffnet. Mit der Eingliederung in das österreichische Eisenbahnnetz und der Gründung weiterer Textilfabriken erholte sich die Pinkafelder Wirtschaft. 1925 bewarb sich die Stadt erfolglos als Hauptstadt des Burgenlandes. 1937 wurde Pinkafeld zur Stadt erhoben. Die Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren stoppte auch den Pinkafelder Wirtschaftsaufschwung.

Mit dem Anschluss Österreichs an das Nationalsozialistische Deutsche Reich kam Pinkafeld zum Reichsgau Steiermark. Zur Zeit des Zweiten Weltkriegs war der Bahnhof von Altpinkafeld mehrmals das Ziel alliierter Jagdbomberangriffe. Am 5. April 1945 marschierten sowjetische Truppen in Pinkafeld ein. Im Mai 1945 war der Zweite Weltkrieg beendet. Aus Dankbarkeit gelobten die Einwohner der Stadt jährlich am ersten Sonntag im April einen Kreuzweg zu beten. Der Tag wird in Pinkafeld als Russensonntag bezeichnet.[7]

Nachkriegszeit bis zur Gegenwart

Von 1945 bis 1955 befand sich Pinkafeld in der sowjetischen Besatzungszone. 1956 bemühte sich die Stadt vergeblich um die Errichtung einer Handelsakademie. 1960 wurde anlässlich der 1100-Jahrfeier der Stadtgemeinde das SOS-Kinderdorf Pinkafeld gegründet.[11] 1993 wurde das SOS-Jugendhaus eröffnet.[12] 1965 nahm der Pinkafelder Eisteich seinen Betrieb auf. Die europäische Textilkrise führte 1966 zur Schließung zweier großer Textilfabriken. Ein Markstein auf dem Weg zur Schulstadt ist die Gründung der HTBL Pinkafeld im Jahr 1967. 1970 erfolgte die Eingemeindung von Hochart in die Gemeinde Pinkafeld. 1972 wurden Hauptschule, Hallenbad und die Martinihalle eröffnet.[13] Seit 1992 gibt es die Pinkafelder Fachhochschulstudiengänge.[14]

Am 11. August 1999 war in Österreich eine totale Sonnenfinsternis zu beobachten. Pinkafeld lag genau auf der Zentrallinie der Totalitätszone und wurde daher an diesem Tag von vielen Interessierten besucht. Die Totalitätsdauer betrug hier etwa 2 Minuten und 20 Sekunden.[15] Das Wetter war für die Beobachtung der Finsternis günstig. 2002 trat Pinkafeld dem Klima-Bündnis bei[16] und errang Gold beim Europäischen Blumenschmuckwettbewerb Entente Florale.[17] Ebenfalls 2002 kam der Weihnachtsbaum für einen der bekanntesten Christkindlmärkte Österreichs am Wiener Rathausplatz aus Pinkafeld. Die Pinkafelder Fichte wurde am Wiener Rathausplatz im Rahmen eines Festaktes aufgestellt. Musikalisch begleitet wurde der Festakt von der Stadtkapelle Pinkafeld und der Gardemusik Wien.[18]

Siedlungsgeschichte

Ab dem 9. Jahrhundert finden sich Siedlungszellen im Bereich der heutigen katholischen Kirche. Im Hochmittelalter schloss sich eine Marktsiedlung mit kleinstädtischen Formen an. Ein weiterer Siedlungsteil befand sich entlang des Mühlkanals im Gelände zwischen Hauptstraße und Pinkaarm. Der Marktplatz (heute Hauptplatz) soll im Mittelalter ein verzerrter Rechteckplatz und im Spätmittelalter zu zwei Drittel verbaut gewesen sein. In der Neuzeit erfolgte eine Siedlungserweiterung nach Süden mit Ausrichtung auf Schloss Batthyány.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung[19][20]

Um 1920, bevor das ehemalige Deutsch-Westungarn als Burgenland zu Österreich kam, lag der Anteil der ungarischen Volksgruppe in Pinkafeld bei rund 12 %. Bei der Volkszählung im Jahre 2002 gaben 94,9 % der Bevölkerung Deutsch als Umgangssprache an. 1,6 % nannten Kroatisch als Umgangssprache, 1,0 % Ungarisch. 93,3 % der in Pinkafeld ansässigen Menschen sind Österreicher.[21]

In Pinkafeld wird der im Burgenland und der Oststeiermark verbreitete hianzische Dialekt gesprochen, der sich in verschiedenen Ortschaften unterschiedlich entwickelt hat. So ist beispielsweise (zumindest für Einheimische) der Dialekt der Bewohner des Ortsteils Hochart, der räumlich von Pinkafeld getrennt ist, von jenem der Pinkafelder unterscheidbar. Das charakteristische „ui“ kennt der in Pinkafeld gepflegte Dialekt nicht. Das typische (und möglicherweise Namen gebende) hianzische Wort „hiaz“ für „jetzt“ ist jedoch auch in Pinkafeld üblich.

Bevölkerungsentwicklung

Erste Hinweise auf die Größe der Bevölkerung in Pinkafeld stammen aus dem 16. Jahrhundert. Aus dem Jahr 1532 ist die völlige Zerstörung der Siedlung durch türkische Truppen bekannt. Danach erholte sich der Ort wieder relativ schnell. Einem Urbar der Herrschaft Bernstein aus dem Jahr 1569 zufolge gab es zu diesem Zeitpunkt über 80 Häuser in Pinkafeld. Die Einwohnerzahl stieg danach aufgrund des Baus von Hofstatthäusern und von gewerblichen Betrieben. Der Anstieg verlangsamte sich zu Beginn der Neuzeit durch Beschränkungen des zunftmäßigen Gewerbes. Größere Einwohnerzuwächse gab es erst wieder nach Aufhebung des Zunftzwanges.

Genauere Einwohnerzahlen sind erst ab 1697 bekannt. In den 183 Jahren von 1697 bis 1880 stieg die Bevölkerung von ungefähr 1500 auf 3080 Personen an. Zwischen 1880 und 1910 blieb die Bevölkerungszahl annähernd konstant bei ungefähr 3000 Einwohnern. Seit dem späten 19. Jahrhundert beginnt eine Auswanderung nach Übersee. In den Jahren 1916 bis 1925 gab es einen Rückgang um ungefähr 300 Personen aufgrund der Auswirkungen des 1. Weltkriegs. Ein Teil davon ist auf die Auswanderung (vor allem nach Amerika) zurückzuführen.

Der Bevölkerungszuwachs in Pinkafeld ist seit den 1920er-Jahren größer als im Durchschnitt des Bezirks Oberwart und des Bundeslandes Burgenland. Nach dem Anschluss des Burgenlandes an Österreich (1921) stieg die Bevölkerung wieder an. Danach blieb die Bevölkerung bis Anfang der 1950er-Jahre mit etwa 3800 Einwohner wieder ziemlich konstant. Ein starker Bevölkerungszuwachs erfolgte in den 1950er und 1960er-Jahren (Baby-Boomer-Phase). In den 1960er-Jahren ist in der Entwicklung der Pinkafelder Bevölkerung der Pillenknick erkennbar.[22] Seit 1971 ist der Zugewinn durch Zuwanderung größer als die Verluste aufgrund der negativen Geburtenbilanz. Ende 2008 betrug der Einwohnerstand in Pinkafeld 5386 Personen.[21]

Bevölkerungsstruktur

Bei der Volkszählung 2001 betrug der Anteil der Einwohner, die 60 Jahre und älter waren, 22,4 %; 18 % waren unter 15 Jahre alt. Der Anteil der weiblichen Bevölkerung lag bei 52,9 %. Von den 4246 Bewohnern Pinkafelds, die 2001 über 15 Jahre alt waren, hatten 4,7 % eine Universität, Fachhochschule oder Akademie abgeschlossen. Weitere 22 % hatten Matura, 42,9 % hatten einen Lehrabschluss oder eine berufsbildende mittlere Schule besucht und 38,2 % aller Pinkafelder hatten die Pflichtschule als höchsten Abschluss.[23]

Religion

Religionszugehörigkeit (2002)

Der römisch-katholischen Glaubensgemeinde sind 75 % zuzurechnen. Evangelisch sind 18,6 %, ohne Bekenntnis 3,1 %, zum Islam bekennen sich 1,6 %.[24]

Seit 1981 ist am Pinkafelder Kalvarienberg die Franziskusgemeinschaft ansässig. Die Gründungsmitglieder beschlossen, nach dem Vorbild von Franz von Assisi und Charles de Foucauld eine Gemeinschaft zu gründen und stiegen aus ihren Berufen aus. Sie verkauften ihre Wohnungen und investierten ihr gesamtes Geld in die neue Gemeinschaft. Die Franziskusgemeinschaft versteht sich als Lebens-, Güter- und Arbeitsgemeinschaft mit den Zielen eines einfachen Lebens, geistlicher Tiefe, der Hilfe für die Armen und der Bewahrung der Schöpfung im Sinne des heiligen Franz von Assisi. Die ordensänhnliche Gemeinschaft ist vom Bischof anerkannt. Im Jahre 2007 gehörten ihr 15 Mitglieder (teils Familien, teils Einzelpersonen) an.[25]

1832 wurde der Pinkafelder Herz-Jesu-Verein gegründet, dem im Jahr 1877 insgesamt 19.710 Mitglieder angehörten.[26] Das Bruderschaftsbuch des Herz-Jesu-Vereines befindet sich heute im Kirchenmuseum. Die letzte Eintragung in das Buch erfolgte im Jahre 1877.[27]

Politik

Bürgermeister, Gemeinderat und Stadtverwaltung

Im traditionell sozialdemokratischen Burgenland war Pinkafeld lange Zeit bürgerlich dominiert. Die ÖVP stellte von 1945 bis 2002 ohne Unterbrechung den Bürgermeister. Bei den Gemeinderatswahlen 2002 erlangte erstmals die SPÖ die Mehrheit. In Pinkafeld wird, wie im gesamten Burgenland, der Bürgermeister durch Direktwahl bestimmt. Bürgermeister ist Kurt Maczek von der SPÖ mit 64,28 % der Stimmen. Verwaltet wird die Stadt vom Stadtamt Pinkafeld. Amtsleiterin ist Oberamtfrau Martina Stecher. Ortsvorsteher des Ortsverwaltungsteils Hochart ist Ewald Schuh (SPÖ). Dem Ortsausschuss Hochart gehören drei Mitglieder an.

Die Wahlbeteiligung bei den Wahlen 2012[28] erreichte bei der Gemeinderatswahl 77,75 % (2007: 79,16 %) und bei der Bürgermeisterwahl ebenfalls 77,75 % (2007: 79,16 %). Zu vergeben waren 25 Mandate. Es ergab sich dabei folgende Stimmen- und Sitzverteilung im Gemeinderat:

Partei Stimmenanteil Mandate
SPÖ 58,31 % 15
ÖVP 36,62 % 09
FPÖ 05,07 % 01

Wappen

Die erste erhaltene Form des Pinkafelder Stadtwappens stammt von einem Siegelstock aus dem Jahre 1639. Das genaue Alter dieses Wappens ist nicht bekannt.

AUT Pinkafeld COA.jpg

Blasonierung: In Blau mit silbernem (weißem) Schildbord ein silberner (weißer) Turm mit großem Rundbogenfenster am oberen Ende, der mit einem doppelten Zwiebelhelm versehen ist; der Helm, der von zwei schmalen und etwas niedrigeren Seitentürmchen flankiert wird, trägt zwei schräg gegeneinander geneigte Kreuze, rechts ein griechisches, das zusätzlich mit einem Hahn versehen ist, und links ein Lothringer Kreuz (mit zwei Querbalken). In Fensterhöhe ragt rechts aus dem Turm ein silberner (weißer) Arm heraus, der einen aufgerichteten Schlüssel mit nach links gekehrtem Bart trägt; vor dem Turm eine gerade silberne (weiße) Mauer mit einem Tor auf der rechten Seite, die nach hinten mondsichelförmig den Turm umfasst. Die Pinkafelder Farben sind Weiß und Blau.

Die genaue Entstehungsgeschichte des Wappens kann heute nicht nachvollzogen werden. Das Wappen kann in Zusammenhang mit dem katholischen Kirchenbau in Pinkafeld gebracht werden und möglicherweise mit der ungarischen Adelsfamilie Batthyány, die im Ort seit dem 17. Jahrhundert die Herrschaft innehatte. Der Turm der Marktkirche, die nach der Zerstörung der alten Kirche durch die Türken im Jahre 1532 neu errichtet wurde, wird als hoch und mit einem doppelten Knauf beschrieben. Die zwei Kreuze, von denen eines einen Hahn (der vermutlich als Wetterhahn diente) trägt, werden ebenso erwähnt. Dass es sich bei den Pinkafelder Farben um die Farben weiß-blau der Herrschaft Batthyány handelt, ist denkbar. Die Darstellung auf dem Wappen ist sicher älteren Ursprungs. Der Turm im Wappen wechselte seit dem Entstehen des Wappens mehrmals sein Erscheinungsbild. Einmal trug er nur einen einfachen barocken Helm, später ein einfaches Zeltdach. Seit der Stadterhebung Pinkafelds 1937 wird ausschließlich das zuvor beschriebene Wappen verwendet.[29]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Denkmalschutz

Insgesamt 21 Objekte auf Pinkafelder Gemeindegebiet wurden per Verordnung durch das Bundesdenkmalamt unter Denkmalschutz gestellt. Damit stehen unter anderen das Schloss Batthyány, die beiden Pfarrkirchen, die Mariensäule, das Kriegerdenkmal sowie einige Kapellen unter den besonderen Schutzbestimmungen des österreichischen Denkmalschutzgesetzes. Eigentümer der denkmalgeschützten Objekte sind das Land Burgenland, die Stadtgemeinde Pinkafeld und die katholische und evangelische Kirche.[30]

Radiosender Antenne 4

Der Sender Antenne 4 ging im Jahr 1997 am 4.4. 4:44 Uhr in Betrieb.[31] Das in einem Pinkafelder Studio produzierte Volksgruppenradio war mit seiner Programmgestaltung bis zu dessen Einstellung im Jahr 2006 in Europa einzigartig. Die Sprachen Deutsch, Ungarisch und Kroatisch sowie das Romanes kamen in seinem Programm gleichrangig vor. Die „4“ im Sendernamen steht für diese vier Sprachen.[32]

Museen

Rindsmaullsches Gutshaus, das älteste noch erhaltene Bauwerk Pinkafelds
Im Durchgangshaus (Hinteransicht) war in den 1920er-Jahren das Heimatmuseum untergebracht

Seit 1988 befinden sich Stadtmuseum, Feuerwehrmuseum, Tuchmachermuseum, Garnisonsmuseum und Kirchenmuseum im ältesten Gebäude Pinkafelds, dem um 1600 errichteten, so genannten Rindsmaullschen Gutshaus.

Die allgemeine Geschichte der Stadt, die Rechtsgeschichte (Blutgerichtsbarkeit) und die Geschichte des Pinkafelder Handwerks und Zunftwesens sowie archäologische Funde aus dem Stadtgebiet, die bis in die Jungsteinzeit zurückreichen, werden im Stadtmuseum dargestellt. Im Feuerwehrmuseum sind zahlreiche historische Geräte der Freiwilligen Feuerwehr Pinkafelds (älteste Feuerwehr des Burgenlandes) ausgestellt. Im Kirchenmuseum befinden sich Exponate der katholischen und evangelischen Pfarre und eine Weihnachtskrippe aus dem Jahr 1826. Das Tuchmachermuseum zeigt Geräte und Werkzeuge des Tuchmachergewerbes. Eine im Burgenland einzigartige Einrichtung ist das Garnisonsmuseum in dem die Geschichte der in Pinkafeld stationierten Heereseinheiten, insbesondere des Infanterieregiments Nr. 83 dargestellt ist.

1924 errichtete Josef Karl Homma im so genannten Durchgangshaus ein Heimatmuseum mit überregionaler Bedeutung. Es war dies die erste Museumsgründung des neu geschaffenen österreichischen Bundeslandes Burgenland. Das Museum enthielt unter anderem wertvolle Funde aus der Römerzeit. In den Nachkriegsjahren wurden die Schauräume im Durchgangshaus aufgelöst und sehr viele Sammelstücke gingen verloren.[33] Das Durchgangshaus in der Stadtmitte besteht noch heute.

Musik

1863 wurde der Pinkafelder Männergesangsverein gegründet, der heute nicht mehr besteht. Das Schrammelquartett Pinkafeld (1998 gegründet) ist das einzige Originalschrammelquartett des Burgenlandes. Die vier Musiker pflegen so weit wie möglich authentisch die Musik der k.u.k. Monarchie und der Zeit des Johann Strauß. 2004 stellte das Quartett seine erste Audio-CD vor.[34] Weitere musikalische Vereinigungen sind die Stadtkapelle Pinkafeld, der Gesangsverein, der evangelische und römisch-katholische Kirchenchor sowie das Hocharter Singradl.

In den 1970er und 1980er Jahren fand in Pinkafeld regelmäßig das Austria Rock Festival statt, bei dem die bekanntesten Pop-Musiker Österreichs (wie Wolfgang Ambros, Opus, No Bros, STS und andere mehr) auftraten. In dieser Zeit gaben auch international bekannte Bands in Pinkafeld Konzerte, wie zum Beispiel die britischen Rockbands Uriah Heep und Motörhead. Schauplatz der Popkonzerte war die Pinkafelder Martinihalle neben der evangelischen Kirche.[35] Am 27. April 2002 war Wolfgang Ambros noch einmal für ein Konzert in Pinkafeld. Am 15. Juli 2005 trat Christina Stürmer in Pinkafeld auf, eine der populärsten österreichischen Pop-Sängerinnen dieser Zeit.

Vereinswesen

In Pinkafeld gibt es 106 Vereine. Zu den Wichtigsten gehören die Stadtfeuerwehr und die Ortsgruppe Pinkafeld des Roten Kreuzes. Der Verein Literaturcafé beschäftigt sich mit der Pflege der Literatur. Seit 1968 besteht die Technische Mittelschulverbindung Eisen im Mittelschüler-Kartell-Verband. 1994 bis 2004 gab es die Technische Burschenschaft Marko-Germania zu Pinkafeld im CDC (Conservativer Delegierten Convent) in der Tradition der national-freiheitlichen fachstudentischen Burschenschaften. Die Altherrenschaft setzt diese Tradition heute fort. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Sportvereinen, neun Sparvereine, die Volkshochschule und viele mehr mit unterschiedlichen Vereinszielen.[36]

Bauwerke

Die Mariensäule, 1757 erstmals erwähnt

Rindsmaullsches Gutshaus („Altes Rathaus“)

Das älteste, noch erhaltene Bauwerk Pinkafelds ist das Rindsmaullsche Gutshaus, das zu Beginn des 17. Jahrhunderts errichtet wurde und ab 1629 im Besitz der ursprünglich aus Tirol stammenden Landadelsfamilie Rindsmaull stand. 1728 erwarb die Gemeinde Pinkafeld das Haus und nützte es bis 1954 als Rathaus. Außerdem war in dem alten Gutshaus das Landgericht mit Zuständigkeit für Pinkafeld, Sinnersdorf, Ober- und Unterwaldbauern untergebracht. Die Gerichtsbarkeit ging nach 1848 verloren. 1830 wurde im Rindsmaullschen Gutshaus das letzte Urteil gefällt. Vor dem Haus ist noch heute, als Symbol der Gerichtsbarkeit, der Pranger aus dem 17. Jahrhundert zu besichtigen. Ab 1954 wurde das Haus für Wohnzwecke, später als städtischer Kindergarten verwendet; im Keller befanden sich die Anlagen der örtlichen Gefriergemeinschaft.[11] Seit 1989 (nach Übersiedlung des Kindergartens in die auf der nördlich gegenüberliegen Straßenseite neu errichteten Gebäude) befindet sich in dem Gebäude das Pinkafelder Stadtmuseum.[37]

Mariensäule

Die Säule wurde 1757 in der kanonischen Visitation erstmals erwähnt. Historiker nehmen an, dass sie aus Dankbarkeit über die endgültige Abwehr der Türken errichtet wurde, die Pinkafeld im Jahre 1532 zerstört und auch später überfallen hatten. Für die Mariensäule (im Volksmund auch „Frauensäule“ genannt) im Zentrum der Stadt dichtete Zacharias Werner, der öfters bei den Batthyány zu Gast war, den Spruch:[38]

Onbefleckt Empfangne, hoch zu loben,
stille äußrer, innerer Flammen Toben,
huldreich allen, welche Dir vertrauen,
was zerstört ist, hilf uns neu zu erbauen.

Weitere Bauwerke

Weltliche Repräsentationsbauten

Das Schloss Batthyány war Mittelpunkt der Herrschaft Pinkafeld und ständiger Wohnsitz von Angehörigen der Familie Batthyány. Das Schloss wurde im 18. und 19. Jahrhundert umgebaut. Im denkmalgeschützten Schloss ist seit 1959 die Landesberufschule Pinkafeld untergebracht. Das neue Rathaus wurde von den Architekten Prestiansky und Putsch geplant und 1951 fertiggestellt. Das Bauwerk ist in typisch pannonischem Stil mit Rundbögen und Durchgängen gehalten und eines der dominierenden Gebäude am Hauptplatz.[13]

Kirchliche Bauten
Friedhofskapelle

Die Friedhofskapelle Pinkafeld liegt inmitten des Friedhofs und wurde von Nikolaus Graf Batthyány und seiner Frau Franziska gestiftet. Die denkmalgeschützte Kapelle ist ein frühes Werk des Wiener Architekten Carl Roesner und gilt als kunsthistorisch bemerkenswertes Bauwerk des romantischen Historismus.

Katholische Kirche

Die Römisch-Katholische Kirche wurde 1772 erbaut nachdem die Kirche, die 1532 errichtet wurde, zu wenig Platz bot. Nördlich der Kirche steht ein Steinkreuz aus dem Jahr 1825, das an den ehemaligen Friedhof erinnert, der sich bis 1779 rund um die Kirche befand.

Evangelische Kirche

Die Evangelische Kirche wurde 1785 fertig gestellt. 1822 entstand ihr gemauerter Turm. Kaiser Joseph II. erteilte den Protestanten das Recht eigene Gotteshäuser zu errichten, jedoch durften diese keinen Turm haben, der Eingang musste vom Ortszentrum abgewendet sein und durfte nicht direkt an der Straße liegen. Deshalb befindet sich die Kirche in einer Nebenstraße, ihr Eingang befindet sich nicht unmittelbar an der Straße und ist vom Ortszentrum abgewendet.

Kloster

Auch das Kloster der Barmherzigen Schwestern wurde von Grafin Franziska Batthyány gestiftet. Es wurde am 24. Juni 1855 durch Michael Haas eingeweiht.

Kalvarienbergkirche und Eremitage

Der älteste noch bestehende Kirchenbau Pinkafelds, die Kalvarienbergkirche, wurde um 1748 unter Graf Ádám II. von Batthyány erbaut. An die Südseite der Kirche ist eine Eremitage (Einsiedelei) angebaut. Errichtet wurde die Eremitage vor 1757 mit vier Zimmern, Küche und Keller. Zunächst lebten Augustiner-Eremiten in der Eremitage, später Einsiedler der Raaber Eremitenkonföderation. 1782 wurde die Eremitage aufgehoben und das Gebäude ging an die Pfarre Pinkafeld über, nachdem Kaiser Joseph II. alle Orden, die „nur beteten“ und nicht sozial, cariativ oder wirtschaftlich tätig waren, auflösen ließ. Seit 1982 wird die Eremitage von der Franziskusgemeinschaft bewohnt. Auch der Kreuzweg zur Kalvarienbergkirche stammt aus der Zeit um 1748. Die barocke Josephi-Kapelle (im Volksmund auch als „Spatzenkapelle“ oder „Rosskapelle“ bezeichnet) gegenüber dem Bahnhof Alt-Pinkafeld wurde kurz vor 1730 unter Graf Sigismund von Batthyány anstelle eines früheren Kapellenbaus errichtet.

Türkenkapelle

Die von der Bevölkerung im 18. Jahrhundert errichtete Türkenkapelle erinnert an die Türkenkriege.

Vinzenzkapelle

Die Kapelle Hl. Vinzenz an der Steinamangerstraße stammt aus dem Jahr 1832.[13]

Sonstige Bauten

Das Schlachtenkreuz aus dem 17. oder 18. Jahrhundert beim Lamplfeld soll an die Schlacht zwischen den Truppen Kaiser Friedrichs III. und dem ungarischen König Matthias Corvinus am Pinkafeld Lamplfeld im Jahre 1459 erinnern. 1933 wurde die Turba-Kaserne fertiggestellt. 2005 wurde per Gesetz der Verkauf der Kaserne beschlossen. In der Turbakaserne war die Heeressport- und Nahkampfschule (HSNS) für Orientierungslauf ansässig.[13]


Regelmäßige Veranstaltungen

Eine über dreihundert Jahre alte Tradition haben die viertägigen Martinitage, die jedes Jahr stattfinden. Die Bezeichnung „Martinitage“ bezieht sich auf den Martinstag am 11. November. Zu den Martinitagen gibt es in mehreren Straßenzügen im Ortszentrum den sogenannten Martinimarkt mit Verkaufsständen sowie Festzelten, Musikdarbietungen und weiterem Unterhaltungsprogramm wie Autodrom und Schießbuden. Der Martinimarkt ist der einzige Jahrmarkt der Stadt. Er fand erstmals 1696 statt. Damals war er einer von sechs Pinkafeldelder Jahrmärkten. Außerdem gibt es zu Martini das typisch ostösterreichische Gansl-Essen.[11]

Seit 1983 gibt es das „Pinkafelder Stadtfest“ an einem Samstag Mitte Juni.[39] Das Stadtfest hat sich seither als Gegenstück zu den Martinitagen im Winter etabliert.

Sport und Freizeit

Der Fußballclub SC Pinkafeld wurde 1912 gegründet und ist einer der ältesten Fußballvereine des Burgenlandes. Pinkafeld ist ein Zentrum des österreichischen Orientierungslaufs. Dem Verein HSV Pinkafeld ist es gelungen einige Sportler in seinen Reihen zur Weltklasse im Orientierungslauf zu bringen.[40] Der Union Tischtennisverein Pinkafeld[41] ist seit den frühen 1990er-Jahren vor allem für den Damentischtennissport bekannt. Der Tischtennisverein erreichte in den Jahren 1997 bis 2002 sieben Staatsmeistertitel in verschiedenen Nachwuchs- und Erwachsenenbewerben.[42]

Wirtschaft und Infrastruktur

Bildung

Ankündigung Maturaball 2008 beim Internat der HTBL Pinkafeld
Fachhochschule Pinkafeld

Neben Volksschule, Sonderschule (gegründet 1964), Musikhauptschule (gegründet 1897 als Staatsbürgerschule) und der Polytechnischen Schule gibt es in Pinkafeld noch eine Reihe weiterer Ausbildungsmöglichkeiten. Die Landesberufsschule (eröffnet 1950) bildet Maurer, Tischler, Hafner, KFZ-Mechaniker, Schlosser, Zimmerer und Platten- und Fliesenleger aus.[43] Die Private Fachschule für soziale Betreuung bietet Ausbildungsmöglichkeiten in Tagesform und berufstätiger Form.[44] Die Bundesfachschule für wirtschaftliche Berufe beherbergt die Abteilungen „dreijährige Fachschule für wirtschaftliche Berufe“ und die „einjährige Wirtschaftsfachschule“.[45]

Die Höhere Technische Bundeslehranstalt (gegründet 1967) führt die höheren Abteilungen Maschineningenieurwesen – Technische Gebäudeausrüstung und Energieplanung, ElektronikComputer- und Leittechnik, Bautechnik – Tiefbau, Bautechnik – Hochbau sowie EDV und Organisation. Außerdem gibt es die Baufachschule und das Kolleg WirtschaftsingenieurwesenInformationstechnologie. Der Schulbetrieb der HTBL begann am 3. September 1967 mit 147 Schülern und 29 Lehrern. Als Direktor wurde Hofrat Oskar Dlabik eingesetzt, der bereits an den Vorbereitungsarbeiten, der Fertigstellung des Gebäudes, der Erarbeitung der Lehrpläne und der Gründung des Internats beteiligt war und den Schulbetrieb im Lauf der Zeit erheblich ausgebaut hat. Dlabik leitete die Schule bis 1983.[46]. Im Mai 2006 wurde die HTBL um eine Versuchsanstalt für Gebäudetechnik, Automatisation, Umwelt- und Sicherheitstechnik erweitert, deren Ziel das Erlangen einer österreichischen Akkreditierung ist.[47]

Die Fachhochschule (gegründet 1994) bietet die Bachelorstudiengänge Energie- und Umweltmanagement, Gesundheitsmanagement und Gesundheitsförderung sowie die Masterstudiengänge Gebäudetechnik und Gebäudemanagement, Nachhaltige Energiesysteme, Energie- und Umweltmanagement sowie Management im Gesundheitswesen an.[48]

In den Sommermonaten finden außerdem jährlich Weltsprachenseminare und die sogenannten „Ferienkurse“ statt, die den Faktor Schule in Pinkafeld zusätzlich verankern.[49]

Unternehmen

Das Technologiezentrum Pinkafeld wurde 2000 fertiggestellt. Es vermietet Büroräume, ein technisches Versuchslabor mit etwa 1.000 m² und Konferenzräume an Firmen. Ziel ist eine enge Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft (Fachhochschule Pinkafeld).[50] Im Herbst 2007 wurde in Pinkafeld die größte Biogasanlage Burgenlands in Betrieb genommen und am 10. Oktober 2008 offiziell eröffnet. Kelag Wärme hatte bereits 1988 das ehemalige Fernheizkraftwerk übernommen und mit einem Aufwand von 4,5 Millionen Euro in ein Blockheizkraftwerk umgebaut. Jährlich werden 21.000 Tonnen Maissilage zu 8 Millionen Kilowattstunden (kWh) elektrischen Strom und 8,5 Millionen kWh Fernwärme verarbeitet. Das Werk beliefert damit Schulen, Verwaltungseinrichtungen und Wohnanlagen der Stadt und der Region.[51]

Einer der größten Betriebe und Arbeitgeber der Stadt ist Nikitscher Metallwaren mit rund 300 Mitarbeitern. Nikitscher ist Zulieferer für die Auto- und Elektroindustrie sowie für die Bauwirtschaft. Bekannt ist das Unternehmen außerdem für ihre Leistungen im Bereich der Oberflächenbehandlungen (Feuerverzinkung).[52]

Weitere größere Unternehmen sind die Tondach Gleinstätten und die Firma Austrotherm. Tondach Gleinstätten nutzt die Tonvorkommen im südlichen Pinkafeld an der Grenze zu Riedlingsdorf zur Dachziegelherstellung.[53] Die Firma Austrotherm stellt in ihrem Pinkafelder Werk unter anderem EPS- und PE-Produkte her.[54] Daneben finden sich zahlreiche lokale und überregionale Klein- und Mittelbetriebe. Einer der traditionsreichsten Pinkafelder Betriebe ist das Kaffeehaus der Familie Träger am Hauptplatz das bereits über 200 Jahre besteht.[55]

Der Pinkafelder Unternehmer Andreas Popp aus Gfangen ist Betreuer und Betreiber von öffentlichen Personenwaagen (Berkel-Waagen).Österreichweit sind das ungefähr 400 Stück. Ein Viertel der Pinkafelder Waagen finden sich in Hallenbädern oder Fitnesscentern. Der Rest steht an öffentlichen Plätzen im Freien, an Straßenbahn- und Bushaltestellen, bei Märkten und am häufigsten beim Wiener Prater. Das Personenwaagen-Unternehmen wechselte häufig den Besitzer. Die Vergabe eines Standplatzes der öffentlichen Personenwaagen ist erstmals im Jänner 1922 beim Eingang Richtung Burgtheater bei der Einfriedung des Wiener Volksgartens verbürgt. Ob dies der erste öffentliche Standplatz der Personenwaagen war ist nicht bekannt.[56]

Arbeitsstätten

Nach den Zahlen der Statistik Austria von 2002 beträgt die allgemeine Erwerbsquote in Pinkafeld 46,3 %. Von den erwerbstätigen Personen ist mit 50,9 % der überwiegende Teil als Privatangestellte oder als Angestellte im öffentlichen Dienst tätig. 18 % sind Facharbeiter, 6,9 % selbstständig. Den größten Anteil an Beschäftigten hat in Pinkafeld mit 16 % der Handel inklusive KFZ-Reparatur und dergleichen. Jeweils ungefähr 15 % der berufstätigen Personen sind im Bauwesen und in der Sachgütererzeugung beschäftigt. Nahezu 11 % arbeiten im Unterrichtswesen und ebenfalls annähernd 11 % im Gesundheits- und Sozialwesen. Im Jahr 1999 gab es in Pinkafeld 70 land- und forstwirtschaftliche Betriebe.

Rund fünf Prozent, das sind 104 Personen, der 2140 Pinkafelder Erwerbstätigen arbeiten im Wohnort. Im Jahr 2001 waren 846 Erwerbstätige Gemeindebinnenpendler und 1190 Auspendler. Die Bundeshauptstadt Wien mit 322 und der Bezirksvorort Oberwart mit 236 waren 2001 die anteilsmäßig bedeutendsten Ziele von Pinkafelder Pendlern. Den insgesamt 1190 Auspendlern stehen 1795 Einpendler gegenüber von denen der überwiegende Anteil aus Gemeinden des Bezirks Oberwart stammt.[57]

Verkehr

Eisenbahn und Busverkehr

Eisenbahnbrücke über die Pinka, im Hintergrund die Biogasanlage (früher: Fernheizwerk)
Erinnerungstafel beim Bahnhof, Lokalbahn Pinkafeld–Friedberg, eröffnet 1925

In Pinkafeld finden sich drei Haltestellen der Eisenbahnlinie Pinkatalbahn der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Das Verkehrsunternehmen Dr. Richard betreibt mit seiner Bus-Tochterfirma Südburg einen „Stadtverkehr Pinkafeld“, der zu den Morgen- und Mittagsstunden die Pinkafelder Schulen mit den verschiedenen Stadtteilen verbindet. Südburg verbindet über ihre Bus-Linien Pinkafeld außerdem mit den größeren Städten des österreichischen Osten, zum Beispiel mit Wien und Graz.[58]

Straßenverbindungen

Pinkafeld liegt am Exit 100 der Süd Autobahn (A 2) sowie an der Landesstraße B63 (Steinamangerer Straße). Über die A2 und die Landesstraße B63 ist die Ortschaft an das überregionale Verkehrsnetz angeschlossen. Ein- und Ausfallstraßen in das Pinkafelder Umland sind drei durch das Gemeindegebiet führende Landesstraßen. Die Landesstraße 235 (Pinkafelder Straße) ist die Verbindung der Gemeinden Grafenschachen, Pinkafeld, Oberschützen und Bad Tatzmannsdorf untereinander sowie mit der Bundesstraße 50 (Burgenland Straße), der nordsüdlichen Hauptverbindung innerhalb des Burgenlandes. Die L 238 (Grafenschachener Straße) führt von der Steinamangerer Straße (B 63) in westlicher Richtung über Pinkafeld, Grafenschachen und Neustift an der Lafnitz in die Steiermark. Die Wiesflecker Straße (L 256) verläuft Richtung Osten über Wiesfleck, Schreibersdorf, Oberweinberg und Willersdorf nach Oberschützen.[59]

Der 37,3 Kilometer lange Radweg B 54 (Pinkaradweg) geht auf seiner Route durch die Ortschaften Wiesfleck, Willersdorf, Oberschützen, Bad Tatzmannsdorf, Oberwart und Riedlingsdorf durch Pinkafeld.[60]

Flugplatz

Einer der beiden Flugplätze des Burgenlandes befindet sich im Nordosten der Stadt. Der Sportfliegerclub Pinkafeld betreibt hier eine 630 Meter lange Graspiste mit der Bezeichnung 15/33. Vorwiegend findet hier Sport- und Segelflug statt. Bei Voranmeldung ist am Pinkafelder Flugplatz Zoll und Passkontrolle möglich.[61]

Persönlichkeiten

Siehe auch: Liste von Persönlichkeiten der Stadt Pinkafeld

Die Stadtgemeinde Pinkafeld verleiht für große Verdienste um die Stadt den Ehrenring sowie das Ehrenzeichen in Gold, Silber und Bronze. Bislang wurde zehn Personen die Ehrenbürgerschaft verliehen. Vier davon waren Bürgermeister oder Vizebürgermeister der Stadt.

Der Pinkafelder Ernst Guth war 1953 bis 1956 Abgeordneter zum Österreichischen Nationalrat. Norbert Hofer ist seit dem Jahr 2006 Abgeordneter zum Österreichischen Nationalrat. Julius Grabner war dritter Landtagspräsident des Burgenlandes. Weiters gibt es fünf ehemalige Abgeordnete zum Burgenländischen Landtag, zwei Pinkafelder sind derzeit im burgenländischen Parlament vertreten (Andrea Gottweis und Kurt Maczek). Künstler mit Bezug zu Pinkafeld sind der Schauspieler Dieter Kirchlechner, unter anderem aus der Fernsehserie Tatort bekannt, sowie der Kammermusiker Eugen Jakab und die Medienkünstlerin Margarete Jahrmann. Der Geologe und Mineraloge François Kraut, der unter anderem aufgrund seiner Forschungen über Meteoriten internationale Anerkennung fand, wurde in Pinkafeld geboren. Der Kernphysiker Helmut Rauch verbrachte große Teile seiner Jugend in Pinkafeld und hat hier einen Wohnsitz. Die ORF-Journalisten Otto Schmidt und Gerald Groß sind ebenfalls in Pinkafeld aufgewachsen.

Eine Persönlichkeit aus der Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie ist der Pinkafelder Michael Haas. Haas wurde von Kaiser Franz Josef zum Bischof von Sathmar im heutigen Rumänien ernannt. Als Autor der ersten ausführlichen Abhandlung über die Hianzen leistete er wichtige Beiträge zur Erforschung des hianzischen Dialekts und zur ungarischen Völkerkunde. Gräfin Franziska Batthyány, die in Wien und im Pinkafelder Schloss wohnte, versammelte in den Sommermonaten Persönlichkeiten der Kultur aus dem Kreis der „Wiener Romantiker“ um Klemens Maria Hofbauer wie Zacharias Werner, Johann Emanuel Veith und Leopold Kupelwieser in Pinkafeld.

Sonstiges

Der letzte österreichische Kaiser in Pinkafeld

Im ehemaligen Hotel Lehner stieg 1921 Kaiser Karl I. ab

Der ehemalige Kaiser von Österreich, Karl I. versuchte im Jahre 1921 die Macht als König in Ungarn zu übernehmen. Am Karsamstag 1921 kehrte er mittags auf der Reise nach Budapest inkognito im ehemaligen Hotel Lehner ein. Da das Auto zur Weiterfahrt eine Panne hatte, nahmen der ehemalige Kaiser und sein Gefolge die Lohnkutsche des Hotels zur Fahrt in Richtung Budapest.[62] Dieser erste Versuch Karls, noch einmal die Macht in Ungarn zu übernehmen, scheiterte genauso wie ein weiterer Versuch im Oktober desselben Jahres. Von 1916 bis 1918 war Karl ungarischer König und damit (als Karl IV.) das Staatsoberhaupt der Pinkafelder.

Wörterverzeichnis der Diebessprache aus Pinkafeld

Wörterverzeichnis der Diebessprache aus Pinkafeld: Originalhandschrift des Notars Ferenc Boros (1783)

1783 entstand in Pinkafeld ein historisch wertvolles Dokument der deutschen Gaunersprache. Nach einem Gerichtsprozess verfasste der Notar Ferenc Boros das Wörterverzeichnis, das damals überall in Ungarn verschickt wurde. Es enthält in 170 „Artikeln“, 180 Wörter und Redewendungen, die thematisch gegliedert sind. Die erste Themengruppe befasst sich mit Würdenträgern, Beamten und Berufen, eine weitere Themengruppe hat Ausdrücke der Justiz, Kriminalität, Verbrecher und von Bestrafungen zum Inhalt. Das Original besteht aus drei handschriftlichen Seiten und befindet sich im ungarischen Staatsarchiv. Das Wörterverzeichnis der Diebessprache aus Pinkafeld ist das einzige bekannte, in Ungarn erstellte deutschsprachige Diebeswörterverzeichnis, aus dem 18. Jahrhundert.[63]

Pinkafelder Zuchtpferde

In der Gegend um Pinkafeld wurde schon seit der Zeit der magyarischen Reiter vor über eintausend Jahren Pferdezucht betrieben. Die Zuchtrasse Pinkafői (Pinkafelder), die ihren ungarischen Namen von seinem Zuchtgebiet ableitet, ein auf Noriker Basis entstandener Kaltblüter, ist um die Jahrhundertwende vom 18. zum 19. Jahrhundert ausgestorben.[64]

Literatur

  • Josef Karl Homma: Geschichte der Stadt Pinkafeld, Eigenverlag Stadtgemeinde Pinkafeld, Pinkafeld 1987.
  • Franz Zeiss: Pinkafeld 1945–1987, Eigenverlag Stadtgemeinde Pinkafeld, Pinkafeld 1987.
  • August Ernst: Geschichte des Burgenlandes. Oldenbourg, München 1991, ISBN 3-486-54072-6
  • Chronik der Feuerwehr Pinkafeld, Pinkafeld, 1996.
  • Ungarisches Medien- und Informationszentrum (UMIZ): Die Geschichte der burgenländischen Ungarn, Unterwart.
  • Ludwig Volker Toth: Evangelische Kirchen im Burgenland, sichtbar - erlebbar. Salzburg (Edition Tandem) 2011, S. 98 - 101.

Einzelnachweise

  1. Josef Karl Homma: Geschichte der Stadt Pinkafeld, Eigenverlag Stadtgemeinde Pinkafeld, Pinkafeld 1987, S 18 ff
  2. Homepage Klimabündnis Österreich (abgerufen am 23. Mai 2009)
  3. a b c Alfred Pahr: Erläuterungen zur Geologischen Karte Österreichs, Geologische Bundesanstalt, Wien 1984
  4. Burgenländisches Gemeindestrukturverbesserungsgesetz auf der Homepage des RIS, (abgerufen am 7. Mai 2009)
  5. Statistik Austria: Fläche nach Nutzungsart in Österreichs Städten in Zahlen, Ausgabe 12/2008, Wien 2008 S9 PDF, 4,8 MB, (abgerufen am 23. Mai 2009)
  6. a b Urkunde vom 20. November 860: König Ludwig der Deutsche schenkt der Salzburger Kirche auf Bitte Erzbischofs Adalwin die Stadt Steinamanger auf der Website Monasterium.Net (Das virtuelle Urkundenarchiv Europas)
  7. a b c d e Homma, Prickler, Fleischer: 1100 Jahre Pinkafeld, Eigenverlag Stadtgemeinde Pinkafeld, Pinkafeld 1960
  8. August Ernst: Geschichte des Burgenlandes, Oldenbourg, München 1991, ISBN 3-486-54072-6
  9. Josef Karl Homma: Die Hexenprozesse von Pinfeld. In: Burgenländische Heimatblätter Heft 1/1947, hrsg. vom Landesarchiv und Landesmuseum Burgenland, Eisenstadt 1947, S. 121ff
  10. Auswandererdörfer: Homepage der Burgenländischen Gemeinschaft (Verein zur Pflege der Heimatverbundenheit der Burgenländer in aller Welt (abgerufen am 23. Mai 2009)
  11. a b c Josef Karl Homma: Geschichte der Stadt Pinkafeld, Eigenverlag Stadtgemeinde Pinkafeld, Pinkafeld 1987
  12. SOS-Kinderdorf Österreich" auf der Homepage SOS Kinderdorf
  13. a b c d Franz Zeiss: Pinkafeld 1945–1987, Eigenverlag Stadtgemeinde Pinkafeld, Pinkafeld 1987
  14. Fachhochschulstudiengänge Burgenland"
  15. Die totale Sonnenfinsternis am 11. August 1999 (in Pinkafeld)" Erlebnisbericht mit Fotos gespeichert am Server der TU Wien
  16. Klimabündnismitglied Gemeinde Pinkafeld" auf der Homepage des Klimabündnisses Österreich
  17. "Entente Florale" auf der Homepage offiziellen Homepage der Stadtgemeinde Pinkafeld
  18. "Das Burgenland spendiert Wien einen Weihnachtsbaum", Artikel im Onlinearchiv der Zeitschrift News
  19. Josef Karl Homma: Geschichte der Stadt Pinkafeld, 1987 (Daten bis 1844)
  20. Statistik Austria: Wohnbevölkerung und Bürgerzahl Volkszählungen 1869 - 2001
  21. a b Statistik Austria: Gemeindedaten von Pinkafeld
  22. Josef Karl Homma: Geschichte der Stadt Pinkafeld , Eigenverlag Stadtgemeinde Pinkafeld, Pinkafeld 1987, S 115 ff
  23. Statistik Austria: Ein Blick auf die Gemeinde Pinkafeld Wohnbevölkerung nach Bildung, PDF
  24. Statistik Austria: Ein Blick auf die Gemeinde Pinkafeld Demografische Daten, PDF
  25. 25 Jahre Franziskusgemeinschaft Pinkafeld Homepage der Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften Österreichs (abgerufen am 24. Mai 2009.
  26. Rudolf Köberl: Geschichte der röm. kath. Pfarre Pinkafeld [1] (abgerufen am 24. Mai 2009.
  27. Wilhelm Seper: Herz Jesu Verehrung Webauftritt zum Gedenkjahr der Pfarre Pinkafeld, (abgerufen am 24. Mai 2009).
  28. Stadtgemeinde Pinkafeld: PDF (Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl 2012 abgerufen am 30. November 2012)
  29. Franz Zeiss: Pinkafeld 1945–1987, Eigenverlag Stadtgemeinde Pinkafeld, Pinkafeld 1987, S 9
  30. Verordnung des Bundesdenkmalamtes mit der Denkmale des Bezirkes Oberwart unter Denkmalschutz gestellt werden PDF, 75 kB, (abgerufen am 21. November 2008)
  31. Radioszene Österreich auf der Homepage von Radioszene (abgerufen am 23. Mai 2009)
  32. Zeitschrift Romani Patrin, Nr. 3/4, S. 4, Oberwart Dezember 2000
  33. Stadtmuseum Pinkafeld Homepage (abgerufen am 24. Mai 2009).
  34. Schrammelquartett Pinkafeld: Offizielle Homepage (abgerufen am 23. Oktober 2008
  35. Franz Zeiss: Pinkafeld 1945–1987, Eigenverlag Stadtgemeinde Pinkafeld, Pinkafeld 1987, S 171 ff
  36. Vereine in Pinkafeld Homepage der Stadtgemeinde Pinkafeld, (abgerufen am 24. Mai 2009).
  37. Altes Rathaus mit Pranger - Stadtmuseum auf der Homepage offiziellen Homepage der Stadtgemeinde Pinkafeld
  38. Leopold Schmied: Die Entdeckung des Burgenlandes im Biedermeier, Hrsg. Landesmuseum Eisenstadt, Eisenstadt 1959
  39. Geschichte des Stadtfests Pinkafeld Homepage der Stadtgemeinde Pinkafeld, (abgerufen am 24. Mai 2009).
  40. HSV Pinkafeld Homepage, (abgerufen am 24. Mai 2009).
  41. Tischtennisverein Pinkafeld Homepage der Sportunion, (abgerufen am 24. Mai 2009).
  42. Burgenländischer Tischtennisverband: Chronik (abgerufen am 23. Oktober 2008)
  43. Landesberufschule Pinkafeld: Homepage, (abgerufen am 24. Mai 2009).
  44. Fachschule für soziale Betreuung Pinkafeld: Homepage, (abgerufen am 24. Mai 2009).
  45. Bundesfachschule für wirtschaftliche Berufe Pinkafeld: Homepage, (abgerufen am 24. Mai 2009).
  46. HTL+, Verein zur Förderung der Höheren Abteilung für Technische Gebäudeausrüstung und Energieplanung: HTBL Pinkafeld – Schulgeschichte (abgerufen am 23. Oktober 2008)
  47. HTBL Pinkafeld: Homepage, (abgerufen am 24. Mai 2009).
  48. Fachhochschulstudiengänge Burgenland: Homepage, (abgerufen am 2. Oktober 2010).
  49. Schulen und Hochschulen in Pinkafeld Homepage der Stadtgemeinde Pinkafeld, (abgerufen am 24. Mai 2009).
  50. Homepage Technologiezentrum Pinkafeld (abgerufen am 23. Mai 2009
  51. Kelag Wärme: Biogasanlage Pinkafeld eröffnet – 4000 Tonnen CO2-Einsparung (abgerufen am 23. Oktober 2008)
  52. Nikitscher Metallwaren GmbH auf der Homepage von Leitbetriebe Austria (abgerufen am 23. Mai 2009
  53. Homepage Fa. Tochdach Gleinstätten (abgerufen am 23. Mai 2009
  54. Homepage der Fa. Austrotherm (abgerufen am 23. Mai 2009
  55. Homepage der Fa. Café-Konditorei Träger (abgerufen am 23. Mai 2009
  56. Andrea Traxler in der Wiener Zeitung vom 30. August 2002:„Wos wiegt, des hot's“ (abgerufen am 23. Oktober 2008)
  57. Statistik Austria: Ein Blick auf die Gemeinde Pinkafeld Arbeitsstätten und Beschäftigte, PDF
  58. Südburg: Homepage
  59. Austrian Map Online: Austrian Map Startseite
  60. Radarena Bad Tatzmannsdorf: Radweg „B 54“ – Pinkaradweg (abgerufen am 23. Oktober 2008)
  61. Sportfliegerclub Pinkafeld: Flugplatz/Details (abgerufen am 23. Oktober 2008)
  62. Josef Karl Homma: Geschichte der Stadt Pinkafeld , Eigenverlag Stadtgemeinde Pinkafeld, Pinkafeld 1987, S 90 ff
  63. Magyar Névarchívum: Ottó Hoffmann – Tamás Kis (Pécs – Debrecen, Ungarn): Wörterverzeichnis der Diebessprache aus Pinkafeld PDF, 1,32 MB, (abgerufen am 23. Oktober 2008)
  64. World of Animals: Pferderasse Muraközi (abgerufen am 23. Oktober 2008)

Weblinks

 Commons: Pinkafeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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Dieser Artikel wurde am 13. Juni 2009 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.