Pius Strobl

Pius Strobl (* 28. Juni 1956 in Mattersburg) ist ein österreichischer Unternehmer, ehemaliger Politiker und Medienmanager. Er war Mitbegründer der Österreichischen Grünen und Unternehmenssprecher des Österreichischen Rundfunks.

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Politische und berufliche Laufbahn

Zunächst engagierte sich Pius Strobl bei der SPÖ. Unter anderem gehörte er zu jener Gruppe junger Politiker um Josef Cap, die am Parteitag der SPÖ 1982 mit drei Fragen den damaligen Landeshauptmann Theodor Kery in Bedrängnis brachte.[1]

Später war er maßgeblich an der Gründung der österreichischen Grünen beteiltigt. Noch vor der Parteigründung koordinierte er 1986 den Wahlkampf von Freda Meissner-Blau zur Wahl des österreichischen Bundespräsidenten.[2]

Er nahm am Gründungskongress der Partei am 13./14. Februar 1987 in Klagenfurt teil und war zunächst Pressechef. Gemeinsam mit Johannes Voggenhuber fungierte er von 1988 bis 1990 als einer von zwei Bundesgeschäftsführern und damit Parteichefs der Grünen.

Ende 1990 zog er sich aus der Berufspolitik zurück und wechselte als Vorstand der Conwert AG in die Immobilien-Gruppe von Günter Kerbler.[3] Er blieb jedoch als Landesgeschäftsführer Burgenland nebenberuflich bei den Grünen.

Strobl verließ die Conwert AG 1996 und gründete eine Event- und Marketingagentur. Bekannte Projekte dieser Firma waren etwa der Wiener Eistraum, der Weihnachtsmarkt am Wiener Spittelberg oder erste Public Viewing-Flächen bei der Fußball-Europameisterschaft 1998.[1]

ORF-Karriere

Von 1989 bis 1998 saß Pius Strobl für die Grünen im ORF-Kuratorium. Seine Stimmenthaltung machte 1990 die Wahl Gerd Bachers zum ORF-Generalintendanten möglich. 1994 unterstützte er Gerhard Zeiler, 1998 Gerhard Weis. 1999 endete Strobls Zeit im Kuratorium, ihm folgte Sonja Puntscher-Riekmann nach.

Im Jahr 2004 zog Strobl neuerlich ins ORF-Aufsichtsgremium ein, das mittlerweile Stiftungsrat hieß. Er folge auf Wolfgang Zinggl und war wie schon in der ersten Periode der einzige von den Grünen nominierte Stiftungsrat. Bei der ORF-Wahl unterstützte er (gemeinsam mit den der SPÖ und der FPÖ nahestehenden Stiftungsräten) Alexander Wrabetz , der neuer Generaldirektor wurde.[4]

Wrabetz machte Strobl in Folge zum Kommunikations- und Marketingchef des Senders. Strobl galt als Wrabetz' wichtigster Vertrauter. Er trat Im November 2010 im Rahmen der sogenannten "Abhöraffäre" von allen Ämtern im ORF zurück: Er hatte eine Mitarbeiterin beauftragt, während einer Sitzung des Stiftungsrats Gespräche von Journalisten und Direktoren ohne deren Wissen auf Tonband aufzuzeichnen[5]. Im Zuge seines Abgangs wurden andere Vorwürfe gegen ihn erhoben, die vor allem Unvereinbarkeiten von Strobls wirtschaftlichen Beteiligungen und seinem Beruf abzielten.[6]

Leben

Pius Strobl wuchs als Waisenkind bei seiner Großmutter auf und arbeitete vor seiner politischen Laufbahn als Gendarm. 1991, während seiner Zeit als burgenländischer Landesgeschäftsführer der Grünen, wurde er mehrmals kurzzeitig von der Militärpolizei inhaftiert, weil er den Stellungsbefehl verweigerte. Strobl wurde wegen Wehrdienstverweigerung schließlich zu drei Monaten Gefängnis verurteilt.[7]

Er ist mit der ORF-Moderatorin Eva Pölzl liiert mit der er einen gemeinsamen Sohn hat. Aus einer früheren Ehe hat Strobl bereits zwei Kinder. [1]

Einzelnachweise

  1. a b c standard.at am 19. November 2010: Wrabetz wichtigster Mann verlässt den ORF - abgerufen am 7. Januar 2012
  2. gruene.at: Geschichte der Grünen im Burgenland - Abgerufen am 7. Januar 2012
  3. Interview mit Pius Strobl auf club-carriere.com
  4. www.krone.at am 19. November 2010: PR-Chef Strobl nimmt den Hut - abgerufen am 7. Januar 2012
  5. derstandard.at am 19. November 2010: Kommunikationschef Pius Strobl tritt zurück - abgerufen am 7. Januar 2012
  6. diepresse.com Pius Strobl verlässt den Sender vom 19. November 2010, abgerufen am 7. Januar 2012
  7. APA Jahresrevue 1991 (Innenpolitik), vom 9. Dezember 1991 (APA0028 5 II 0405)